Interreligiöser Kalender Interreligiöser Kalender im März 2022

Die Nacht der Himmelreise des islamischen Propheten Mohammed leitet den März ein. Für Christen beginnt mit dem Aschermittwoch die vorösterliche Fastenzeit. Im Hinduismus und bei den Bahá'í beginnt ein neues Jahr. Das Purim-Fest erinnert an die Rettung der Juden in Persien. Am Ende des Monats feiern Katholiken Mariä Verkündigung.

St. Patricks Day Parade in Dublin, 2017
Der St. Patricks Day fällt in diesem Jahr auf den 17. März. Bildrechte: imago/newspix

01.03.2022 | Maha Shivaratri

(hinduistisch)

Die "Große Nacht des Shiva" verbringen gläubige Hindus im Tempel, um Shiva zu huldigen. Shiva ist die dritte Gottheit der Hindus nach Brahma (dem Erschaffer) und Vishnu (dem Erhalter). Shiva steht für die Zerstörung im Universum, aber auch für die Neuschöpfung: Bevor das Alte nicht vergeht, kann nichts Neues entstehen. Viele Gläubige verehren die Gottheit mit Blumen, Reis und Früchten. Statuen werden in Honig und Milch gebadet und der Name Shivas die ganze Nacht lang wiederholt.

01.03.2022 | Lailat al-Miraj - Himmelreise des Propheten Mohammed

(islamisch)

Im siebten Monat des islamischen Kalenders feiern Muslime die Nacht der Himmelreise des Propheten Mohammed. Der Geschichte zufolge wurde der Prophet in dieser Nacht vom Engel Gabriel geweckt und reiste auf der geflügelten Stute Buraq zum Tempelberg in Jerusalem. Von dort stieg Mohammed über eine Leiter aus Licht (miradsch) zu den sieben Höllen und sieben Himmeln. Während dieser Reise soll Mohammed in einer geheimnisvollen Sprache zum ersten und einzigen Mal mit Gott gesprochen haben. Einer Überlieferung zufolge ging es dabei um die Aufnahme der Gemeinde Mohammeds ins Paradies. Nach einer anderen Überlieferung wurde bei dem Gespräch die Herabsetzung der von Gott festgesetzten täglich fünzig Gebete auf fünf verhandelt.

02.03.2022 | Aschermittwoch

(christlich)

Mit dem Aschermittwoch beginnt im Christentum die Passionszeit. Nach Karneval und Fasching geht es in der 40-tägigen Fastenzeit um die Besinnung auf die bevorstehende Auferstehung Jesus Christus am Ostersonntag. Die Zahl 40 geht auf eine Erzählung zurück, nach der Jesus 40 Tage lang in der Wüste war, um zu fasten. Der Name Aschermittwoch stammt von einer Tradition, nach der Menschen, die gesündigt hatten, zu Beginn der Fastenzeit in Bußgewänder gekleidet und mit Asche bestreut wurden. Seit dem 10. Jahrhundert lassen sich die Gläubigen am Aschermittwoch zum Zeichen ihrer Reue Aschekreuze auf ihre Stirn zeichnen.

04.03.2022 | Weltgebetstag der Frauen

(ökumenisch)

Seit mehr als 100 Jahren versammeln sich Frauen am ersten Freitag im März zum Gottesdienst. Dieser ökumenischen Bewegung gehören Frauen aus aller Welt und verschiedener christlicher Kirchen an. Die Gottesdienste sind für alle offen. Die Vorbereitung und Gestaltung liegen aber ausschließlich in den Händen von Frauen. Lieder und Texte werden jedes Jahr in einem anderen Land ausgewählt und verfasst. In diesem Jahr gestalten Frauen aus England, Wales und Nordirland den Gottesdienst unter dem Motto "Zukunftsplan: Hoffnung".

07. - 14.03. 2022 | Woche der Brüderlichkeit

(christlich-jüdisch)

Jedes Jahr im März veranstaltet die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit die Woche der Brüderlichkeit. Anliegen dieser Festwoche ist die Verbundenheit von Christen und Juden in Europa zu stärken und die Gräueltaten der Shoa im Bewusstsein zu verankern. Das Motto in diesem Jahr lautet "Fair Play – jeder Mensch zählt". Wie der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (DKR) mitteilte, ist der Sport in vielen Aspekten ein Spiegelbild der Gesellschaft: "Insbesondere Antisemitismus und Rassismus, aber auch andere Formen der Benachteiligung fordern im Sport wie in der Gesellschaft besonders heraus. Hier gilt es Gesicht zu zeigen und aktiv zu werden, um sich für ein respektvolles und gleichberechtigtes Miteinander einzusetzen."

Zur Eröffnung wird die Buber-Rosenzweig-Medaille für Verdienste im christlich-jüdischen Dialog verliehen. Sie geht in diesem Jahr an Peter Fischer, Präsident von Eintracht Frankfurt und an den Verband MAKKABI Deutschland e.V.. Sie werden für ihr Engagement gegen Antisemitismus und Rassismus ausgezeichnet.

