Trauerfeier in Unterbreizbach Hunderte Menschen nehmen Abschied von Bergleuten

08. Oktober 2013, 22:12 Uhr

Mehrere hundert Menschen haben am Dienstag in Unterbreizbach der drei Bergleute gedacht, die bei einem Grubenunglück vor einer Woche ums Leben gekommen sind. Anhörige, Kollegen und Freunde erwiesen den Bergleuten bei einer Gedenkfeier am Kulturhaus die letzte Ehre. Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht sprach den Angehörigen ihr Mitgefühl aus. Sie sagte: "Wir werden den Opfern ein ehrendes Angedenken bewahren." Zugleich erinnerte sie daran, dass es sich um die schwerste Bergwerks-Katastrophe in Thüringen seit mehr als 50 Jahren handelte. Im Bergbau gebe es, wie in vielen anderen Bereichen, "keine absolute Sicherheit". "Diese schmerzliche Erfahrung bleibt", sagte sie.

Der Vorstandschef des Bergwerks-Betreibers K+S, Norbert Steiner, sagte, das Unglück mache zutiefst betroffen und bisweilen sprachlos. Die Katastrophe habe nach heutigem Stand eine ganz besondere Tragik. "Es war eine ganz normale Vorbefahrung, deren tödlichen Ausgang niemand auch nur erahnen konnte", sagte er. Es sei eine alltägliche Aufgabe gewesen, die so schrecklich endete. Steiner sicherte den Hinterbliebenen schnell und unbürokratisch Unterstützung zu.

Die drei Bergleute im Alter von 24, 50 und 56 Jahren waren am 1. Oktober bei einem unterirdischen Gasausbruch ums Leben gekommen. Nach einer routinemäßigen Sprengung waren explosionsartig große Mengen Kohlendioxid frei geworden, die sich blitzschnell in den Stollen ausbreiteten. Die drei Bergleute erstickten. Vier weitere Bergleute, die zu dem Zeitpunkt ebenfalls unter Tage waren, konnten sich in Sicherheit bringen. Zwei gelangten über den Nachbarschacht Merkers nach draußen, zwei konnten sich in eine Sicherheitskammer retten, aus der sie dann von der Grubenwehr geholt wurden.

Kaliwerk noch immer geschlossen

Das Kaliwerk ist nach Angaben von K+S weiter geschlossen. Unternehmenssprecher Ulrich Göbel sagte dem MDR am Dienstag, dies werde noch einige Zeit andauern. Untersuchungen zur Unglücksursache im Bergwerk seien noch nicht möglich, da die Stelle des Gasausbruchs noch nicht zugänglich sei. Sie müsse erst gasfrei sein. Wann das der Fall ist, hänge davon ab, wie schnell die Wetterungsmaßnahmen zur Belüftung ablaufen.

Die Staatsanwaltschaft Meiningen, die die Ermittlungen zu dem Unglück aufgenommen hat, geht nach eigenen Angaben davon aus, dass sich frühestens in der nächsten Woche entscheidet, wann die Untersuchungen unter Tage aufgenommen werden können. Derzeit dauerten die Vernehmungen noch an. Parallel dazu laufe die Auswertung der sichergestellten Werksunterlagen.

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