Artenschutz Sind diese Vögel noch zu retten?

Unsere intensive Landwirtschaft raubt Feld- und Wiesenvögeln nach wie vor den Lebensraum. Maßnahmen wie Schutzstreifen am Ackerrand oder Brutfenster können den Rückgang der Bestände von Kiebitz, Braunkehlchen, Turteltaube und Grauammer offenbar nicht aufhalten.

Feldlerche
Seit den 80er-Jahren hat sich der Bestand der Feldlerche in Deutschland halbiert. Noch ist sie ein typischer Feldvogel und daher recht bekannt. Sie bevorzugt offene Lebensräume mit abwechslungsreicher Vegetation. Ihr Gefieder ist überwiegend braun und das Männchen besitzt eine kurze, stumpfe Federhaube, die es aufstellen oder anlegen kann. Bildrechte: Colourbox.de
Feldlerche
Seit den 80er-Jahren hat sich der Bestand der Feldlerche in Deutschland halbiert. Noch ist sie ein typischer Feldvogel und daher recht bekannt. Sie bevorzugt offene Lebensräume mit abwechslungsreicher Vegetation. Ihr Gefieder ist überwiegend braun und das Männchen besitzt eine kurze, stumpfe Federhaube, die es aufstellen oder anlegen kann. Bildrechte: Colourbox.de
Kiebitz
Früher war der Kiebitz weit verbreitet und durch sein auffälliges Aussehen und Verhalten bekannt. Doch die Trockenlegung von Feuchtwiesen und eine intensivere Landwirtschaft haben dafür gesorgt, dass er mittlerweile stark gefährdet ist. Bildrechte: Colourbox.de
Braunkehlchen auf einem Strauch
Wenn die Braunkehlchen im April nach Deutschland kommen, haben sie mehr als 5.000 Kilometer hinter sich. Denn sie überwintern im tropischen Afrika. Sie fliegen vor allem nachts, tagsüber suchen sie nach Nahrung oder ruhen sich aus. Bei uns angekommen, brauchen sie blütenreiche Wiesen und Brachen, um Bodennester zu bauen. Diese verschwinden allerorten, weshalb der Bestand des Braunkehlchens seit Jahrzehnten zurückgeht. Bildrechte: imago images/Shotshop
Neuntöter
Der Neuntöter betreibt eine martialisch anmutende Vorratswirtschaft: Er spießt seine Beute wie Käfer oder gar Mäuse an Weißdorn und Brombeerstacheln auf. Nachdem die Bestände in den 70er- und 80er-Jahren weit zurückgegangen waren, brüten nun in Deutschland inzwischen wieder zwischen 90.000 und 190.000 Paare, daher konnte der Neuntöter von der Roten Liste gestrichen werden. Bildrechte: dpa
Stieglitz
Man kennt ihn auch unter dem Namen "Distelfink", denn sein Schnabel eignet sich hervorragend, um an die Samen von Disteln, Kletten und Karden zu gelangen. Oft ist er in größeren Trupps unterwegs und sucht auf Brachen oder am Feldrand nach Sämereien. Doch genau diese Areale werden immer weniger. Bis 2007 verlangte die gemeinsame EU-Agrarpolitik noch Brachflächen auf jedem landwirtschaftlichen Betrieb. Seitdem werden alle Flächen eines Betriebes für den Fruchtanbau genutzt. Damit verschwindet der reich gedeckte Speisetisch für den Stieglitz. Durch sein farbenfrohes Gefieder war er bis ins 20. Jahrhundert ein beliebter Stubenvogel und wird auch heute noch in eingigen Ländern illegal gefangen und verkauft, auf Malta sogar ganz offiziell.
Bildrechte: IMAGO / blickwinkel
Bluthänfling
Wegen seines schönen Gesangs wurde auch der Bluthänfling früher für die Volierenhaltung gefangen. Das ist heute zwar verboten, dennoch geht es mit ihm bergab. Die Art ist als gefährdet eingestuft, in Bayern sogar als stark gefährdet. In der von Feldbau und Zersiedelung strukturierten Landschaft fehlen ihm offene Plätze und mit Buschwerk bewachsene Raine und Hänge, die er zum Brüten braucht. Er ist ein Kanditat für den Vogel des Jahres 2022. Bildrechte: imago images/imagebroker
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