Johannistag am 24. Juni Ein Festtag zu Ehren Johannes des Täufers

Der Johannistag am 24. Juni wird zu Ehren von Johannes dem Täufer gefeiert und ist im Christentum seit dem vierten Jahrhundert bezeugt. Der Tag ist für viele Kirchengemeinden Anlass für Feste, Taufgottesdienste und Johannisfeuer.

Taufe Jesu durch Johannes den Täufer, über ihren Köpfen schwebt eine weisse Taube als Symbol des Heiligen Geistes, Fresko im Innern der Felsenkirche Daniel Qorqor, Gheralta Region, Tigray, Äthiopien
Taufe Jesu durch Johannes den Täufer. Über ihren Köpfen schwebt eine weiße Taube als Symbol des Heiligen Geistes. Fresko im Innern der Felsenkirche Daniel Qorqor in Ąthiopien. Bildrechte: IMAGO

In der Mitte des Jahres, genau sechs Monate vor Heiligabend, feiern Christen die Geburt Johannes' des Täufers. Seine Lebensgeschichte ist eng mit der von Jesu verwoben. Im Lukasevangelium verheißt der Engel Gabriel der Elisabeth - Cousine der Jungfrau Maria - die Geburt Jesu. Elisabeth ist gerade im sechsten Monat mit Johannes schwanger. Drei Monate später wird Johannes geboren und wiederum genau sechs Monate darauf Jesu.

Die Taufe Jesu

Johannes der Täufer auf einem Gemälde von Gentile da Fabriano
Johannes der Täufer führt ein asketisches Leben in der Wüste. Ausschnitt aus einem Gemälde von Gentile da Fabriano, um 1400. Bildrechte: IMAGO

Johannes, der ein asketisches Leben führt, macht sich mit Anfang 30 auf, um am Ufer des Jordan und in der Wüste zu predigen. Er ruft angesichts des kommenden Gottesgerichts und der Wiederkehr eines Messias zu Umkehr und Taufe auf. Zur Taufe des Johannes gehört ein Bekenntnis von Schuld und die Bitte um Vergebung der Sünden.

Johannes' Anhängerschaft wird immer größer. Viele Juden lassen sich von ihm taufen. Eines Tages befindet sich auch Jesus unter den Taufwilligen, und Johannes erkennt in ihm den Messias, den Gottgesandten. Er tauft Jesus. Als dieser aus dem Wasser steigt, sieht er den Himmel geöffnet und den Heiligen Geist in der Gestalt einer Taube herabkommen. Außerdem hört er eine Stimme, die ihn "seinen geliebten Sohn" nennt.

Taufe von Jesus durch Johannes auf einem Gemaälde von Giovan Pietro Luini
Johannes tauft Jesus im Jordan, und der Heilige Geist erscheint in Gestalt einer weißen Taube. Gemälde von Giovan Pietro Luini, um 1565, in der Klosterkirche San Maurizio al Monastero Maggiore in Mailand. Bildrechte: IMAGO

In den Fängen des Herodes Antipas

Kurze Zeit nach der Taufe Jesu wird Johannes auf Geheiß des Königs Herodes Antipas gefangengenommen und in der Grenzfestung Machaerus am Toten Meer festgesetzt. Der Bibel nach war der Grund dafür Johannes' öffentliche Kritik am Ehebruch des Königs. Denn der hatte seine erste Frau verstoßen, um die Frau seines Halbbruders heiraten zu können. Dem Geschichtsschreiber Flavius Josephus zufolge war der Grund der Inhaftierung Herodes' Angst vor Johannes' Einfluss auf seine wachsende Anhängerschaft und die damit verbundene Gefahr, Johannes könnte das Volk zur Aufruhr treiben. Herodes ließ schließlich seinen Gefangenen enthaupten. Nach dem Markus- und Matthäusevangelium verlangt die Tochter von Herodes zweiter Frau den Kopf des Täufers als Belohnung für einen Tanz.

Einige Jahre später verliert Herodes Antipas einen Krieg gegen seinen einstigen Schwiegervater Aretas. Ein Teil seiner jüdischen Soldaten, Anhänger von Johannes dem Täufer, hat ihm zuvor den Dienst versagt. Die Niederlage sehen viele als Strafe Gottes dafür, dass Herodes zuvor Johannes den Täufer hatte hinrichten lassen.

Das abgeschlagene Haupt von Johannes dem Täufer wird Salome präseniert. Gemälde von Giovanni di Paolo (1403-1482). Agenturtext: Szene aus dem Leben von Johannes dem Täufer auf einem Gemälde von Giovanni di Paolo
Das abgeschlagene Haupt von Johannes dem Täufer wird Salome präseniert. Gemälde von Giovanni di Paolo (1403-1482). Bildrechte: IMAGO

Heiligenverehrung und Brauchtum

Sowohl in der katholischen als auch der orthodoxen Kirche ist er einer der bedeutendsten Heiligen - und das schon seit dem 4. Jahrhundert. Dargestellt wird er zumeist in einem Mantel aus Kamelhaar mit Kreuzstab, Lamm und Taufschale. Er ist Patron der Schafe und Haustiere, außerdem Schutzpatron der Insel Malta sowie des Karmeliter- und des Johanniterordens.

Der Johannistag ist heute mit besonderen Feiern rund um ein Johannisfeuer verbunden. Dem Volksglauben nach sollte es böse Dämonen und Hagelschäden abwehren. Mancherorts werdenauch Brunnen und Quellen besonders geschmückt. In Lettland ist der Johannistag sogar ein Nationalfeiertag.

Über dieses Thema berichtet MDR KULTUR auch im Radio: Religion und Gesellschaft | 24.06.2018 | ab 08:15 Uhr