Contra Quotendebatte AfD-Chef Sachsen: "Quote zementiert Frauen in einer passiven Opferrolle"

Zur Frauenquote in Politik und Wirtschaft hat der Fraktions- und Landesvorsitzende der sächsischen AfD, Jörg Urban, folgende Meinung:

Geschäftsfrauen und Geschäftsmänner
Frauen in Chefposten sind in der Wirtschaft immer noch selten. Die AfD will, dass Unternehmer Personalentscheidungen ohne staatliche Vorgaben wie Frauenquoten treffen. Bildrechte: Nigel Treblin/dapd

"Für mich steht außer Frage, dass Männern und Frauen vor dem Gesetz die gleichen Rechte zugebilligt werden müssen und dass Frauen keinerlei Einschränkungen erleiden dürfen. Eine Quotenregelung für Frauen bewirkt allerdings diametral das Gegenteil. Sie diskreditiert Frauen, indem durch eine Quote in breiten Schichten der Bürger der Eindruck entsteht, Frauen wären ohne dieses Vehikel weniger befähigt als Männer, für ihren beruflichen, politischen oder auch gesellschaftlichen Aufstieg zu sorgen und erfolgreich dafür zu kämpfen. Frauen werden letztendlich durch eine Quote in einer passiven Opferrolle zementiert. 

Der Fraktionschef der AfD Sachsen, Jörg Urban zu Ergebnissen des EU-Flüchtlingsgipfels.
AfD-Fraktionschef Jörg Urban will Personalentscheidungen nicht von der biologie, sondern von de rleistung Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der gegen eine Quotenregelung spricht, ist, dass es in einer freiheitlichen Gesellschaft das Recht eines jeden Unternehmens ist und auch bleiben muss, Personalentscheidungen selbstverantwortlich und unbeeinflusst von staatlichen Vorgaben zu treffen. Die Befürworter einer Quote nutzen de facto planwirtschaftliche Methoden, um die freie und soziale Marktwirtschaft partiell außer Kraft zu setzen, und opfern dadurch wesentliche Errungenschaften der modernen Leistungsgesellschaft und die Unantastbarkeit persönlicher Freiheit. Bei einer Einstellung oder Beförderung unter Quotendruck wird zudem das Kriterium biologischen Geschlechts über das der Leistung gestellt.

Männer werden deutlich diskriminiert. Getreu dem Motto: Will ich – die Frau – hinauf, muss er – der Mann – hinab. Nicht zuletzt lehnen auch sehr viele Frauen aufgrund dieser genannten Aspekte eine juristisch sanktionierte Quote ab. Sie wollen schlicht keine 'Quothilda' sein. Die Überwachung einer gesetzlich vereinbarten Quote braucht zusätzliche Kontrollämter, die wiederum Geld und Personal kosten. Die Einführung einer Frauenquote würde somit dem europaweiten Ziel des Bürokratieabbaus entgegenwirken."

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Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2019, 15:57 Uhr

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