Angst, Panik und Gefühle mit Corona Hypnose nimmt die Angst auf der Intensivstation

Intensivstationen sind seit Beginn der Pandemie in den Fokus gerückt. Doch viele Menschen haben Angst, Geräten ausgeliefert zu sein. Das kann besonders bei der Beatmung schwierig werden. Psychologen haben jetzt eine Methode entwickelt, mit der sich Patienten entspannen können – auf der Basis von Hypnose.

Ärztinnen auf der Covid-Station, einem Bereich der Operativen Intensivstation vom Universitätsklinikum Leipzig.
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Allein die Geräuschkulisse auf der Intensivstation: das Piepen, das Rascheln. Völlig verhülltes Medizinpersonal. Keine Gesichter, nur die Augen. Die vielen Eindrücke und offenen Fragen kreisen oft quälend und von außen unbemerkt durch Kopf und Herz: Was passiert mit mir? Werde ich sterben, oder wieder gesund? "Die Patienten fühlen sich ohnehin schon ausgeliefert", erklärt Psychologin Dr. Barbara Schmidt von der Universität Jena. "Und dann kommen sie noch an ein Gerät, eine Atemmaske, die ihre Atmung unterstützen soll."

Wenn man sich dem Gerät nicht anvertraut, kann sich das extrem negativ anfühlen. Man kommt in eine sogenannte Asynchronie, man atmet gegen das Gerät. Das kann man aber eigentlich nicht, weil das Gerät stärker ist.

Dr. Barbara Schmidt Psychologin Universität Jena

Hier wollte die Psychologin helfen. Ihre Idee: Hypnose. Denn gerade in solchen extremen Situationen wie auf der Intensivstation sind Menschen sehr empfänglich dafür. Sie brauchen Hilfe und nehmen die in der Regel auch an. Während der Studie der Uni Jena waren Psychologen vor Ort und führten eine Hypnose mit der Suggestion von Sicherheit durch, während die Patienten künstlich beatmet wurden. Geräusche und Reize, die zuvor angsteinflößend gewirkt hatten, deuten die Psychologen positiv um.

Sogar den Druck der Atemmaske verbinden Patientinnen und Patienten dann mit einer Wohlfühl-Oase. Wenn sie die Maske also später wieder aufgesetzt bekommen, wird sich - aller Voraussicht nach - wieder ein Gefühl der Sicherheit einstellen. "Vielleicht verstehen sie nicht, worüber Ärzte und Pflegepersonal sprechen. Es ist aber gut zu wissen, dass all die Geräusche eine Erinnerung daran sind, dass hier viele Menschen und Geräte für sie zusammenarbeiten.“

Eine Intensivpflegerin ist in der Corona-Intensivstation des Universitätsklinikums Dresden mit der Versorgung von Patienten beschäftigt.
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Mit Hypnose die Angst nehmen

In der Studie der Uni Jena hat die Hypnose der Patienten eine gute Wirkung erzielt. "Die Annahme des Atemgeräts wurde extrem verbessert. Die Patienten haben sich besser gefühlt, weniger aufgeregt, weniger Angst gehabt. Das ist der Hauptbefund, den wir zeigen", fasst Psychologin Schmidt zusammen. Die Ergebnisse aus Jena decken sich mit einer ähnlichen Studie aus Ungarn. Dort hatten Wissenschaftler Patienten jeden Tag eine halbe Stunde den Hypnose-Text vorgespielt. Das erfreuliche Ergebnis: Die Patienten mussten nicht so lange beatmet werden und konnten die Intensivstation in der Regel auch früher wieder verlassen.

(kt)

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