Urlaub zuhause Geheimtipps in Sachsen-Anhalt, die Sie nicht verpassen sollten

Eine Woche lang war Reporter Sören Thümler in Sachsen-Anhalt unterwegs. Dabei hat er einige Geheimtipps für die Ferien entdeckt und Menschen kennengelernt, die dafür sorgen, dass andere einen schönen Urlaub haben.

Die Collage zeigt einen Campingplatz, einen See und ein Häuschen.
Viele wissen es schon, manche müssen noch überzeugt werden – In Sachsen-Anhalt kann man an vielen schönen Orten gut Urlaub machen. Bildrechte: MDR/ Sören Thümler

Die Ferien- und Urlaubszeit im Sommer ist für viele Menschen die schönste des Jahres. Doch auch diesmal wird sie von der Corona-Pandemie beeinflusst. Wie schon 2020. Damals kamen 2,7 Millionen Gäste weniger nach Sachsen-Anhalt. Deshalb kämpfen die Mitarbeitenden von Tourismus- und Freizeitunternehmen in Sachsen-Anhalt um jeden Gast, der Lust auf "Urlaub zuhause" hat.

Wie schon im Vorjahr war MDR-SACHSEN-ANHALT-Reporter Sören Thümler eine Woche lang in den fünf Tourismusregionen des Landes unterwegs. Hier erzählte er von den Möglichkeiten, die der Urlaub in Sachsen-Anhalt bietet, von den kleinen Geheimtipps und von den Menschen und ihren Geschichten, die arbeiten, damit andere Urlaub machen können. "Urlaub zuhause ist auch in diesem Jahr eine echte Alternative", findet er. "Die vielen tollen Gastgeberinnen und Gastgeber haben sich, gerade nach den vergangenen harten Monaten, einen Besuch wirklich verdient."

Halle, Saale-Unstrut

Los ging die "Urlaub-Zuhause Tour 2021" im Süden von Sachsen-Anhalt mit der Region Halle-Saale-Unstrut.

Auf dem Campingplatz an der Rudelsburg in Bad Kösen waren Campingfreunde aus Dänemark, Schweden und aus ganz vielen Bundesländern unterwegs. Der Platz liegt direkt an der Saale rund 1,5 km vom Ortszentrum Bad Kösen entfernt. Betrieben wird er von Jana und Christian Schreiber. Viele Jahre verbrachten beide in Baden-Württemberg, bis die Sehnsucht nach einem eigenen Objekt sie wieder zurück nach Sachsen-Anhalt geführt hat. Hier in Bad Kösen bieten sie den Gästen nun 120 Stellplätze, fünf Wanderhütten und zwei Mobilwohnheime. Natürlich gibt es auch Angebote für Radtouren oder die beliebten Paddeltouren auf der Saale.

Das Terrassenschwimmbad in Nebra bietet nicht nur Abkühlung und Badespaß. Hier haben jetzt auch wieder die Schulen der Region mit dem Schwimmunterricht begonnen. Selbst zwei Besucherinnen aus Stavanger in Norwegen haben sich hier sehr wohl gefühlt. Ein Blick in die Geschichte: In den sechziger Jahren war es die Sowjetarmee, die mit schwerem Gerät und Sprengstoff dafür sorgte, dass das Terrassenbad oberhalb von Nebra in den Fels gebaut werden konnte.

Harz

Der Harz war und ist die beliebteste Tourismusregion des Landes. Der Brocken, Thale mit dem Bodetal oder die Welterbestadt Quedlinburg sind echte Tourismusmagneten für Sachsen-Anhalt.

Unweit des Höhlenortes Quedlinburg liegt in Neuwerk die Bodetaler-Basecamp Lodge. Inhaber Heiko Uelze hat diesen wundervollen Ort eher durch Zufall bei einer Wandertour entdeckt. Das ehemalige Ferienobjekt des Fernsehens der DDR war zu dem Zeitpunkt in keinem guten Zustand. Trotzdem wagte Uelze 2016 den Sprung in das "kalte Wasser", hing seinen Job in einem Planungsbüro an den Nagel und entwickelte hier eine Herberge, die nun Ausgangspunkt für Wanderungen, Radtouren oder einfach nur ein Ort zum Entspannen ist.

Im Kloster Michaelstein bei Blankenburg wartet eine wundervolle Sammlung von Musikinstrumenten auf die Besucherinnen und Besucher. Unglaublich beeindruckend:

Die Musikmaschine des Salomon de Caus aus dem 17. Jahrhundert. Er baute zum Vergnügen des Publikums dieses von drei Wasserrädern betriebene Instrument mit einer walzengesteuerten Orgel. Die Musikakademie des Landes bietet hier unterschiedliche Konzerte.

Entspannung pur verspricht der kleine Osterteich in Gernrode. Abseits der Menschenmassen kann man hier einen familienfreundlichen Tag verbringen. Und wenn dann auch noch die Selketalbahn direkt am Teich vorbeifährt, ist die Harz-Romantik so ziemlich perfekt.

