Arbeitsgemeinschaft Energiepreise: Mehrere Stadtwerke fordern Hilfe von Bundesregierung

Eine Arbeitsgemeinschaft mehrerer Stadtwerke hat in einem offenen Brief Unterstützung vom Bund gefordert. Haushalte und Unternehmen würden an Grenzen stoßen, weil die Energiepreise rasant steigen. Entlastungspakete würden nicht dort greifen, wo sie benötigt würden.

Ein Monteur wechselt aus der Hebebühne die Glühbirne an einer Straßenlaterne.
In einem offenen Brief schreiben die Stadtwerke, Entlastungspakete vom Bund würden nicht dort greifen, wo sie besonders nötig sind. (Symbolbild) Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Mehrere Stadtwerke in Sachsen-Anhalt haben die Bundesregierung zu mehr Unterstützung bei der Sicherstellung der Energieversorgung aufgefordert. In einem Offenen Brief an Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) heißt es, durch die rasant steigenden Energiepreise gerieten viele Haushalte und Unternehmen finanziell an die Grenze der Zumutbarkeit.

Im Brief heißt es: "Die Entlastungspakete der Bundesregierung greifen bei uns nicht überall dort, wo sie besonders nötig sind. Unsere Bürgerinnen und Bürger vermissen vor allem klare Perspektiven für den Ausweg aus der Krise. Unverständnis und Unmut werden lauter. Wir sorgen uns deshalb um den sozialen Frieden in unseren Kommunen."

Es brauche jetzt vor allem Tempo, beständige politische Unterstützung und einen gesicherten Finanzierungsrahmen, um die Energiekrise in den Kommunen zu überwinden. Der offene Brief stammt von der Arbeitsgemeinschaft Vorharz. Zu ihr gehören die Stadtwerke Aschersleben, Bitterfeld-Wolfen, Bernburg, Lutherstadt Eisleben, Sangerhausen, Hettstedt, Staßfurt, Wernigerode und Quedlinburg.

Verdi: Demonstrationen werden notwendig

Auch die Gewerkschaft Verdi sieht wegen der Energiekrise landesweite Proteste auf Deutschland zukommen. Demonstrationen würden notwendig, wenn die Bundesregierung die Bürgerinnen und Bürger nicht ausreichend entlaste, sagte Verdi-Chef Frank Werneke in der "Augsburger Allgemeinen". Er forderte zusätzlich zum Energiegeld eine Direktzahlung von 500 Euro sowie einen Preisdeckel für Gas und Strom.

Auch die deutsche Wirtschaft schlägt Alarm. Laut einer Erhebung des Industrie- und Handelskammertages sehen sich bereits 16 Prozent der Firmen in Deutschland gezwungen, aufgrund der hohen Energiepreise ihren Betrieb herunterzufahren oder einzuschränken. DIHK-Präsident Adrian sagte, eine solche Energiekrise habe es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht gegeben. Die Maßnahmen der Bundesregierung seien an vielen Stellen zu langsam und zu zögerlich.

MDR (Marcel Knop-Schieback, Julia Heundorf)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 02. September 2022 | 09:30 Uhr

3 Kommentare

ost-Handwerker vor 3 Wochen

Die Konzerne können auch nur Steuergeld verlangen , bei den Gewinnen bekommt der Steuerzahler auch nichts . Was heute alles subventioniert wird passt auf keine Kuhhaut.

wer auch immer vor 3 Wochen

Hier in WR wurden auch neue Blockheizkraftwerke installiert.
Mal sehen wann die Kacke am Dampfen ist.
Strom und Wärme lässt sich damit nicht erzeugen.
Die Preisgarantie, vor wenigen Monaten noch bis Ende 2023 verkündet, war wohl eine Luftnummer.

OOOO vor 3 Wochen

Immer nur Rettungsschirme für Firmen und Konzerne, wer rettet eigentlich die Bürger vor politischen Wahsinn?

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