Revolution gegen Mullah-Regime Bundesregierung ruft Deutsche zum Verlassen des Iran auf

03. November 2022, 15:13 Uhr

Im Iran gehen weiter täglich landesweit tausende Menschen auf die Straße und fordern das Ende des Mullah-Regimes. Derzeit konzentriert sich der Protest vor allem bei jungen Menschen, Frauen und Mädchen, Schulkindern und Studierenden. Verhaftungen, Folter, Vergewaltigungen und Mord durch die iranischen Regimekräfte sind an der Tagesordnung. Die Bundesregierung hat nun reagiert und räumt ein, Deutsche im Iran nicht schützen zu können.

Angesichts des gewaltsamen Vorgehens gegen Protestierende im Iran hat das Auswärtige Amt alle deutschen Staatsbürger aufgerufen, das Land zu verlassen. "Für deutsche Staatsangehörige besteht die konkrete Gefahr, willkürlich festgenommen, verhört und zu langen Haftstrafen verurteilt zu werden", hieß es am Donnerstag auf der Internetseite des Auswärtigen Amts in Berlin. "Vor allem Doppelstaater, die neben der deutschen auch die iranische Staatsangehörigkeit besitzen, sind gefährdet", wurde gewarnt.

Wie das Auswärtige Amt weiter ausführte, kommt es im Iran "häufig und oft ohne nachvollziehbare Gründe" zu Verhören und Verhaftungen deutsch-iranischer Doppelstaater. Auch Familienangehörige von Inhaftierten werden demnach regelmäßig stark unter Druck gesetzt. Die konsularischen Unterstützungsmöglichkeiten durch die deutsche Botschaft in Teheran seien "erheblich eingeschränkt bis unmöglich".

Vorsicht und Umsicht bei allen, die nicht ausreisen können

Wer sich noch in dem Land aufhalte, solle sich sehr umsichtig verhalten. Demonstrationen und Menschenansammlungen sollten großräumig gemieden werden. Kommunikationsdienste seien weitgehend eingeschränkt, dies sei auch weiter zu erwarten. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Die (...) Ausreiseaufforderung ist nötig, um der veränderten Sicherheitslage und dem Schutz der noch im Land befindlichen deutschen Staatsangehörigen Rechnung zu tragen." Er ergänzte: "Das eskalierende, gewaltsame Vorgehen der iranischen Sicherheitskräfte erfordert diesen Schritt." Die Arbeit und Besetzung der deutschen Botschaft in Teheran seien davon nicht betroffen, sie setze ihre Arbeit im Land fort.

Irans Oberster Religionsführer Ali Chamenei hatte die Proteste kürzlich als "hybriden Krieg" bezeichnet und auch "heimtückische und böswillige europäische Mächte" dafür verantwortlich gemacht. Auslöser der Proteste war der Tod der 22 Jahre alten iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini. Die Regimewächter der Kleidervorschriften hatten sie festgenommen, weil sie gegen die islamischen Kleidungsvorschriften verstoßen haben soll. Amini starb Mitte September in Polizeigewahrsam. Seit fast sieben Wochen demonstrieren Zehntausende Menschen gegen die repressive Politik und den autoritären Kurs der Islamischen Republik. Mehr als 280 Menschen wurden inzwischen nach Angaben von Menschenrechtlern getötet, mehr als 14.000 verhaftet.

Quellen: dpa, afp (cvt)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 03. November 2022 | 13:00 Uhr

Mehr aus Politik

Nachrichten

Die Staats- und Regierungschefs der G7-Nationen nebeneinander 1 min
Staats- und Regierungschefs der G7-Nationen zusammengetroffen Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
1 min 13.06.2024 | 17:39 Uhr

Im süditalienischen Luxusresort Borgo Egnazia hat der G7-Gipfel begonnen. Daran nimmt auch Bundeskanzler Olaf Scholz teil, der am Vormittag eingetroffen war.

Do 13.06.2024 17:26Uhr 00:35 min

https://www.mdr.de/nachrichten/welt/politik/video-gipfel-industrienationen-ukraine-kredit100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Astronaut Matthias Maurer bei seinem Außeneinsatz an der Raumstation. 11 min
Bildrechte: IMAGO / ZUMA Wire
11 min 13.06.2024 | 17:25 Uhr

Vor allem zwischen den USA und China ist ein Wettstreit um den Weltraum gestartet. Die Politikwissenschaftlerin Antje Nötzold erklärt im Interview, wo Deutschland und Europa im Kampf um die Vormachtstellung stehen.

MDR FERNSEHEN Do 13.06.2024 14:34Uhr 11:05 min

https://www.mdr.de/nachrichten/welt/politik/audio-weltall-politik-europa-usa-china-interview-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Mehr aus der Welt

Nachrichten

Autos fahren durch Wasser auf einer überfluteten Straße 1 min
Fluten in US-Bundesstaat Florida Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
1 min 13.06.2024 | 15:21 Uhr

In mehreren Regionen wurde der Notstand ausgerufen. Der Nationale Wetterdienst warnt davor, dass die diesjährige Hurrikan-Saison besonders stark ausfallen könnte.

Do 13.06.2024 15:07Uhr 00:25 min

https://www.mdr.de/nachrichten/welt/panorama/video-florida-fluten-regenfaelle-notstand100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Ukrainische Soldatin mit neuer Prothese versucht zu laufen 1 min
Ukrainische Soldatin mit neuer Prothese versucht zu laufen Bildrechte: mdr

Nachrichten

Ein tiefschwarzes U-Boot fährt in eine Bucht ein. 1 min
Das kubanische Verteidigungsministerium betonte, keines der Schiffe habe Atomwaffen an Bord. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
1 min 12.06.2024 | 20:18 Uhr

Ein russisches Atom-U-Boot ist in den Hafen von Havanna eingelaufen. Die "Kasan" wird begleitet von drei weiteren russischen Marine-schiffen. Laut kubanischem Verteidigungsministerium sind keine Atomwaffen an Bord.

Mi 12.06.2024 20:04Uhr 00:30 min

https://www.mdr.de/nachrichten/welt/politik/video-havanna-kuba-russland-marine-uebung-atom-u-boot100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Überflutete Straßen auf Mallorca, Autos fahren durch. 1 min
Überflutete Straßen auf Mallorca Bildrechte: AP
1 min 12.06.2024 | 10:49 Uhr

Über Mallorca ist ein heftiges Unwetter mit Starkregen gezogen. Der Flughafen in Palma war vorübergehend lahmgelegt. Starts und Landungen wurden zeitweise ausgesetzt. Straßen und Parkplätze wurden überflutet.

Mi 12.06.2024 10:26Uhr 00:43 min

https://www.mdr.de/nachrichten/welt/panorama/video-regen-mallorca-flughafen-flut102.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video