17.03.2022 | Purim

(jüdisch)

Das jüdische Purim erinnert daran, wie Königin Esther das jüdische Volk vor dem Tod rettete. Die Juden lebten damals in der persischen Diaspora und Esther deckte die Intrige eines persischen Ministers auf.

Israelische Jugendliche anlässlich des Purimfestes in Jerusalem
Israelische Jugendliche feiern ausgelassen das Purimfest in Jerusalem Bildrechte: imago/Xinhua

Die Rettung der Juden in Persien wird mit bunten Umzügen gefeiert. Kinder ziehen in Kostümen durch die Straßen. In Purimspielen werden biblische Geschichten dargestellt. Die Menschen treffen sich zu Festmahlen, beschenken sich und spenden für die Armen. Zu Purim ist es erlaubt, sich zu betrinken, denn im Buch Esther wird das Erinnerungsmahl als Trinkgelage geschildert. Kulinarische Spezialitäten sind "Hamantaschen" und "Kreppchen". Sie symbolisieren die Ohren des Bösewichts Haman, der als Minister den Perserkönig überreden wollte, die Juden zu ermorden.

17.03.2022 | St. Patrick

(christlich)

Der St. Patrick's Day ist in der religiösen Geschichte Irlands tief verwurzelt. Im fünften Jahrhundert soll Patrick als junger Mann in seiner englischen Heimat gefangen genommen und nach Irland verkauft worden sein. Er flüchtete aus der Gefangenschaft, kam aber als erster christlicher Missionar auf die Insel zurück. Um dem irischen König die göttliche Dreifaltigkeit zu erklären, pflückte Patrick ein dreiblättriges Kleeblatt. Beeindruckt von diesem Vergleich erlaubte ihm der König, das Wort Gottes in Irland zu verbreiten.

Am 17. März 461 starb der Heilige Patrick in Irland. Ihm zu Ehren feiern die Iren Straßenfeste, tragen Grün und bemalen sich mit einem Kleeblatt. Für ein erfolgreiches Jahr lässt man ein Kleeblatt in einem Whiskey-Glas schwimmen.

17.-19.03.2022 | Holi-Fest

(hinduistisch)

Holi ist ein Frühlingsfest. Es zählt zu den ältesten hinduistischen Festen und kann zwischen zwei und zehn Tagen dauern. Anlass des Festes ist die Rettung des gottgeweihten Prahlad durch den Gott Vishnu vor der Dämonin Holika. Am ersten Tag wird eine Strohpuppe des Dämon Holika verbrannt. Am zweiten Tag besprenkeln oder bewerfen sich die Gläubigen mit gefärbtem Wasser oder buntem Puder. Das Besondere an Holi ist, dass die Grenzen zwischen Kasten, Geschlechtern und Altersgruppen aufgehoben werden.

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20./21.03.2022 | Naw Ruz - Neujahrsfest

(Bahá'í)

Zu Naw Ruz feiern die Bahá'í die Tag-und-Nachtgleiche und damit den Beginn eines neuen Jahres nach ihrer Zeitrechnung. Gleichzeitig begehen sie das Ende einer 19-tägigen Fastenzeit, mit der sie sich auf den Jahreswechsel vorbereitet haben. Deshalb wird Naw Ruz meist mit einem üppigen und ausgelassenen Mahl gefeiert. Der Bahá'í-Kalender ist ein Sonnenkalender mit 19 Monaten zu je 19 Tagen. Mit der Erklärung des Báb im Jahr 1844 beginnt das Jahr 1 der Bahá'í.

20./21.03.2022 | Newroz - Neujahrsfest

(alevitisch)

Newroz ist das altiranische Neujahrs- und Frühlingsfest. Es wird zum Gedenken an die Geburt des Heiligen Ali, geboren am 21. März 598 in Mekka, gefeiert. Ali war ein Vetter und enger Vertrauter des Propheten Mohammed und wird von den Aleviten als einer der ersten islamischen Gelehrten und Verkünder verehrt.

Kurdinnen feiern tanzend das Neujahrsfest
Kurdinnen feiern tanzend das Neujahrsfest Newroz Bildrechte: dpa

Fester Bestandteil von Newroz ist der Verzehr der "Haft Sin". Das sind sieben Speisen, deren Namen mit dem Anfangsbuchstaben des persischen "S" beginnen. Dazu wird "Haft Mewa", ein aus sieben Früchten bestehendes Getränk, gereicht. Am Vorabend des letzten Mittwochs vor Newroz werden traditionell Feuer entzündet, an denen gemeinsam musiziert und getanzt wird. Seit Mai 2010 gehört Newroz zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe.

25.03.2022 | Verkündigung des Herrn/Mariä Verkündigung

(römisch-katholisch/griechisch-orthodox)

Der Tag der Ankündigung der Geburt Jesu wird in vielen christlichen Konfessionen gefeiert. Er erinnert an die Verkündigung der Geburt Christi durch den Engel Gabriel an Maria. Die römisch-katholische Kirche begeht den 25. März seit 1969 als Hochfest. Fallen der 25. März und einer der Osterfeiertage zusammen, wird das Fest der Verkündigung des Herrn auf den zweiten Montag nach Ostern verschoben. In den orthodoxen Kirchen wird Mariä Verkündigung auch am 25. März begangen.

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