Geheimaktion Thüringer IS-Frau mit Kind aus Syrien ausgeflogen

Eine Maschine der Air-Force landet bei Dunkelheit am Flughafen.
Am Mittwochabend landete am Frankfurter Flughafen eine Maschine der US-Airforce - an Bord vermutlich die Thüringerin mit ihrem Kind. Bildrechte: dpa

Deutschland holt offenbar in einer geheimen Aktion deutsche Frauen von IS-Kämpfern aus Syrien zurück - darunter eine Thüringerin mit Kind. Wie der "Spiegel" berichtet, werden die Frauen und Kinder an Bord einer Maschine der US-Airforce nach Frankfurt am Main gebracht. Dort werden sie Mittwochabend erwartet.

Nach Informationen von MDR THÜRINGEN handelt es sich bei der Thüringerin um eine 25-jährige Frau. Gegen sie soll ein Verfahren der Bundesanwaltschaft in Deutschland laufen. Weitere Einzelheiten sind bisher nicht bekannt. Das Thüringer Amt für Verfassungsschutz wollte sich auf MDR-Anfrage nicht zu dem Fall äußern.

Thüringerin zuletzt in Gefangenenlager untergebracht

Die anderen Frauen stammen laut "Spiegel"-Informationen ursprünglich aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Auch gegen sie laufen Verfahren - unter anderem wegen Terrorverdachts. Die Frauen und Ihre Kinder waren nach der Niederschlagung der Terrormiliz "Islamischer Staat" in kurdischen Gefangenenlagern untergebracht. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen soll besonders der Gesundheitszustand der Kinder schlecht sein. Durch die Zeit in der Gefangenenschaft seien sie schwer traumatisiert.

In den vergangenen zehn Jahren waren immer wieder Frauen mit ihren Männern aus Deutschland nach Syrien oder in den Irak ausgereist, um sich dem "IS" anzuschließen. Auch gab es Frauen, die ihren Männern hinterher gereist sind. Manche ihrer Kinder wurden in syrischem oder irakischem Kampfgebiet geboren.

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MDR (lke/mm)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 05. Oktober 2022 | 19:00 Uhr

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