Verkündigungssendung Das Wort zum Tag bei MDR SACHSEN

Täglich hören Sie das Wort zum Tag. Montags bis freitags gegen 5:45 Uhr und 8:50 Uhr, am Sonnabend gegen 8:50 Uhr, sonntags 7:45 Uhr. Das Wort zum Tag spricht in dieser Woche Manuel Füllgrabe.

Montag, 22.07.2019: Das göttliche Tattoo

Manuel Füllgrabe 2 min
Bildrechte: MDR/Manuel Füllgrabe

gesprochen von Manuel Füllgrabe

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Mo 22.07.2019 05:45Uhr 02:19 min

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"Bitte tu das nicht!" Meine Mutter war in meiner Kindheit ein Pol der Ausgeglichenheit. Doch mit einer Ankündigung konnte ich jedes Mal die Farbe aus ihrem Gesicht verscheuchen: "Wenn ich groß bin, lasse ich mich hier tätowieren!" Ich zeigte dann immer auf meinen linken Oberarm. "Bitte nicht", flehte sie mich an. "Das geht doch nie wieder weg! Was ist, wenn dir das dann nicht mehr gefällt." Ja, das muss wohl überlegt sein, was man sich eintätowieren lässt. In einen Baum kann ich ohne Probleme den Namen meiner großen Liebe einritzen. Wenn was schiefgeht: Der Wald ist groß. Das Tattoo aber bleibt. Aus einem "Anja forever" könnte ich vielleicht noch ein "Anna forever" machen, doch meine Partnerwahl wäre schon arg eingeschränkt.

Jetzt lese ich in meiner Bibel, dass Gott meinen Namen in seine Handflächen geschrieben hat. Nicht in eine, sondern gleich in beide. Hört sich erstmal nicht so besonders an. Ich nutze meine Handflächen ständig als Notiz-Zettel. Hier eine Telefonnummer, da eine ToDo-Liste, nur um wenig später festzustellen, dass nur einmal Händewaschen oder ein bisschen Schweiß die Zeichenfläche wieder wie neu macht. Alles weg! Ist das in Gottes Handfläche auch so? Mal kurz hingekritzelt und schon bin ich wieder vergessen?

Das Wort, das hier mit "in die Handflächen schreiben" wiedergegeben wird, kann auch "gravieren" bedeuten. Eben wie tätowieren. Und um das ganz klar auszudrücken, setzt der Autor noch ein "unauslöschlich" davor. "Unauslöschlich bin ich in Gottes Hände eingraviert." Gott ist sich sicher in seiner Beziehung zu mir. Nichts kann mich aus seinem Herzen löschen. Diese Gewissheit schenkt mir Grundgeborgenheit: Bedingungslos geliebt. Ich lasse es heute mal offen, ob ich nun tätowiert bin oder nicht. Nur so viel: Meine Mutter und ich haben ein gutes Verhältnis: Auch in ihre Handflächen bin ich fest eingeschrieben. Dafür bin ich dankbar. Ich wünsche Ihnen heute diese tiefe Geborgenheit. Dass Sie angenommen werden, so wie Sie sind.

Das Wort zum Tag spricht in dieser Woche:

Kurzbiografie Manuel Füllgrabe

Manuel Füllgrabe

geboren 1978 | Pastor und Jugendreferent in Leipzig | davor Pastor in Chemnitz, Kamenz, Quedlinburg | vier Kinder

Verantwortlich für Verkündigungssendungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wie das Wort zum Tag...

... sind die Senderbeauftragten der evangelischen Landeskirchen, der evangelischen Freikirchen bzw. der römisch-katholischen Kirche.