Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Wolf


Wie viele Wölfe leben in Sachsen-Anhalt?

Mindestens 95. Das geht aus Erhebungen des Wolfskompetenzzentrums in Iden hervor. Im Monitoringjahr 2017/2018, das am 30. April 2018 zu Ende gegangen ist, haben diese mindestens 95 Tiere demnach in 13 verschiedenen Rudeln gelebt. Im Monitoringjahr zuvor war noch von mindestens 80 Wölfen die Rede gewesen. Viele Landwirte und Jäger in Sachsen-Anhalt denken schon länger, dass inzwischen deutlich mehr Wölfe hier leben. Auch die Experten im Wolfskompetenzzentrum hatten damit gerechnet, dass die Zahl der Tiere hierzulande gestiegen ist. Das belegt nun auch der neue Monitoringbericht, der am 7. August vorgestellt wurde.


Wo leben Wölfe in Sachsen-Anhalt?

Von den 13 Wolfsrudeln leben nicht alle ausschließlich in Sachsen-Anhalt. Das Rudel Gartow etwa hält sich auch in Niedersachsen auf, die Tiere rund um Altengrabow oder Göritz-Klepzig auch in Brandenburg. Grundsätzlich gilt: Der Wolf stört sich nicht an den Grenzen des Bundeslandes. Er sucht sich ein bislang ungenutztes Territorium, in dem das Rudel zu Hause sein kann. Im Moment fühlen sich die Wölfe vor allem im Norden und Osten von Sachsen-Anhalt wohl – zum Beispiel in der Colbitz-Letzlinger Heide, rund um Möckern oder aber der Oranienbaumer oder Annaburger Heide.


Wie viele Wölfe werden tot aufgefunden?

Es kommt immer wieder, dass Wölfe tot aufgefunden werden. Die Todesursache ist nach Erhebungen des Wolfskompetenzzentrums dabei unterschiedlich. Oft werden die Tiere demnach aber bei Zusammenstößen mit Autos getötet. Seit 2012 gab es 14 solcher Fälle. Allerdings wurden seit 2009 in Sachsen-Anhalt auch drei illegale Abschüsse von Wölfen registriert.


Was mache ich, wenn ich einen Wolf angefahren habe?

Genau das, was Sie tun, wenn Sie ein Reh oder ein Wildschwein angefahren haben. Also: Die Polizei verständigen. Von dort wird dann ein Experte des Wolfskompetenzzentrums in Iden verständigt, der alle weiteren Schritte in die Wege leitet.


Müssen Menschen Angst vor dem Wolf haben?

"Man muss keine Angst haben. Man muss Respekt haben – wie vor anderen Wildtieren auch." Das sagt Andreas Berbig, der Leiter des Wolfskompetenzzentrums in Iden. Wer einen Wolf aus der Nähe sieht, sollte nach Berbigs Worten die Situation ruhig einordnen. Möglich sei, dass der Wolf einfach nur neugierig sei. Für diesen Fall rät der Experte: In die Hände klatschen und versuchen, den Wolf zu vertreiben. Es bringe nichts, in Panik zu verfallen.


Wie jagen Wölfe?

Wölfe leben nach Angaben der Natur- und Artenschutzorganisation WWF oft in Familien. Sprich – in einem Rudel. Das bedeutet allerdings nicht, dass Wölfe zwangsläufig gemeinsam jagen. Üblich ist demnach, dass die Tiere sich aufteilen und ihre Beute jagen, zum Teil auch über mehrere Kilometer. Oft erlegen Wölfe , beispielsweise aus einem Rudel Rehe, die schwächsten Tiere. Dabei geraten die Wölfe in eine Art "Blutrausch" und erlegen so viel Beute, wie sie bekommen können. Das hat auch damit zu tun, dass Schafherden beispielsweise in eine Art Schockstarre verfallen können und stehen bleiben. Fressen können Wölfe etwa vier Kilo Fleisch pro Tag. Die restliche Beute verwerten sie dann in den Folgetagen als Aas.

Zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2018, 12:50 Uhr