Verkündigungssendung Das Wort zum Tag bei MDR SACHSEN

Täglich hören Sie das Wort zum Tag. Montags bis freitags gegen 5:45 Uhr und 8:50 Uhr, am Sonnabend gegen 8:50 Uhr, sonntags 7:45 Uhr. Das Wort zum Tag spricht in dieser Woche Pastorin Christine Rösch.

Mittwoch, 08.04.2020: JUDAS

Christine Rösch, theologische Referentin im Landesverband der Diakonie Sachsen 3 min
Bildrechte: MDR/Christine Rösch

gesprochen von Christine Rösch

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Mi 08.04.2020 05:46Uhr 02:32 min

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Haben Sie die Ostertage schon umgeplant? Vor allen Dingen wegen des Essens. Es soll ja keine großen Familientreffen geben. Aber ganz ohne Vorbereitung und Absprachen geht es eben auch nicht ... bei aller gewünschten Zurückhaltung. Vor gut 2.000 Jahren war es nicht anders. Die Jünger fragen Jesus, wo und wie er nun feiern möchte. Er empfiehlt ihnen einen Ort in der Stadt, dort sollen sie alles vorbereiten. Dabei sein werden nur die engsten Freunde, die zwölf Jünger. Wie sonst auch. Nur: Für Jesus ist’s nicht die "normale" Runde, wie sonst auch.

Er weiß, dass einer seiner Freunde ihm vor kurzem die Freundschaft innerlich aufgekündigt hat. Verraten und verkauft, hat er ihn. Für 30 Silbergroschen. An die, die ihn hängen sehen wollen.

Der Jünger Judas hatte anderes erwartet von Jesus. Enttäuscht, bitter enttäuscht ist er, dass der Sohn Gottes sich nicht wehrt, nicht eingreift, das Blatt nicht wendet. Unverständlich. Judas hatte doch fest damit gerechnet, dass er sich keinen machtlosen Chef und leidenden Meister mit ansehen muss. Wieso tut Jesus denn nichts dagegen? Judas fühlt sich verraten.

Und dann sitzt dieser Judas mit an der Festtafel, wie immer, weil er zu der Runde gehört. Aber nichts ist wie immer. Und Jesus schickt ihn nicht mal weg, aber er schweigt auch nicht. Er redet von dem, was passiert. „Einer von euch wird mich verraten!“ Die Runde ist empört. Was soll das heißen? Und Judas fragt: "Ich bin es doch nicht etwa, Rabbi?" - "Du selbst hast es ausgesprochen", erwidert Jesus.

Jesus bleibt mit Judas im Gespräch. Er isst auch mit ihm. Aber er beschönigt nichts und gibt die Gemeinschaft nicht auf.

Wenn’s innerlich eng wird am Tisch, auch bei uns in diesen Ostertagen, weil man sich nicht ausweichen kann, dann lohnt sich ein offenes Wort. Klarheit schaffen ohne die Gemeinschaft aufzugeben. Das ist schwer, tut manchmal weh, öffnet uns aber den Weg zu guten Ostererfahrungen.

Das Wort zum Tag spricht in dieser Woche:

Christine Rösch

Christine Rösch

Geboren am 28.09.1958 in Gotha | 1977 Abitur | Studium an der Bauhaus-Universität Weimar mit Abschluss als Dipl. Ing. für Gebiets- und Stadtplanung 1983 | danach tätig in der Altstadtsanierung und im Kirchenbau der Stadt Gotha | ab 1992 theologische Ausbildung | 1. und 2. Examen und Ordination | zunächst Pfarrstelle in Seebergen (Kreis Gotha) | ab 2002 Pastorin für allgemeinkirchliche Aufgaben der Landeskirche in der 1. Pfarrstelle des Diakonischen Werkes Thüringen | ab 2014 theologische Referentin im Landesverband der Diakonie Sachsen | wohnhaft in Radebeul

Verantwortlich für Verkündigungssendungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wie das Wort zum Tag...

... sind die Senderbeauftragten der evangelischen Landeskirchen, der evangelischen Freikirchen bzw. der römisch-katholischen Kirche.