Feine Nasen Hunde und Hightech lösen gemeinsam Brandfälle

Zufall oder Brandstiftung? Oft ist es für Feuerwehrleute und Polizei schwierig, auf den ersten Blick zu erkennen, was die Ursache eines Brandes war. Bei den Ermittlungen bekommt das Polizeipersonal deshalb tierische Unterstützung. Brandmittelspürhunde suchen in ausgebrannten Häusern nach Spuren. Mit ihrer feinen Nase können sie Brandbeschleuniger wie Benzin oder Spiritus erschnüffeln.

Eine Hundenase ist mit circa 220 Millionen Riechzellen ausgestattet. Zum Vergleich: Der Mensch verfügt lediglich über sechs Millionen Riechzellen. Damit können Hunde nicht nur Covid-19, menschliche DNA oder Krebs identifizieren – sie erkennen auch, ob an einem Ort brennbare Flüssigkeiten verschüttet wurden. Und das noch Tage nach dem jeweiligen Brand, auch in völlig ausgebrannten Gebäuden.

Schnüffeln auf Hochleistungsniveau

Das Schnüffeln ist für die Hunde allerdings ein Hochleistungsjob, der volle Konzentration erfordert. Deswegen können sie maximal 20 Minuten am Stück nach Spuren suchen, danach brauchen sie erst einmal eine Pause. Bei der Arbeit sind die Hunde effizient: Sie bewältigen bis zu 300 Quadratmeter Fläche am Stück. Um besonders viele Geruchsmoleküle in die Nase zu bekommen, erhöhen die Tiere ihre Atemfrequenz: Bis zu 300 Mal pro Minute atmet ein Brandmittelspürhund im Einsatz.

Training schon im Welpenalter

Das Training der Hunde beginnt schon, wenn sie noch Welpen sind. Damit sie nicht so schnell in Stress geraten, macht ihre Bezugsperson sie mit ungewöhnlichen Umweltbedingungen wie lauten Geräuschen, vielen Menschen oder anderen Hunden vertraut. Die Bezugsperson, bei der Polizei auch "Hundeführer" genannt, trainiert den Hund spielerisch. Mit einem Spielzeug lernt er beispielsweise, Benzin und Spiritus zu erkennen.

Lautes Bellen gibt den Hinweis

Wenn der Spürhund einen Brandbeschleuniger erschnüffelt hat, gibt er durch lautes Bellen einen Hinweis. Das alleine genügt jedoch noch nicht, um eine Brandstiftung juristisch nachzuweisen. Wenn der Hund die grobe Stelle lokalisiert hat, an der eine leicht brennbare Flüssigkeit verschüttet worden sein könnte, kommt meist ein Spezialgerät zum Einsatz: der sogenannte "Photoionisationsdetektor".

Spezialgerät erkennt Kohlenwasserstoffe

Dieser kann chemische Verbindungen, wie beispielsweise aromatische Kohlenwasserstoffe erkennen. Die sind unter anderem in Benzin enthalten. Das Gerät kann die Verbindungen auch nach einem schweren Brand noch nachweisen. So können die Ermittelnden oft den sicheren Beweis erbringen: Hier handelt es sich um Brandstiftung.

iz

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