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In der Hafenstadt Odessa gibt es ukrainischen Angaben zufolge nach nächtlichen Drohnenangriffen nahezu in der gesamten Stadt keinen Strom mehr. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Russland-Ukraine-KriegNewsblog: Odessa nach russischem Drohnenangriff ohne Strom

von MDR AKTUELL

Stand: 10. Dezember 2022, 22:09 Uhr

Nach russischen Angriffen mit sogenannten Kamikaze-Drohnen gibt es in der ukrainischen Hafenstadt Odessa massive Stromausfälle. Kremlchef Wladimir Putin hat auf dem Eurasischen Wirtschaftsgipfel in Kirgisistan die mögliche Erweiterung der russischen Militärdoktrin um Präventivschläge angesprochen. Ob er damit auch Atomwaffeneinsätze meinte, ließ er offen. Weitere aktuelle Entwicklungen im Ukraine-Krieg hier im Newsblog.

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, da wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum unabhängig überprüft werden können.

22:09 Uhr | Selenskyj: 1,5 Millionen Menschen in Odessa ohne Strom

Nach russischen Drohnenangriffen auf die Energieinfrastruktur sind Angaben der Ukraine zufolge mehr als 1,5 Millionen Menschen in der südukrainischen Region Odessa ohne Strom. Das gab der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft bekannt. Die Lage dort sei sehr schwierig. Der Regionalverwaltung zufolge kann es zwei bis drei Monate dauern, bis die Stromversorgung wiederhergestellt ist.

20:39 Uhr | EU beschließt 18-Milliarden-Paket für die Ukraine

Die EU-Staaten haben sich auf ein Milliardenpaket für die Ukraine verständigt. Demnach sollen im Laufe des kommenden Jahres 18 Milliarden Euro als Kredit an Kiew gezahlt werden. Ziel sei es, kurzfristige finanzielle Hilfe bereitzustellen, mit der die Ukraine beim Wiederaufbau nach dem Krieg und der Wiederherstellung der kritischen Infrastruktur unterstützt werden soll.

Allerdings wurde der Beschluss nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur ohne die Zustimmung Ungarns gefasst. Dem ursprünglichen Vorschlag der EU-Kommission nach war eigentlich eine einstimmige Entscheidung der 27 EU-Staaten notwendig. Wegen eines Streits um das mögliche Einfrieren von EU-Milliarden für Ungarn hatte Budapest das Paket zunächst blockiert. Deshalb suchte der derzeitige tschechische EU-Ratsvorsitz nach einer Möglichkeit, die Hilfe ohne Ungarn zu beschließen. Die Lösung liegt nun darin, dass die Garantien für die Kredite nicht wie zunächst vorgesehen aus dem EU-Haushalt gedeckt werden, sondern von den EU-Staaten übernommen werden. Dadurch war keine einstimmige Entscheidung notwendig.

13:50 Uhr | Ukrainische Hafenstadt Odessa nach Drohnenangriffen ohne Strom

Russische Angriffe mit sogenannten Kamikaze-Drohnen haben in der südukrainischen Hafenstadt Odessa für großflächige Stromausfälle gesorgt. Abgesehen von Einrichtungen wie Krankenhäusern und Entbindungsstationen gebe es in der gesamten Stadt nach den nächtlichen Angriffen keine Stromversorgung mehr, teilte der stellvertretende Leiter des ukrainischen Präsidialbüros, Kyrylo Tymoschenko, im Messengerdienst Telegram mit. Die Situation sei "schwierig, aber unter Kontrolle". Nach Angaben von Regionalgouverneur Maksym Martschenko sind fast alle Bezirke und Gemeinden in der Region Odessa infolge der Drohnenangriffe ebenfalls ohne Strom. Zwei der Drohnen seien von der ukrainischen Luftabwehr abgeschossen worden, erklärte er weiter.

13:30 Uhr | Besatzungsverwaltung in Cherson zieht ukrainische Währung ein

Die von Russland installierte Verwaltung in den besetzten Gebieten der ukrainischen Region Cherson hat nach eigenen Angaben mit dem Einzug der ukrainischen Währung Hrywnia begonnen. Sie werde in russische Rubel umgetauscht, teilte die Besatzungsverwaltung mit. Vom 1. Januar 2023 solle nur noch der Rubel in Umlauf sein. In einem von der Verwaltung auf Telegram veröffentlichten Video sagte der Chef des örtlichen Ablegers der russischen Zentralbank, Andrei Peretonkin, das diene der "Bequemlichkeit der Einwohner" und einer "reibungslosen Integration der Region in die Russische Föderation". Mit dem Einzug der Hrywnia hätten die Banken vor Ort in dieser Woche begonnen.

