Krieg in der Ukraine Verwundete aus der Ukraine in Thüringen: Patienten mit schwersten Verletzungen

Kriegsverletzte aus der Ukraine werden auch in Thüringen behandelt. Oft kommen die Menschen mit schweren Verletzungen in die Kliniken. Die Transporte aus dem Kriegsgebiet erweisen sich aber oft als schwierig. Zum Teil wird auf Telemedizin gesetzt. Für Patienten in der Ukraine wird die Lage immer schwieriger.

Eine Person wird mit einer Hubbühne aus einem Flugzeug gehoben.
Nicht immer ist es möglich, schwer Verletzte mit dem Flugzeug auszufliegen. Bildrechte: dpa

Auch in Thüringer Krankenhäusern werden Kriegsverletzte und andere Patienten aus der Ukraine behandelt. Wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) MDR THÜRINGEN sagte, werden derzeit in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Berlin und Brandenburg insgesamt 58 Menschen aus dem Kriegsgebiet behandelt.

Um Überbelegungen in einzelnen Spezialkliniken zu vermeiden, hat das BBK ein sogenanntes Kleeblattprinzip eingerichtet und Deutschland in sechs Regionen aufgeteilt. In Thüringen als Teil des "Kleeblatts Ost" seien gegenwärtig weniger als zehn Patienten untergebracht, sagte der Thüringer "Kleeblatt"-Koordinator und Direktor der Uniklinik Jena, Professor Michael Bauer.

Patienten mit schwersten Verletzungen

Bauer berichtet von schwersten Verletzungen, die die Patienten aufweisen. Viele davon, Soldaten aber auch Zivilisten, die in Deutschland behandelt werden, haben den Angaben nach Wunden von Schrapnell-Geschossen. Dabei handelt es sich um Granaten, die mit Metallkugeln gefüllt sind. Betroffen seien oft Augen und Gliedmaßen, die eine intensivmedizinische Versorgung und plastische Chirurgie erfordern.

Wie Bauer berichtet, gibt es enorme Schwierigkeiten, die Patienten aus dem Kriegsgebiet herauszuholen. Zunächst müssten sie überhaupt transportfähig sein. Derzeit gebe es eine dramatische, schwierige Logistiksituation, da Transporte direkt aus dem Kriegsgebiet in der Luft nicht möglich seien. Bei nicht transportfähigen Patienten würden deshalb manche Operationen von den Ärzten hier vor Ort auch per Telemedizin durchgeführt, beispielsweise in Zusammenarbeit mit einer Klinik in Odessa.

Versorgung in der Ukraine immer schwieriger

Neben den Kriegsverletzten wird durch die vielen mittlerweile zerstörten Krankenhäuser in der Ukraine auch die Situation von Patienten mit schweren chronischen Erkrankungen immer schwieriger, etwa von Krebspatienten. Laut BBK werden auch sie seit Anfang des Krieges über den Katastrophenschutzmechanismus der Europäischen Union (UCPM) europaweit verteilt und in Krankenhäusern behandelt.

Ukrainische Krankenhäuser oder Behandlungseinrichtungen können über ihre (Gesundheits-)Behörden melden, wenn Sie überlastet sind und Unterstützung benötigen. Die Ukraine, so Professor Bauer, ist derzeit eine einzige riesige Wunde, die auch Mediziner hier in Deutschland vor völlig neue Herausforderungen stellt.

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MDR (cfr)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 07. Juli 2022 | 19:00 Uhr

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