Chronologie Rückblick: Ein Jahr Corona-Pandemie in Sachsen

In Sachsen ist am 2. März 2020 der erste Corona-Fall bekanntgegeben worden. Ein Jahr später nähert sich der Freistaat der Schwelle von gemeldeten 200.000 Infektionen. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 liegt bei fast 7.800. Ein Ende der Pandemie ist nicht in Sicht. Ein Blick zurück.

Auf einer Mundschutzmaske liegt das Wappen von Sachsen.
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2. März 2020 | Erster Corona-Fall in Sachsen

In Sachsen gibt es den ersten bestätigten Corona-Fall. Es handelt es sich um einen Rentner, der gemeinsam mit einer Reisegruppe von 35 Frauen und Männern aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge aus Italien zurückkehrte.

Mitte März 2020 | Erster Lockdown

Am 15. März verbietet Sachsen Großveranstaltungen ab 1.000 Personen, um die Coronavirus-Verbreitung aufzuhalten. Auch größere Menschenansammlungen werden untersagt.

Alle Schulen und Kindergärten in Sachsen bleiben ab 18. März geschlossen. Fast alle öffentlichen Einrichtungen müssen zudem schließen, darunter Bibliotheken, Museen, Kirchen, Theater, Schwimmbäder und Sporthallen. Veranstaltungen werden untersagt. Auch Ausgangsbeschränkungen werden verhängt.

In Sachsen stirbt der erste Mensch in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Es handelt sich um einen Patienten aus dem Landkreis Bautzen. Und der Freistaat will erste Patienten aus der von der Pandemie besonders schwer getroffenen Region Bergamo in Italien aufnehmen.

April 2020 | Maskenpflicht, Milliardenprogramm für Mittelstand und erste Lockerungen

Die Wochenmärkte in Sachsen dürfen wieder öffnen, Sachsen hatte die Märkte im Zuge der Corona-Krise ab 24. März untersagt. Das Verbot wurde nach einer Woche wieder aufgehoben.

Sachsen verlängert die Ausgangsbeschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise bis 20. April und führt Bußgelder für Verstöße gegen die Verordnung ein. Auch eine Mundschutzpflicht beim Einkaufen und bei Fahrten mit Bus und Bahn wird beschlossen.

Die sächsische Landesregierung beschließt ein Milliardenprogramm für den Mittelstand. Rund sechs Milliarden Euro an Krediten sollen aufgenommen werden, um erwartbare Steuerausfälle abzufedern.

Nach einer vierwöchigen Zwangspause in der Corona-Krise kehren die ersten Schüler in Sachsen am 22. April an ihre Schulen zurück. Los geht es zunächst mit den Prüfungsvorbereitungen für die Abiturienten.

Mai 2020 | Öffnungen im Handel und im Gastgewerbe

Anfang Mai dürfen Möbelhäuser und Einkaufszentren unter Auflagen wieder öffnen, größere Läden müssen ihre Flächen auf 800 Quadratmeter verkleinern. Auch Zoos sind wieder geöffnet.

In zahlreichen Städten und Gemeinden Sachsens beteiligen sich Hunderte Menschen an sogenannten "Corona-Spaziergängen". Diese richten sich gegen die Beschränkungen wegen der Pandemie. Die Teilnehmer fordern den Erhalt von Grundrechten.

Mitte Mai dürfen in Sachsen die Gaststätten und Hotels wieder öffnen, aber mit strengen Auflagen. Kita-Kinder und Grundschüler in Sachsen werden ab 18. Mai wieder in ihren Einrichtungen betreut und unterrichtet. Allen Schülern der anderen Schularten wird ein zeitweiser Präsenzunterricht ermöglicht.

Juni 2020 | Infektionzahlen sinken - der Sommer kann kommen

Nach Wochen mit Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie nutzten Pfingsten viele Menschen die Möglichkeit, wegzufahren oder nahegelegene Erholungsziele zu besuchen. Doch an manchen Orten wurde es schon wieder zu voll.

Auch Bäder, Thermen und Saunen können ab Anfang Juni wieder besucht werden. Ab Ende Juni sind größere Familienfeiern erlaubt und Musikclubs dürfen unter strengen Auflagen wieder öffnen, ab dem 27. Juni gibt es weitere Corona-Lockerungen.

Juli 2020 | Sachsen lässt wieder mehr Freiheiten zu

Weil die Ansteckungen mit dem Coronavirus in Sachsen zuletzt immer weiter sinken, werden mehrere temporäre Test-Anlaufstellen im Land geschlossen.

Sachsens Regierung diskutiert über weitere Corona-Lockerungen, die am 18. Juli in Kraft treten sollen.

August 2020 | Erste Anzeichen für ein zweite Welle - Schulen wieder geöffnet

In Sachsen und anderen Teilen Deutschlands zeichnet sich die zweite Corona-Welle ab. Die Zahl nachgewiesener Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigt wieder.

Anfang August gehen die Corona-Teststationen an Sachsens Flughäfen offiziell in Betrieb. Dort können sich heimgekehrte Urlauber testen lassen.