Welterberegion Anhalt-Dessau-Wittenberg

In der Welterberegion Anhalt-Dessau-Wittenberg kann man auf den Spuren der Bergbauindustrie wandeln. Die Zeugen des Kohleabbaus in der Region sind überall zu sehen. Industriegeschichte zum Anfassen gibt es in Ferropolis. Ehemalige Kohlegruben sind nun als Seen für den Tourismus erschlossen.

So auch der 36 Hektar große See bei Gröbern. Hier wurden 1987 die Überreste eines europäischen Waldelefanten gefunden. Der ist nun auch Maskottchen des See- und Waldresorts. Hier ist der Urlaub der gehobenen Kategorie in 35 Ferienhäusern und 18 Hotelzimmer möglich.

Die Dübener Heide bietet ganz in der Nähe viel Raum und Wege für ausgedehnte Spaziergänge, Wanderungen oder Radtouren.

Ganz im Osten unseres Landes gibt es dann noch eine kulinarische Spezialität, die es so in ganz Deutschland kein zweites Mal gibt. Bei Gerald Lexius in der "Manufactur am Wald" in Annaburg kommt das Erdschwein auf den Teller. In der Erdräucherei bekommen das Schwein, aber auch Forellen eine ganz spezielle Note. Gruppen aus ganz Deutschland haben diese Spezialität auf ihrem Reise- und Speiseplan.

Elbe, Börde, Heide

In der Region Elbe, Börde, Heide ist der Radtourismus die Nummer 1. Das liegt natürlich vor allem am beliebten Elberadweg. Da auch hier der E-Bike-Trend für immer mehr Verkehr und auch Geschwindigkeit sorgt, muss auch die Infrastruktur am Elberadweg mitwachsen.

Im Tourismuszentrum Löderburger See ist man froh, dass endlich wieder die Gruppenreisen begonnen haben. Abschlussklassen und Sportvereine können hier aktive Tage verbringen. Das Piratendorf mit seinen stilvollen Holzhütten bietet dafür passende Unterkünfte. 

Und die Magdeburger Börde ist ja für ihre Landwirtschaft bekannt.  In der Bio-Gärtnerei in Erxleben werden schon seit 1999 mehr als 25 Gemüse- und Obstsorten angebaut. Und das nachhaltig und ökologisch. Freitag ist immer Hof-Abverkauf. Saisonal und regional – auf diese Dinge achten immer mehr Menschen beim Lebensmittelkauf.

Altmark

Die Altmark war und bleibt ein Ort der Entschleunigung. Im Norden unseres Landes kann man gut den Menschenmassen der manchmal dann doch überlaufenen Tourismushighlights aus dem Weg gehen. Für viele ist das genau der Grund, hierher zu kommen.

Im Integrationsdorf IDA in Arendsee soll sich in Zukunft noch mehr tun für Menschen mit Handicap. Schon jetzt ist das Gelände mit seinen Ferienwohnungen und Zimmern komplett barrierefrei. Demnächst soll es dann auch einen barrierefreien Zugang zum See geben. Auch Familien sind willkommen. Integration ist hier das ganz große Thema.

Ein zauberhafter Ort liegt im äußersten Nordosten des Landes. Im Flusscafe "Anne-Elbe" in Wahrenberg legen nicht nur Radler auf dem Elberadweg, sondern Neugierige aus der ganzen Region eine kleine Pause ein. Der Charme, die tollen Gerichte und der leckere Kuchen sind inzwischen viel mehr als ein Geheimtipp.

Über den Autor Sören Thümler arbeitet seit 2010 im Studio Magdeburg und der Sportredaktion von MDR SACHSEN-ANHALT. Sein Ursprungsziel, einmal Lehrer für Deutsch und Sport zu werden, hat er dem Radio zu Liebe aufgegeben. Seine Interessensschwerpunkte sind die Magdeburger Lokalpolitikpolitik und das Sportgeschehen rund um unsere Vereine in Sachsen Anhalt.

Nebenbei engagiert er sich als Projektleiter des Audio-Angebotes für Blinde und Sehschwache beim 1.FC Magdeburg und ist Vorstandsmitglied der Stiftung Behindertensport des Landes Sachsen-Anhalt. In seiner Freizeit zieht es ihn immer wieder in den Norden Großbritanniens, wo er auch eine Zeit lang zuhause war.

MDR/Sören Thümler, Oliver Leiste

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 12. Juli 2021 | 11:40 Uhr

Mehr aus Sachsen-Anhalt

von links: Dr. Wolfgang Scheremet, Leiter des Zentralbereichs im Umweltbundesamt; Dr. Karen Ranft, Kanzlerin der Hochschule Merseburg; Prof. Dr. Markus Krabbes, Rektor der Hochschule Merseburg
Mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen Umweltbundesamt und Hochschule Merseburg ist ein weiterer Schritt hin zum Nationalen Zentrum für Umwelt- und Naturschutzinformationen gemacht. (Von links: Dr. Wolfgang Scheremet, Leiter des Zentralbereichs im Umweltbundesamt; Dr. Karen Ranft, Kanzlerin der Hochschule Merseburg; Prof. Dr. Markus Krabbes, Rektor der Hochschule Merseburg) Bildrechte: Umweltbundesamt