Thüringer Landtag Weiteres Stasi-Dokument zu AfD-Politiker Laudenbach

In der Stasi-Unterlagenbehörde ist ein neues Dokument zum Geraer AfD-Landtagsabgeordneten Dieter Laudenbach gefunden worden. Eine Sprecherin bestätigte MDR THÜRINGEN einen Bericht der Bild-Zeitung, wonach ein IM-Vorlauf-Protokoll gefunden wurde. Darin äußert sich Laudenbach über seine Arbeitskollegen. Der gelernte Kellner berichtete im Mai 1985 der Stasi über seine Beobachtungen an seiner Arbeitsstelle im Interhotel von Gera. Dabei ging es um ein ausreisewilliges Ehepaar, das Laudenbach als arbeitsunwillig schilderte. Außerdem erzählte er der Stasi, dass die Ehe in die Brüche gehen werde, sollte das Paar nur für ein paar Monate getrennt werden - etwa wenn der Mann zur NVA eingezogen werde.

In dem Bericht ist als Quelle der IM-Vorlauf "Klaus" angegeben. Das bedeutet, dass "Klaus" alias Dieter Laudenbach noch nicht für eine inoffizielle Mitarbeit beim Ministerium für Staatssicherheit verpflichtet war. Allerdings führte die Stasi mit ihm Gespräche, um ihn für eine Mitarbeit zu gewinnen. Das Gespräch mit dem IM-Vorlauf führte Hauptmann Lothar Fenn. Fenn arbeitete im Geraer Interhotel. Für die Abteilung VI überwachte er das Hotel mit internationalen Gästen. Gut eineinhalb Jahre nach dem nun entdeckten Spitzelbericht legte die Stasi einen Auskunftsbericht an, in dem verzeichnet ist, dass Dieter Laudenbach am 17.12.1986 angeworben worden sei. Eine Verpflichtungserklärung von Dieter Laudenbach konnte die Stasi-Unterlagenbehörde bislang nicht finden. Die Recherchen laufen noch.

MDR THÜRINGEN hatte im Juli erstmals berichtet, dass Laudenbach beim Ministerium für Staatssicherheit als IM mit dem Decknamen "Klaus" registriert war. Laudenbach stritt damals eine aktive inoffizielle Mitarbeit für die Stasi ab. Ihm sei jedoch bewusst, dass Mitarbeiter der Staatssicherheit bei seinem damaligen Arbeitgeber "allgegenwärtig" gewesen seien.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 04. August 2020 | 14:30 Uhr

27 Kommentare

Simone vor 24 Wochen

Es muss bitter für all die AfD Gläubigen sein, die auf die populistischen Sprüche dieser selbsternannten Volkssversteher hereingefallen sind, dass ihre Helden mindestens genauso viel, aber vermutlich deutlich mehr Dreck am Stecken haben als die gerne als Altparteien geschmähten Parteien, die u.a. den Umbau der maroden DDR in die oft herbei gewünschten 'blühenden Landschaften' vollzogen haben. Die AfD kam dann irgendwann als schon alles gelaufen war und man eigentlich nur noch auf hohem Niveau über alles und jeden meckern konnte.

Für eine junge Partei hat die AfD erstaunlich viel auf dem Kerbholz:Verschleierte illegale Großspenden aus dem Ausland, Abgeordnete die bundesweit bekannte Rechtsextremisten beschäftigten oder gegen die wie im Falle des Herr Ochsenreiter in Polen wegen der Finanzierung eines Terroranschlages in der Ukraine ermittelt wird. Pikant an diesem Brandanschlag ist wiederum, dass er nur Russland wirklich nützte. Mich macht so was nachdenklich!

Jana vor 25 Wochen

Komisch, aber wenn es der AfD in den Kram passt, dann rechtfertigt das Fehlverhalten anderer Menschen, dass man gerne intensivst kritisiert, plötzlich eigene Nestbeschmutzer wie einen Stasispitzel der seine Kollegen ausgeforscht und an die Stasi verraten hat. Sorry, aber so läuft das nicht! Natürlich ist es für Anhänger der AfD schwer zu verstehen, dass das Fehlverhalten eines Flüchtlings KEINE Legitimation dafür ist beliebig viele Verbrechen gegen Flüchtlinge zu begehen, aber so ist das nun mal in einem Rechtsstaat.

Worauf es jetzt ankommt ist, wie sich die AfD gegenüber diesem Stasispitzel und Landtagsabgeordneten positioniert. Wirft man den Kerl aus der Fraktion raus, oder klopft man ihm auf die Schulter und vergibt ihm, weil er es geschafft hat mit seiner Hetze gegen Ausländer ein Mandat zu gewinnen. Vielleicht kann man ihn ja zukünftig noch brauchen wenn es darum geht einen neuen Spitzelapparat aufzubauen.

Der Matthias vor 25 Wochen

@ W. Merseburger

"Ein Direktor eines Kreisgerichtes und hier besonders im Chemiedreieck hatte doch stets und vertrauensvoll mit den Sicherheitskräften des Staates zusammenzuarbeiten."

Was soll das mit Herrn Laudenbach zu tun haben? Völlig unabhängig davon, welche Rolle ein Kreis-Direktor aus Querfurt (das liegt nicht einmal in Thüringen) in diesem Regime gespielt hat . . . das macht die Spitzeltätigkeit von AFD-Mann Laudenbach wohl kaum weniger verwerflich! Und vorrangig nur um diesen geht es im konkreten Fall und nicht darum, was andere möglicherweise auch auf dem Kerbholz hatten!

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