Bauernregel zu Spätfrösten Die Eisheiligen: Gefahr für Nachtfrost sinkt erst Mitte Mai

Die Eisheiligen bezeichnen fünf Tage im Frühling: den 11. bis 15. Mai. Eine Bauernregel besagt, dass sie noch einmal Frost bringen können. Doch wer sind die Eisheiligen? Kann man an ihnen ablesen, wie der Sommer wird? Viele halten an den Mythen und Bauernregeln um diese Tage fest, auch wenn sie nicht jedes Jahr noch einmal Frost bedeuten.

Schnee auf Tulpen
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Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist. Egal wie warm es im April oder Mai schon geworden ist, er kann auch immer noch Frost bringen. Die Eisheiligen, das sind (vom ersten bis zum fünften Tag) Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius, den Abschluss bildet die "Kalte Sophie". Auch in diesem Jahr sind sie vom 11. bis 15. Mai. Und die jahrhundertelange Erfahrung besagt, dass sie noch einmal Frost bringen können. Zu den Eisheiligen, auch gestrenge Herren genannt, sind in Mitteleuropa meteorologische Witterungsregelfälle. Laut Volksmund wird das milde Frühlingswetter erst mit Ablauf der "kalten Sophie" am 15. Mai stabil.

Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz, so heißt beispielsweise eine Bauernregel.

Metrologisch erklärt

Anfang Mai sind die Temperaturen bei uns meist recht hoch. Schnell erwärmt sich die Erde und es kommt zu großen Temperaturunterschieden zwischen Festland und Meer. So entstehen Tiefdruckgebiete. Die warme Luft des Festlandes zieht Richtung Norden, dadurch kommen kalte Luftmassen vom Polargebiet aufs Festland zurück. Sind die Nächte dann noch sternenklar, kann es zu eisigem Nachtfrost kommen.

In den Jahren 2018 und 2019 blieben wir allerdings von einem solchen Frost verschont. Die Minusgrade verschoben sich auf Anfang Mai. Da zum Beispiel junge Tomatenpflanzen sehr kälteempfindlich sind gilt hier "Vorsicht ist besser als Nachsicht". Gärtnereien berichten jedes Jahr von Doppelkäufen, da die ersten Pflanzen den plötzlichen Frost nicht überstanden haben.

Vorzucht von Tomaten aus Samen in Plastikschalen
Tomatenpflanzen sind besonders Anfällig für Frostschäden. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Die Bauernregeln

Pankraz und Servaz sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht, zerstören sie wieder. Die Menschen haben die Phänomene Jahrhunderte beobachtet, ohne sie wissenschaftlich erklären zu können. So sind Bauernregeln entstanden, die diese Umstände erklären. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost. Benannt sind diese Tage nach fünf Heiligen, deren Namenstag mal auf die Tage fielen. Die alten Bauernregeln beziehen sich noch auf den Julianischen Kalender. Seit der Gregorianischen Kalenderreform 1582 haben sich die Daten verschoben, die Namen sind aber geblieben. Mumertus war zum Beispiel ein katholischer Bischof um 400, mit der "kalten Sophie" ist Sophia von Rom gemeint. Sie lebte um 300 nach Christus und ist als frühchristliche Märtyrerin bekannt.

Kein Frost mehr nach Sophie?

Die Wahrscheinlichkeit für frostige Nächte nimmt - statistisch betrachtet - im Verlauf des Monats Mai ab. Trotzdem kann es natürlich passieren, dass es auch noch nach dem 15. Mai eine frostige Nacht gibt. Dennoch sind die Eisheiligen für Gärtner eine gute Orientierung, ab wann im Mai gepflanzt werden kann.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag | 11. Mai 2021 | 09:40 Uhr