Nach den Sommerferien gilt in Sachsens Schulen wieder der Regelbetrieb.

September 2020 | Bußgelder für Maskenverweigerer und weiter steigende Infektionszahlen

Für Maskenverweigerer in Bussen und Straßenbahn wird in Sachsen ab 1. September ein Bußgeld von 60 Euro fällig.

Wie gefährlich das Virus ist, wird auch an seinen Langzeitfolgen deutlich. Der 67-jährige Wolfgang Hempel wird nach über fünf Monaten aus der Reha-Klinik in Kreischa entlassen. Er konnte aufgrund der Corona-Infektion nicht mehr atmen, nicht mehr essen, nicht mehr sprechen oder Arme und Beine bewegen.

Ende September steigen die Corona-Neuinfektionen in Sachsen wieder stark an, Treiber sind vor allem Pflegeheime und Schulen.

Oktober 2020 | Corona-Risikogebiete und das Beherbergungsverbot

Die Landesregierung erklärt den Erzgebirgskreis als erste Region in Sachsen zum Risikogebiet. Die Verunsicherung ist groß bei den Bürgern, aber auch bei Gaststätten und Hotels.

Weil die Zahl der Neuinfektionen immer weiter steigt, beschließt Sachsens Regierung neue Beschränkungen, hebt aber das umstrittene Beherbergungsverbot für Reisende aus innerdeutschen Corona-Risikogebieten wieder auf.

November 2020 | Teil-Lockdown und Corona-Proteste

Das kulturelle Leben in Sachsen steht wieder still, Freizeiteinrichtungen und Gastronomie sind dicht. Ein Schlag für die Branchen, den einige mit Gleichmut hinnehmen, andere sind mit Existenzängsten konfrontiert.

Für bundesweites Aufsehen sorgt eine Demonstration der "Querdenker"-Bewegung in Leipzig mit rund 20.000 Teilnehmern, die aus dem Ruder läuft. Es kommt zu Übergriffen von Rechtsextremen und Hooligans auf Polizei und Journalisten. Das Sächsische Oberverwaltungsgericht hatte die Demonstration in der Innenstadt unter Auflagen zugelassen. Sachsen verschärft als Reaktion darauf seine Corona-Schutzverordnung und erlaubt stationäre Versammlungen nur noch mit maximal 1.000 Teilnehmern. Dabei müssen die Maskenpflicht und Mindestabstände zueinander eingehalten werden.

Die Krankenhäuser der Oberlausitz haben mit einem rasanten Anstieg an Corona-Fällen zu tun. Die Intensivstationen sind weitgehend ausgelastet und für das Personal ist die Versorgung der Covid-19-Patienten ein Kraftakt.

Die Zahl der Ende November gestorbenen Menschen liegt in Sachsen rund 46 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen vier Jahre. Das geht aus einer Mitteilung des Statistischen Bundesamtes hervor. Demnach sind in Deutschland in der 47. Kalenderwoche mindestens 19.600 Menschen gestorben. Die Sterbefallzahlen liegen damit in diesem Zeitraum deutschlandweit etwa neun Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.

Dezember 2020 | Neuer Lockdown und Impfstart in Sachsen

Ab 1. Dezember werden die Corona-Regeln in Sachsen erneut verschärft, der Inzidenzwert liegt sachsenweit bei über 240. Zu den neuen Maßnahmen gehören ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum und eine Ausgangsbeschränkung, wenn der 7-Tage-Inzidenzwert von 200 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner fünf Tage in Folge überschritten wird. Menschen in den betroffenen Regionen dürfen nur noch aus triftigen Gründen aus dem Haus gehen. Sachsen erlaubt aber zu Weihnachten für Familienbesuche Übernachtungen in Hotels und Pensionen.

In Dresden gilt wie in vielen anderen Städten auch eine Maskenpflicht für bestimmte Teile der Innenstadt. Die Einhaltung der Maskenpflicht wird hier von Polizei und Ordnungsamt kontrolliert.
In Dresden gilt wie in vielen anderen Städten auch eine Maskenpflicht für bestimmte Teile der Innenstadt. Die Einhaltung der Maskenpflicht wird hier von Polizei und Ordnungsamt kontrolliert. Bildrechte: imago images / xcitepress

Sachsen wird zum bundesweiten Corona-Hotspot. Die Wochen-Inzidenz steigt landesweit auf über 300, im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge auf über 500. Die Landesregierung reagiert mit weiteren Verschärfungen und fährt das öffentliche Leben weiter runter. Schulen, Kitas und Geschäfte sind ab Mitte Dezember geschlossen.

Ende Dezember beginnt Sachsen mit den Impfungen gegen das Coronavirus. In einem Seniorenheim in Lichtentanne bei Zwickau wurde als erstes die 85 Jahre alte Heimbewohnerin Hanna Hertzsch geimpft. Gezögert habe sie nicht, sagte sie. "Das ist doch selbstverständlich."

