Weltklimakonferenz COP27 UN-Bericht: Vergangene acht Jahre waren die heißesten

06. November 2022, 18:40 Uhr

Ein Bericht der Weltmeteorologieorganisation WMO zum Auftakt der Weltklimakonferenz in Ägypten bezeichnet die vergangenen acht Jahre als die heißesten überhaupt. UN-Generalsekretär Guterres sprach von einem Notsignal unseres Planeten.

Zum Auftakt der UN-Weltklimakonferenz COP27 im ägyptischen Scharm el-Scheich hat die Weltmeteorologieorganisation (WMO) einen Bericht veröffentlicht, der offenbar die Erhitzung der Erde verdeutlicht. Dem WMO-Papier zufolge waren die vergangenen acht Jahre weltweit die bislang heißesten. In dem Bericht heißt es, nach derzeitigem Datenstand sei jedes der vergangenen Jahre heißer gewesen als alle vorangegangenen in der Geschichte. Angesichts des Klimawandels sei es "nur eine Frage der Zeit", bis noch heißere Jahre registriert würden.

UN-Generalsekretär António Guterres erklärte zu dem WMO-Bericht, während die COP27 starte, sende unser Planet ein Notsignal. Der WMO-Bericht sei die "Chronik eines Klima-Chaos".

Erwärmung um 1,15 Grad

Laut dem WMO-Bericht hat sich die Erde seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bereits um etwa 1,15 Grad erwärmt. Rund die Hälfte des Anstiegs habe sich in den vergangenen 30 Jahren vollzogen. Mit dieser drastischen Erwärmung hätten das Abschmelzen von Gletschern, der Anstieg des Meeresspiegels sowie Extremwetterereignisse wie Starkregen und Hitzewellen zugenommen.

WMO-Chef Petteri Taalas erklärte, je stärker die Erwärmung, desto stärker die Auswirkungen. Im Jahr 2022 hätten selbst gut vorbereitete Gesellschaften stark unter den Folgen von Wetterextremen gelitten. Große Teile Europas sowie Südchina hätten Hitzewellen und Dürren erlebt. In Europa erreichte demnach das Abschmelzen der Alpengletscher 2022 einen neuen traurigen Rekord.

Anstieg des Meeresspiegels verdoppelt

In dem Bericht wird eine besonders starke Erwärmung der Oberflächen der Meere festgestellt, die mehr als 90 Prozent der Hitze absorbieren, die durch den Treibhausgasausstoß der Menschheit erzeugt wird. Diese Erwärmung nahm in den vergangenen 20 Jahren besonders stark zu. 2021 erreichte sie laut WMO einen neuen Rekord.

Der Anstieg des Meeresspiegels habe sich infolge des Abschmelzens der Eisflächen und Gletscher in den vergangenen 30 Jahren verdoppelt, hieß es weiter. Diese Entwicklung bedrohe Dutzende Millionen Menschen in niedrig gelegenen Küstengebieten.

40.000 Teilnehmer aus fast 200 Staaten

Im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich am Roten Meer beraten Vertreter aus knapp 200 Staaten zwei Wochen lang darüber, wie der Kampf gegen die Erderhitzung verstärkt werden kann. Ein Thema sind auch Finanzhilfen für ärmere Staaten. Erwartet werden schätzungsweise 40.000 Teilnehmer. Unter den rund 100 anreisenden Staats- und Regierungschefs ist neben Bundeskanzler Olaf Scholz und US-Präsident Joe Biden auch der neue britische Premierminister Rishi Sunak.

Kritik gab es im Vorfeld am Gastgeberland Ägypten. Die Organisation Human Rights Watch sieht in dem nordafrikanischen Land trotz wiederholter Kritik keinerlei Besserung bei den Menschenrechten. Auch die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Luise Amtsberg, kritisierte die Menschenrechtslage in Ägypten. Die Regierungsbeauftragte verwies auf Repressionen gegen Journalisten und Menschenrechtler.

AFP/dpa/epd (amu/dni)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 06. November 2022 | 06:00 Uhr

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