Medikament gegen chronische Schmerzen Cannabiskonsum bei Migräne kann zu Kopfschmerzen führen

Manche Menschen mit chronischer Migräne behandeln ihre Beschwerden auch mit Cannabis. Forscher in den USA haben nun aber herausgefunden, dass dies regelmäßige Kopfschmerzen zur Folge haben kann.

Nicht erkennbarer Mann in Kapuzenjacke, der Zigarette raucht, während er im dunklen Raum mit brennendem Feuerzeug in der Hand steht
Bildrechte: imago images/Addictive Stock

Die Wissenschaftler um Niushen Zhang von der Stanford University School of Medicine untersuchten für ihre Studie 368 Personen, die seit mindestens einem Jahr unter chronischer Migräne litten – also 15 oder mehr Tage pro Monat mit Kopfschmerzen verbringen. 150 dieser Patienten nutzten Cannabis als Medikament gegen Migräne. Weitere Faktoren, wie die Häufigkeit der Migräne und wie lange sie schon chronisch verläuft, flossen ebenfalls in die Untersuchung ein.

Risiko für Kopfschmerzen sechs Mal höher

Im Ergebnis war das Risiko, an regelmäßigen Kopfschmerzen zu leiden, bei den Cannabiskonsumenten sechs Mal höher als bei denen, die darauf verzichteten. Ähnlich war es bei den Menschen, die Opioide nutzten. Diese Substanzen sind dafür bekannt, dass sie das sogenannte periaquäduktale Grau beeinflussen, das im Kern unseres Gehirns liegt und eine wichtige Rolle in der menschlichen Schmerzwahrnehmung spielt und daher auch mit der Migräne in Verbindung gebracht wird.

"Viele Menschen mit chronischer Migräne behandeln sich bereits selbst mit Cannabis und es gibt Hinweise darauf, dass dies auch bei anderen chronischen Schmerzen hilft", erklärt Niushen Zhang. Allerdings hätte sich in der Studie gezeigt, dass der Cannabis-Konsum wiederum zu regelmäßigen Kopfschmerzen führen kann.

Detaillierte Ergebnisse sollen nun beim 73. jährlichen Treffen des US-amerikanischen Neurologen-Verbands AAN vorgestellt werden. Zudem könnte in Längsschnittstudien (die Studie wird über einen längeren Zeitraum mehrfach wiederholt) in Zukunft noch besser untersucht werden, wie sich der Cannabis-Konsum auf die Migränepatienten auswirkt, denn die vorliegende war rein retrospektiv, d.h. sie nutzte bereits vorliegende Daten.

cdi

4 Kommentare

DerRealist am 29.09.2021

Der Beitrag ist kompletter Unfug und totale Irreführung! Ich weiß von mehreren Fällen, aus nächster Hand, wo Cannabis-Konsum die Migräne teils vollständig besiegt hat, ohne auch nur Ansätze von anderen Nebenwirkungen! Wenn man solch Beiträge schreibt, sollte man auch das ganzheitlich betrachten und gerade Faktoren wie elektromagnetische Felder, als Auslöser für Kopfschmerzen, mit in Betracht ziehen! Ebenso sollte bekannt sein, dass durch u.a. auch Cannabiskonsum die "Erdung" des Menschen stattfindet und Sinne geschärft werden die in dieser industrialisierten Welt fast abgeschaltet sind. Die Schlussfolgerungen die hier gezogen werden sind also komplett falsch und halten keiner fundierten Untersuchung stand! Wie wärs mal viel lieber eine der über 30000 Studien zu Schäden durch Mobilfunk & WLAN zu Rate zu ziehen? Oder widerspricht das dem einseitigen Auftrag der Industrie? Leider ist in dem Fenster zu wenig Platz das alles ausführlich zu belegen!

t0rf am 03.03.2021

Es geht bei der Studie nicht um die Häufigkeit der Migräne, sondern dem GLEICHZEITIGEN Auftreten von chronischer Migräne und Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerz (MÜK bzw. MOH im Englischen). Migräne ist nicht mit Kopfschmerzen gleichzusetzen!
Der Gebrauch von Cannabis gegen die chronische Migräne korrelierte positiv mit einem zusätzlich diagnostizierten MÜK.
MÜK findet man bei sämtlichen akut wirksamen Schmerzmitteln, die gegen Migräne eingesetzt werden (NSAR und Triptane). Der vor der Erhebung diagnostizierte MÜK zeigt dass es auf Dosierung und die sichere Anwendung ankommt. Die Absetzung des Schmerzmittels führt bereits zur Besserung.

t0rf am 03.03.2021

Korrektur: Die sichere Anwendung, nicht die Dosierung ist allgemein entscheidend für MÜK.