13:01 Uhr | Russisches Militär meldet Vorstöße im Osten der Ukraine

Russland ist nach Angaben der eigenen Streitkräfte in den Gebieten Luhansk und Donezk im Osten der Ukraine in die Offensive gegangen. "Im Raum Donezk haben die russischen Einheiten ihre Angriffe fortgesetzt und den Gegner aus seinen befestigten Stellungen vertrieben", sagte Armeesprecher Igor Konaschenkow am Samstag in Moskau. Auch im Norden zwischen den Kleinstädten Kreminna und Lyman habe man Stellungen erobert. Unabhängig ließen sich die Angaben nicht überprüfen.

09:32 Uhr | Deutschland schickt zehntausende Wolldecken als Winterhilfe in die Ukraine

Ukrainische Städte kämpfen immer wieder mit ausfallender Energieversorgung. Bildrechte: IMAGO / NurPhoto

Deutschland unterstützt die Ukraine angesichts der Winterkälte mit zehntausenden Decken. 36.400 Wolldecken aus Beständen der Bundeswehr würden als Winterhilfe in die Ukraine geschickt, berichtete die "Welt am Sonntag". Die gebrauchten Decken waren demnach ausgemustert und zunächst zur Versteigerung an die Vebeg GmbH, eine staatliche Treuhandgesellschaft unter Kontrolle des Bundesfinanzministeriums, übergeben worden. 

Nach Kritik an der geplanten Versteigerung habe Finanzminister Christian Lindner (FDP) den Verkauf gestoppt, schreibt die "WamS". Lindners Ministerium bereite den Transport der Decken vor, die derzeit im Bundeswehr-Versorgungszentrum Blankenburg gelagert würden, hieß es in dem Bericht. Zudem ruft die Bundesregierung die Bevölkerung auf, die Menschen in der Ukraine angesichts des russischen Angriffskriegs mit Sachspenden wie warmer Kleidung, Decken und Schlafsäcken zu unterstützen.

06:30 Uhr | Ukraines Regierungschef: alle Wärme- und Wasserkraftwerke beschädigt

Wegen der russischen Angriffe auf das ukrainische Energienetz müssen die Menschen den ganzen Winter über mit Stromabschaltungen rechnen. Das sagte Regierungschef Denys Schmyhal am Freitag bei einer Kabinettssitzung in Kiew. Zwar sei die Lage gegenwärtig "unter Kontrolle", doch gebe es durch die Schäden weiter Mängel bei der Stromversorgung. "Alle Wärme- und Wasserkraftwerke des Landes wurden beschädigt." Dazu seien etwa 40 Prozent der Hochspannungsnetzanlagen unterschiedlich stark beschädigt.

00:18 Uhr | Russland denkt über Aufnahme von Präventivschlägen in Militärdoktrin nach

Nach Ansicht des russischen Präsidenten Wladimir Putin hat in seinem Land eine Debatte begonnen, ob Präventivschläge gegen andere Länder in die russische Militärdoktrin aufgenommen werden sollten. Ein solcher Angriff könnte möglich werden, um einen anderen Staat zu entwaffnen, sagte der Kreml-Chef auf dem Gipfel der Eurasischen Wirtschaftsunion in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek. Ob Putin damit auch mögliche Atomwaffeneinsätze meinte, ließ er offen.

Von einem Journalisten um eine genauere Erklärung gebeten, sagte Putin: "Die USA haben das Konzept des Präventivschlags." Vielleicht müsse Moskau die US-Ideen "übernehmen, um die eigene Sicherheit zu garantieren". Zugleich fügte der Kreml-Chef hinzu: "Wir denken im Moment nur darüber nach."

00:15 Uhr | USA haben kein Problem mit Panzerlieferungen aus Deutschland

Die USA haben kein Problem mit der Lieferung deutscher Kampfpanzer vom Typ Leopard-2-Panzer oder deutscher Patriot-Flugabwehrsysteme in die Ukraine. "Unsere Position ist in beiden Fällen dieselbe: Es ist Deutschlands Entscheidung, was Deutschland tut", sagte US-Vizeaußenministerin Wendy Sherman während ihres Deutschland-Besuchs in Berlin vor Journalisten.

Die Ukraine fordert von der Bundesregierung seit Monaten die Lieferung von Leopard-2-Kampfpanzern. Bundeskanzler Olaf Scholz stemmt sich bislang dagegen, die Ukraine mit Kampfpanzern westlicher Bauart auszurüsten.

00:02 Uhr | Panzerschmiede Krauss-Maffei Nexter sieht Bundeswehr nur bedingt abwehrbereit

Der Chef von Europas größtem Panzerbauer Krauss-Maffei Nexter, Frank Haun, sieht die Bundeswehr nur bedingt abwehrbereit. Es fehle der Bundeswehr derzeit an allem, vor allem an Raketen- und Rohrartillerie, sagte Haun der "Süddeutschen Zeitung". Das von der Regierung beschlossene 100 Milliarden Euro Sondervermögen kann für Haun nur der Anfang der Nachrüstung der Bundeswehr sein.

00:00 Uhr | Newsblog am Samstag, 10. Dezember 2022

Guten Morgen, in unserem Newsblog halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 10. Dezember 2022 | 06:00 Uhr