Welttourismustag Bilanz für Juli: Fast wieder so viele Urlauber in Sachsen wie vor Corona

Im Juli haben wieder fast so viele Menschen Urlaub in Sachsen gemacht wie im Rekordjahr 2019. Dennoch ist die Tourismus- und Gastronomiebranche aufs gesamte Jahr gesehen noch von coronabedingten Rückgängen geprägt. Im Vorjahr ging die Zahl der Beschäftigten abermals zurück.

Restaurantfreisitz in Bautzen
Der Sommer lief für die Tourismusbranche in den meisten Regionen in Sachsen gut. Wie hier in Bautzen kamen viele Gäste und ließen es sich gut gehen. Bildrechte: IMAGO / Volker Preußer

Der zu Ende gegangene Sommer weckt Hoffnung bei Sachsens Tourismusbranche. Im Juli wurden in den Beherbergungsbetrieben im Freistaat 809.000 Gäste gezählt, wie das sächsische Tourismusministerium mitteilte. "Seit Beginn der Corona-Pandemie gab es in keinem Monat so viele Besucher." Der Juli habe nahezu das Ergebnis vom Juli 2019, im bisherigen touristischen Rekordjahr, erreicht. Die Gäste blieben auch ähnlich lange. Allerdings falle auf, dass die Urlauber Individualität verzögen. In der Hotellerie fiel die Nachfrage laut Ministerium verhaltener aus als bei den übrigen Unterkünften wie Ferienwohnungen oder Campingplätzen. Einen Dämpfer musste allerdings die Sächsische Schweiz verkraften, weil im Hochsommer wochenlange Waldbrände Urlauber fernhielten. Dabei war der größte Teil der Urlaubsregion fast ohne Einschränkungen erreichbar.

Start ins Tourismusjahr war noch verhalten

Bedingt durch behördliche Corona-Vorgaben startete das Tourismusjahr 2022 zunächst "sehr verhalten". Die bisherige Jahresbilanz liegt mit 3,7 Millionen Besuchern und 9,5 Millionen Übernachtungen deshalb noch deutlich unter dem Niveau vor der Pandemie. In den Jahren 2020 und 2021 mussten der Tourismus und die Gastronomie wegen Corona starke Umsatzeinbußen hinnehmen. Im gesamten Vorjahr lag die Zahl der Übernachtungen laut Statistischem Landesamt in Kamenz 41 Prozent unter dem Rekordwert von 2019.

Weniger Jobs in der Tourismusbranche

Die Corona-Pandemie hat auch zu einem Rückgang der Beschäftigten in der Branche geführt. Im Jahresmittel 2021 seien in der Tourismuswirtschaft 90.000 Erwerbstätige gezählt worden und damit 4,1 Prozent weniger als noch 2020, wie das Statistische Landesamt mitteilte. Bereits 2020 sei ein Minus von 3,4 Prozent verzeichnet worden. Der Rückgang ist den Statistikern zufolge vor allem auf die coronabedingten Betriebseinschränkungen für weite Teile der Hotellerie und Gastronomie zu Beginn und gegen Ende 2021 zurückzuführen.

Die Branche beschäftigt traditionell auch viele Saison- und Aushilfskräfte. Aktuell suchen insbesondere Hotels und Restaurants Mitarbeiter, da in der Corona-Pandemie viele Stammkräfte in andere Jobs gewechselt sind.

MDR (lam)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 26. September 2022 | 17:00 Uhr

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