MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.01.2021 | 10:00 Uhr | nachhören Neu im Jahr 2021: die Grundrente - unser Expertenrat

Unser Studiogast: Christian Lindner, unabhängiger Rentenberater

Illustration: Das Wort Grundrente liegt auf einer Deutschlandfahne.
Bildrechte: imago/Steinach

Wer lange gearbeitet hat, soll im Alter nicht auf die Grundsicherung angewiesen sein, die vom Sozialamt gezahlt wird. Mit der neuen Grundrente sollen ab diesem Jahr Versicherte, die mindestens 35 Jahre gearbeitet, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt haben, ein Alterseinkommen oberhalb der Grundsicherung erhalten - ohne Bedürftigkeitsprüfung. Rund 1,3 Millionen Rentner in Deutschland sollen davon profitieren. Allerdings gibt es bei der Auszahlung der Grundrente Verzögerungen.

Die Zahlungen können sich bis zu zwei Jahre hinziehen. Fragen zur Grundrente, aber auch zu coronabedingten Auswirkungen auf die Rente und andere Fragen zur gesetzlichen Rente beantworteten wir im Expertenrat vom MDR SACHSEN am Dienstag.

Nachhören:

Diese und weitere Fragen waren unser Programm:

  • Was ist der Unterschied zwischen Grundrente und Grundsicherung?
  • Wer hat Anspruch auf die Grundrente und wie wird sie berechnet?
  • Die Grundrente wird als Zuschlag auf die Altersrente gezahlt. Wie hoch kann die Grundrente ausfallen und wovon hängt die Höhe ab?
  • Muss die Grundrente vom Rentenbezieher beantragt werden?
  • Ab wann werden die ersten Grundrenten ausgezahlt? Welche Jahrgänge sind zuerst dran?
  • Welche Auswirkungen hat die andauernde Corona-Pandemie auf die gesetzliche Rente?

Grundrentenzuschlag - ein Berechnungsbeispiel von Rentenberater Christian Lindner

Eine Versicherte hat mindestens 420 Kalendermonate mit Grundrentenzeiten zurückgelegt, erfüllt damit also die Voraussetzung für den vollen Grundrentenzuschlag.

Ihre Grundrentenzeit enthält 385 Kalendermonate mit Grundrentenbewertungszeiten. Der Durchschnitt für alle Kalendermonate mit Grundrentenbewertungszeiten beträgt 0,0324 Entgeltpunkte. Dieser Durchschnittswert wird für die weitere Berechnung verdoppelt (= 0,0648 Entgeltpunkte), darf aber einen Höchstwert von 0,0667 Entgeltpunkten nicht überschreiten.

Da dies nicht der Fall ist, wird bei der Versicherten mit dem verdoppelten Wert von 0,0648 Entgeltpunkten weitergerechnet. Hiervon sind pauschal 12,5 % abzuziehen. Für jeden Monat Grundrentenbewertungszeit ergeben sich damit 0,0567 Entgeltpunkte.

Von diesem Wert sind die bereits durch Beitragszahlung erwirtschafteten 0,0324 Entgeltpunkte abzuziehen, so dass jeder Kalendermonat mit einer Grundrentenbewertungszeit um 0,0243 Entgeltpunkte anzuheben ist. Im Fall der Versicherten ergibt das bei der Multiplikation mit 385 Kalendermonaten einen Zuschlag von 9,3555 Entgeltpunkten. Das entspricht einem zusätzlichen Rentenanspruch von 310,88 Euro (Ost) bzw. 319,86 Euro (West).

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Der Expertenrat der vergangenen Wochen

Ein Pkw fährt auf einen SUV auf.
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