Chronologie Der Tag von Erfurt

18. März 1970

18:47 Uhr - DDR-Ministerpräsident Willi Stoph trifft zusammen mit der DDR-Delegation im Regierungszug in Erfurt ein. Anschließend fahren die Funktionäre zum Gästehaus der SED-Bezirksleitung.

19:00 Uhr - Im Weimarer Interhotel "Elephant" lädt die DDR-Regierung in- und ausländische Journalisten zu einem Presseempfang.

20:00 Uhr - Bundeskanzler Willy Brandt verlässt mit seinem Sonderzug Bonn. Die Fahrt geht zunächst über Köln und Wuppertal nach Hagen in Westfalen. Von dort geht es dann weiter über Kassel zu dem kleinen Bahnhof Beiseförth im Kreis Melsungen. Brandt verbringt die Nacht im Schlafwagen des Zuges.

19. März 1970

07:20 Uhr - Der Sonderzug mit dem Bundeskanzler verlässt Bebra. Wenige Minuten später überquert er die innerdeutsche Grenze. Dann hält der Zug in Gerstungen, wo der Kanzler von einem Staatssekretär offiziell in der DDR begrüßt wird.

08:00 Uhr - Im Umkreis des Erfurter Interhotels "Erfurter Hof" sind die Straßen gesperrt. Mehrere Hundert Menschen drängen sich bereits in der Bahnhofstraße.

09:12 Uhr - Mit einer leeren Straßenbahn sollen die drängenden Menschen in der Bahnhofstraße vom Bahnhofsvorplatz zurückgehalten werden. Vergeblich. Der Druck steigt. Die Straßenbahn wird zurückgezogen. Erste Absperrungen brechen. Die Menschenmassen stürmen einen Teil des Bahnhofsvorplatzes.

09:26 Uhr - Der Sonderzug mit Willy Brandt trifft am Hauptbahnhof ein. Der Bundeskanzler wird auf dem Bahnsteig von DDR-Ministerpräsident Willi Stoph begrüßt.

09:32 Uhr - Brandt und Stoph verlassen den Bahnhof, um zum gegenüberliegenden Tagungshotel zu gehen. In diesem Moment durchbrechen mehrere Hundert Menschen die letzten Absperrungen und stürmen zum Hoteleingang. Brandt und Stoph verschwinden im Hotel.

09:45 Uhr - Nach spontanen Sprechchören "Willy Brandt ans Fenster!" zeigt sich der Bundeskanzler für einen Moment an einem Erkerfenster des Hotels.

10:30 Uhr - Im Tagungshotel beginnen die deutsch-deutschen Spitzengespräche. Zunächst liest Stoph eine lange Rede vor. Anschließend antwortet Brandt mit einer vorbereiteten Rede.

10:30 Uhr - Polizei und Staatssicherheit gelingt es nach und nach, den Bahnhofsvorplatz zu räumen.

12:30 Uhr - Gemeinsames Mittagessen der der beiden Delegationen. Als Hauptgang wird Dummersdorfer Mastkalbkotelett Debröi mit Spargel, feinen Erbsen, Blumenkohl und gespritzten Kartoffeln gereicht.

12:30 Uhr - SED-Genossen werden auf den Bahnhofsvorplatz gebracht, um mit vorgegebenen Sprechchören die Anerkennung der DDR zu fordern und Willi Stoph hochleben zu lassen.

15:00 Uhr - Nach der Mittagspause gegen die deutsch-deutschen Gespräche weiter.

16:15 Uhr - Brandt und DDR-Außenminister Otto Winzer verlassen den "Erfurter Hof", um gemeinsam in die KZ-Gedenkstätte Buchenwald zu fahren.

17:00 Uhr - Brandt trifft in Buchenwald ein. Am Glockenturm werden die Hymnen der Bundesrepublik und der DDR von einem NVA-Orchester gespielt. Anschließend wird ein Kranz des Kanzlers niedergelegt.

18:15 Uhr - Brandt kehrt ins Tagungshotel zurück. Am Rande des Sperrgürtels kommt es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Jugendlichen und der Polizei.

18:30 Uhr - Brandt und Stoph treffen sich zu einem Vier-Augen-Gespräch.

21:40 Uhr - Beide Delegationen treffen nochmals zu einem gemeinsamen Gespräch zusammen.

22:00 Uhr - Die ersten deutsch-deutschen Gespräche sind beendet.

22:25 Uhr - Stoph verabschiedet auf dem Erfurter Hauptbahnhof den Bundeskanzler. Nach einigen Minuten Verzögerung setzt sich der Zug in Bewegung.

23:50 Uhr - Der Sonderzug hält nochmals in Gerstungen. Der DDR-Staatssekretär verabschiedet den Bundeskanzler. Wenige Minuten später überquert der Zug die deutsch-deutsche Grenze.

20. März 1970

08:30 Uhr - Der Sonderzug erreicht Bonn.

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