Lehrermangel Bildungsministerin: Mehr Geld für Grundschullehrer

Die Bildungsministerin von Sachsen-Anhalt will Grundschullehrerinnen und -lehrer besser bezahlen. Damit soll eine Abwanderung von Lehrkräften verhindert werden.

Grundschullehrerin unterrichtet eine Klasse
Grundschullehrerinnen und -lehrer in Sachsen-Anhalt sollen mehr Geld verdienen, ist ein Vorschlag von Bildungsministerin Feußner. (Symbolbild) Bildrechte: imago images / Sven Simon

Sachsen-Anhalts Bildungsministerin Eva Feußner (CDU) will Grundschullehrerinnen und -lehrer offenbar besser bezahlen. Man müsse sowohl ausgebildeten Lehrkräften als auch Seiteneinsteigern konkurrenzfähige Angebote unterbreiten, sagte Feußner der Mitteldeutschen Zeitung (MZ). Ansonsten würden die Einstellungszahlen an den Grundschulen zurückgehen und Beschäftigte aus Sachsen-Anhalt abwandern.

Feußner sagte, Grundschullehrer sollten so viel verdienen wie beispielsweise Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien. Die Besoldungsstufe für Grundschullehrer soll daher von Besoldungsstufe A12 auf A13 angehoben werden. Der Gehaltssprung wäre deutlich: von einem Bruttogehalt von etwa 3.600 Euro bis 4.900 Euro monatlich auf 4.200 bis 5.500 Euro – also etwa 600 Euro mehr im Monat.

Koalition diskutiert Anhebung der Bezahlung

Dunkelhaarige Frau mit Brille vor einem bunten Gemälde
Bildungsministerin Feußner: Sachsen-Anhalt muss für Lehrkräfte ein attraktiver Arbeitgeber bleiben. Bildrechte: MDR/Uli Wittstock

Alle benachbarten Bundesländer hätten die Anhebung der Bezahlung bereits angekündigt, so Bildungsministerin Feußner. Sachsen-Anhalt müsse ein attraktiver Arbeitgeber bleiben.

In der Koalition aus CDU, SPD und FDP wird laut MZ-Bericht über den Vorstoß diskutiert. Nach Schätzungen in der Koalition würde die Hochstufung der Grundschullehrkräfte das Land zusätzlich 35 Millionen Euro kosten. SPD und FDP zeigten sich laut MZ offen für die Erhöhung. CDU-Politiker Guido Heuer ist allerdings dagegen: "Aus finanzieller Sicht können wir uns das de facto gar nicht leisten", sagte er der MZ.

Problem: Lehrermangel

In Sachsen-Anhalt macht ein Mangel an Lehrkräften bereits seit Jahren Probleme. Bildungsministerin Feußner will 2022 insgesamt mehr als 1.000 neue Lehrkräfte einstellen. Um dem Lehrermangel zu begegnen, werden verschiedene Lösungen diskutiert, etwa eine 4-Tage-Schulwoche und mehr Lehramt-Studienplätze in Halle und auch Magdeburg. Zuletzt hatte die Linke im Landtag von Sachsen-Anhalt gefordert, die Sekundarschulen abzuschaffen und in Gemeinschaftsschulen umzuwandeln.

dpa, MDR (Maria Hendrischke)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 30. Juli 2022 | 09:00 Uhr

16 Kommentare

ElBuffo vor 1 Wochen

Wieviele von diesen Nichtstudierten befinden sich denn noch im aktiven Dienst? Das dürfte wohl kaum die Zielgruppe solcher Überlegungen sein. Da wird man eher Leute im Blick haben, bei deren Geburt es schon keine Institute für Lehrerbildung mehr gab.

Peter Riesler vor 1 Wochen

Nun möchte ich Ihre Frage gern beantworten. Entweder man wollte Lehrer werden, um es als Berufung anzusehen oder eben des schnöden Mammons wegen. Wir sollten gerade auf die ältere Lehrerschaft blickend festhalten, dass man zu DDR-Zeiten nicht mal studiert haben musste, um Kinder bis zur 4. Klasse unterrichten zu dürfen (die Lehrerschaft unterrichtet nämlich heute Grundschüler). Und nun die Besoldungsgruppe eines Polizeirates oder Finanzrates? Finde den Fehler ...

Mischka vor 1 Wochen

Ich habe sehr viel Mitleid mit unseren Lehrern. Eine A12 als Eingangsamt ist doch ein Hungerlohn, zumindest in den östlichen Ländern. Ich war auch ein aktiver Beamter, studiert aber kein Lehrer. Ich bin in diesem Jahr mit einer A10 in die Pension gegangen und da gibt es noch schlechter bezahlte Beamtengruppen. Ich sehe zuerst die Pflicht unsere Leute in der Justiz, Feuerwehr oder Polizei angemessen zu besolden, anstatt über eine Anhebung bei den Lehrern in staatlichen Schulen nachzudenken. Warum setzt man überhaupt Lehrer in den Beamtenstatus? Ist doch eine Sache aus der deutschen Urgeschichte. Beamte sollte es nur mit Vollzugsstatus bzw. im Katastrophenschutz (zB. Berufsfeuerwehr) geben.

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