Januar 2021 | Impfchaos in Sachsen und Präsenzunterricht an Abschlussklassen

Sachsen verlängert ab 11. Januar die Lockdown-Regelungen und verschärft die Kontaktbeschränkungen. Es dürfen sich Menschen eines Hausstandes nur mit einer weiteren Person treffen.

In Sachsen nehmen die Impfzentren offiziell ihren Betrieb auf. Auch das Buchungsportal für die individuelle Terminvergabe wird freigeschaltet. Allerdings ist der Server aufgrund der hohen Nachfrage schnell überlastet, eine Impf-Anmeldung für viele dadurch nicht möglich.

Die neue britische Mutation B.1.1.7 des Coronavirus ist erstmals in Sachsen nachgewiesen worden. Die Person aus Dresden war aus Großbritannien zurückgekehrt.

In Sachsen beginnt am 18.1. für die Abschlussklassen wieder der Präsenzunterricht. Wegen der weiter hohen Coronavirus-Infektionszahlen im Land soll es für die betroffenen Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrkräfte jedoch nicht im Klassenzimmer losgehen, sondern mit einem freiwilligen Schnelltest in rund 100 Testschulen. Das sorgt für Unmut bei Gewerkschaft und Elternvertretern.

Ab 28. Januar müssen Arbeitgeber ihren Beschäftigten Homeoffice anbieten, wenn dem keine besonderen Gründe entgegenstehen. Medizinischer Mund- und Nasenschutz ist im Einzelhandel, im Nahverkehr, in Gesundheitseinrichtungen und Kirchen vorgeschrieben. Eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken besteht für den ambulanten Pflegedienst und in Pflegeheimen.

Februar 2021 | Kitas und Grundschule öffnen - erste Lockerungen im Handel

Anfang Februar beginnen für die Schülerinnen und Schüler in Sachsen die vorgezogenen Winterferien. Wegen der Corona-Pandemie hatte der Freistaat entschieden, die Ferien um eine Woche nach vorn zu verlegen.

Sachsen will stufenweise aus dem Lockdown kommen. Nach den Abschlussklassen öffnen am 15. Februar auch Kitas und Grundschulen. Auch der Abholservice im Handel ist erlaubt.

Bobby-Cars, andere Spielautos und Gefährte für Kinder liegen angeschlossen vor einer Kita
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Mit der neuen Corona-Schutzverordnung haben die Landkreise und kreisfreien Städte ab dem 15. Februar die Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen die 15-Kilometer-Regel aufzuheben. Als erste machen die Landeshauptstadt Dresden sowie die Landkreise Görlitz und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge von dieser Regelung Gebrauch.

Der Vogtlandkreis wird zunehmend Corona-Hotspot. Die Virusmutation aus Großbritannien breitet sich dort aus. Ab 26. Februar können sich deshalb alle Einwohner des Vogtlandkreises und Beschäftigte, die im Vogtland arbeiten, zwei Mal pro Woche kostenlos auf Corona testen lassen. Der Freistaat stellt 50.000 Tests zur Verfügung.

Schulen und Kita im Vogtlandkreis werden wegen steigender Infektionszahlen Ende Februar wieder geschlossen.

März 2021 | Friseure öffnen - Covid-19-Allianz mit Bayern

Friseurbetriebe und Fußpflegesalons dürfen bei strikter Einhaltung von Hygiene-Auflagen ungeachtet der Lockdown-Verlängerung am 1. März auch in Sachsen wieder öffnen. Auch Fahrschulen dürfen wieder ausbilden, wenn die Teilnehmer die Fahrerlaubnis für die Ausübung ihres Berufs benötigen.

Sachsen und Bayern wollen bei der Bewältigung der Corona-Pandemie mehr zusammenarbeiten und haben eine Covid-19-Allianz gegründet. Hintergrund sind besondere Herausforderungen durch die Grenze zu Tschechien.

Am 2. März 2021 - ein Jahr nach Bekanntwerden der ersten Corona-Infektion in Sachsen - meldet das Robert-Koch-Institut für den Freistaat eine die Sieben-Tage-Inzidenz von 81,2. Im nach wie vor am stärksten betroffenen Vogtlandkreis liegt die Inzidenz bei 232,3.

Quelle: MDR/kb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 02.03.2021 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Ritter Runkel vor 6 Wochen

Dass die nächsten Tage entscheidend sind, kommt mir bekannt vor. Und die kommenden Wochen. Und der nächste Monat. Das nächste Jahr? Die nächste Zeit ist auf jeden Fall wichtig! Wie oft wurde und wird das erwähnt? Es ist nur so, dass man es nicht mehr hören kann. Und auch, dass die Verkündigung immer unglaubwürdiger wird. Und die Verkünder damit. Ja, aber wer glaubt schon einem Orakel?

peter1 vor 6 Wochen

Coronajahrestag, tolles Jubiläum! Wird wahrscheinlich noch zum Feiertag!?!
Ein Jahr Pleiten Pech und Pannen!!!

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