Verkündigungssendung Das Wort zum Tag bei MDR SACHSEN

Täglich hören Sie das Wort zum Tag. Montags bis freitags gegen 5:45 Uhr und 8:50 Uhr, am Sonnabend gegen 8:50 Uhr, sonntags 7:45 Uhr. Das Wort zum Tag spricht in dieser Woche Pastorin Kathrin Posdzich.

Donnerstag, 23.09.2021: Der Weg ist das Ziel

Kathrin Posdzich 2 min
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gesprochen von Pastorin Kathrin Posdzich

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Do 23.09.2021 05:45Uhr 02:22 min

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Der Weg ist das Ziel! Das Sprichwort hat mich früher immer geärgert. Das ist doch Unsinn: Das Ziel ist das Ziel. Ich will doch ankommen, was schaffen, ein Ergebnis sehen. Wirklich ehrgeizige Sportler meinen es doch auch nicht ernst, wenn sie sagen: Dabei sein ist alles. Ein Olympiakandidat will aufs Treppchen, ein Einser-Schüler will einer bleiben, Kinder wollen immer gewinnen und erwachsene Kinder auch. Ich weiß es, die Spieleabende in unserer Familie sind nichts für Weicheier. Da heißt es noch nach Tagen "Aber eigentlich hast du beim dritten Zug geschummelt, ich hätte gewinnen müssen."

Wie kann denn der Weg das Ziel sein? Ist das nicht eine billige Vertröstung? In der Bibel gibt es eine Geschichte über zwei Freunde, die ein Stück weg mit dem Auferstandenen Jesus laufen, ohne ihn zu erkennen. Unterwegs fragt er sie: "Was ist denn los mit euch?" Über dieser Frage kommen sie ins Reden. Jesus kann sie trösten und schon auf dem Weg werden sie zuversichtlich, gehen ihnen so einige Lichter auf.

Der Weg ist dann das Ziel, wenn ich im Rückblick meine eigene Entwicklung sehe. Wie ich an Herausforderungen gewachsen bin, wie ich durch gute Erlebnisse gestärkt, an schweren nicht zerbrochen bin. Wie ich mich wieder aufgerappelt habe. Der Weg ist das Ziel, wenn da immer wieder Leute sind, die mich aufrütteln, mir unbequeme oder einfach nur die richtigen Fragen stellen, die mich voranbringen.

Das Leben besteht aus vielen Stationen. Klar habe ich trotzdem in meinem Leben Ziele und ich will sie erreichen. Aber eine Erfahrung auf dem Weg kann auch sein: Wenn ich scheitere, findet sich ein anderes Ziel. Oder mein Ziel war gar nicht passend. Oder mein Weg ist noch nicht zu Ende. Auf dem Weg sein bedeutet be-weg-lich sein, nicht festgefahren. So gesehen stimmt es wirklich: Der Weg ist das Ziel.

Mittwoch, 22.09.2021: Segen

Kathrin Posdzich 2 min
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gesprochen von Pastorin Kathrin Posdzich

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Mi 22.09.2021 05:45Uhr 01:55 min

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"So Tschüss, viel Spaß und Gott segne dich" sage ich zu meiner Tochter. Zu ihr runtergebeugt streichle ihr noch schnell über den Kopf und dann hüpft sie auch schon fort zu ihren KiTa-Freunden. Als ich mich wieder aufrichte, sehe ich aus den Augenwinkeln, wie die Erzieherin irritiert die Augenbrauen hochzieht. Das war ihr bestimmt ein bisschen zu fromm.

Ich hätte auch sagen können, "Tschüss, viel Spaß und pass auf dich auf", aber das ist für mich nicht dasselbe. Klar kann sie schon auf sich selbst aufpassen und Erzieher in der KiTa, Eltern daheim, Großeltern beim Ausflug geben ihr Bestes, damit es den Kindern gut geht, aber so richtig in der Hand haben wir es alle nicht. Weil ich das nun mal nicht ändern kann, gebe ich meinen Kindern gern einen Segen mit. Denn genau das bedeutet Segen: jemandem Gottes Schutz wünschen, ihn mit dem Wunsch und dem Bewusstsein gehen zu lassen, dass Gott mitgeht. Mit kleinen und erst recht mit großen Kindern, egal, was passiert.

Gott hat den größeren Überblick und geht sieht alle Schritte, die neugierigen, die zaghaften, die richtig großen aufregenden. Ein Psalm der Bibel beschreibt das so: "Wer unter dem Schutz des Höchsten wohnt, wer im Schatten des Gewaltigen die Nacht verbringt, der sagt über den Herrn: 'Meine Zuflucht ist er und meine Burg, mein Gott, dem ich vertraue!'

Egal, ob Kind oder Erwachsener, ich brauche solches Vertrauen, damit ich meine Aufgaben immer wieder bewältigen kann, damit ich in schweren Situationen nicht kaputt gehe und das Schöne auch genießen kann. Der Segen erinnert mich daran und schickt mich zurück ins Leben: Also dann, Tschüss, viel Spaß und Gott segne dich.

Das Wort zum Tag sprechen in dieser Woche:

Kurzbiografie Kathrin Posdzich

Kathrin Posdzich

geboren 1983 in Zwickau, aufgewachsen in Wildenfels | verheiratet, zwei Kinder | ev.-luth. verwurzelt, ev.-meth. beheimatet | 2002 Abitur am Peter-Breuer-Gymnasium Zwickau | 2002-2009 Theologiestudium in Leipzig | seit 2009 Mitarbeiterin im Gemeindedienst in und Predigthelferin der evangelisch-methodistischen Kirche in Süd-Ost-Thüringen | seit 2015 Mitarbeitern des freikirchl. Senderbeauftragten beim MDR | seit Dezember 2018 Pastorin der ev.-meth. Kirche in Werdau und Langenbernsdorf

Verantwortlich für Verkündigungssendungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wie das Wort zum Tag...

... sind die Senderbeauftragten der evangelischen Landeskirchen, der evangelischen Freikirchen bzw. der römisch-katholischen Kirche.