Ersatzkassenbericht Mehr Menschen zu Hause beim Sterben begleitet

Immer mehr Menschen werden beim Sterben zu Hause begleitet statt im Krankenhaus oder im Hospiz. Das zeigen Zahlen der Ersatzkassen, die im Vergleich zum Jahr 2019 im Jahr 2021 deutlich mehr Geld in häusliche Sterbebegleitung gesteckt haben. Zudem ist die Zahl der Ehrenamtlichen gestiegen.

Symbolbild - Ein Patient liegt auf einer Intensivstation im Krankenhaus.
Die Zahl der ehrenamtlichen Sterbebegleiter und die finanzielle Unterstützung durch Ersatzkassen steigen. Bildrechte: imago/photo2000

In Sachsen-Anhalt sind im vergangenen Jahr mehr Menschen zu Hause beim Sterben begleitet worden als im Jahr davor. Die Zahl der häuslichen Hospizbegleitungen stieg nach Daten des Verbands der Ersatzkassen (VDEK) von 737 im Jahr 2020 auf 808 im Jahr 2021.

Zudem ist die Zahl der ehrenamtlichen Sterbebegleiterinnen und -begleiter nach Angaben des VDEK gestiegen. Der Verband teilte mit, dass im vergangenen Jahr 820 Ehrenamtliche todkranke Menschen und ihre Familien begleitet hatten. Im Jahr 2020 waren es 768 Sterbebegleiterinnen und -begleiter.

Mehr Geld für Hospizdienst von Ersatzkassen

Zugleich sei die häusliche Sterbebegleitung 2021 finanziell besser unterstützt worden, hieß es vom Verband. Die finanzielle Unterstützung der Ersatzkassen für ambulante Hospizdienste stieg von 94.000 Euro im Jahr 2019 auf 546.000 Euro im Jahr 2021.

Der Leiter des Ersatzkassenverbands in Sachsen-Anhalt, Klaus Holst, teilte mit, die Kassen "engagieren sich, um sterbenden Menschen eine würdevolle Betreuung zu ermöglichen und ihre Angehörigen nicht alleine zu lassen." Das ehrenamtliche Engagement sei in dieser wichtigen und qualitativ äußerst anspruchsvollen Arbeit besonders zu schätzen, so Holst.

Der Hospiz- und Palliativverband Sachsen-Anhalt hatte MDR SACHSEN-ANHALT im Oktober 2021 mitgeteilt, dass die stationären Hospize im Land während der Corona-Krise deutlich weniger beansprucht worden seien. Viele hätten ihre schwerstkranken Angehörigen länger zu Hause behalten, hatte die stellvertretende Vorsitzende des Verbandes gesagt. Dies sei ein deutschlandweiter Trend gewesen. Zudem sei die Aufenthaltsdauer in Hospizen kürzer gewesen. Viele hätten erst kurz vor dem Tod ein Hospiz aufgesucht.

dpa, MDR (Julia Heundorf)

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