Migration Thüringen übernimmt Kosten für private Aufnahme von Ukraine-Flüchtlingen

Thüringer, die Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen haben, können mit ihrem Landkreis oder kreisfreien Stadt eine pauschale Kostenübernahme vereinbaren. Auch wenn damit nur ein Teil der Kosten abgedeckt werden kann.

Zwei Ukrainerinnen und ein Mädchen in einem Hotelzimmer
Zwei Ukrainerinnen und ein kleines Mädchen in einem Hotelzimmer (Archiv). Bildrechte: dpa

Das Land übernimmt Kosten für die private Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine. Das teilte das Thüringer Migrationsministerium am Montag mit. Private Gastgeber könnten ab sofort mit ihrem Landkreis oder ihrer kreisfreien Stadt die pauschale Kostenübernahme vereinbaren.

Laut Ministerium gibt es - rückwirkend ab 24. Februar - für jede erste aufgenommene Person 150 Euro monatlich, für jede weitere 75 Euro. Minister Dirk Adams (Grüne) sagte, das Geld könne nur einen Teil der erhöhten Kosten abdecken. Deshalb danke er allen, die bei der Aufnahme geholfen haben.

Flüchtlinge: Übernahme der Kosten jetzt geregelt

Grundlage ist die geänderte Flüchtlingskostenerstattungsverordnung. Sie ist am 24. Juni in Kraft getreten. Für die Landkreise und kreisfreien Städte wurde die seit März zugesagte sogenannte Spitzkostenabrechnung nun endgültig festgeschrieben. Damit werden laut Ministerium "alle notwendigen und angemessenen Kosten, die über die ohnehin geltenden Pauschalzahlung pro geflüchteter Person hinausgehen, vom Land erstattet". Die Kommunen hatten immer wieder auf eine Regelung gedrängt.

Eine Sprecherin des Ministeriums sagte MDR THÜRINGEN, einige Landkreise seien bereits in Vorkasse gegangen und hätten den Gastgebern die Summen ausgezahlt. Es sei ja klar gewesen, dass das Land die Verordnung entsprechend ändere, nur der Zeitpunkt sei nicht klar gewesen.

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 27. Juni 2022 | 12:00 Uhr

13 Kommentare

globetobi vor 7 Wochen

Richtig. Bei Kitaplatz und Wohnung kann es gar nicht schneller gehen als bei anderen Bürgern oder Flüchtlingen auch. Hier muss eine tatsächliche Leistung erbracht werden und das braucht Zeit, Kraft und Geld. (Möbel kaufen, Wohnung einrichten, Erzieher einstellen, Sprache vermitteln)

Zu verbessern sind die Verwaltungsabläufe um möglichst schnell vom hilflosen Flüchtling zum berufstätigen Steuerzahler zu kommen. Dieser Weg ist ansich durch Sprache lernen und Job finden herausfordernd. Da würde es helfen, wenn nicht 10 Mal immer wieder die gleichen Daten für unterschiedliche Ziele erhoben werden: Erstregistrierung, Asylbewerberleistung, Wohnungsantrag, Papierkrankenschein für jeden Artzbesuch, Schulantrag,Kitaantrag, PIK-Fingerabdrücke, Fingerabdrücke für die Ausländerbehörde, Meldebescheinigung bei der Kommune, SGB II (Hartz-Antrag), Unterhaltsfragebogen, Schülerbeförderung, Vermögensauskunft, Wohnungsbeihilfe, Krankenversicherungsantrag,Familienversicherungsantrag, Kindergeldantrag,

martin vor 7 Wochen

@hilflos: Ich gebe Ihnen insoweit recht, dass es klug ist sich über die eigene Leistungsfähigkeit vorher ein paar Gedanken zu machen. Darüber hinaus soll es durchaus hilfreich sein, wenn man sich vor Betreten von Neuland mit Menschen unterhält, die schon entsprechende Erfahrungen gemacht haben. Gemeinsam gehen viele Dinge einfacher, als wenn man sich allein darauf stürzt.

Und ja, Mitmenschlichkeit gibt es meist nicht zum Nulltarif und die muss man sich (nicht nur finanziell) leisten wollen.

martin vor 7 Wochen

@0000: Oh, ich war für Sie nicht deutlich genug? Entschuldigung. Ich habe den werten Mitlesenden mitgeteilt, dass ich Ihre Meinung "Vater Staat lehnt sich zurück" für absurd falsch halte - aber dass auch solche Meinungsäußerungen in unserer Demokratie zulässig sind.

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