Veranstaltungs-Forschung Events in Zeiten von Corona: Auf RESTART 2019 folgt RESTART 2.0

Eine Krankheit mit hochinfektiösem Potential und gesellschaftliche Events wie Konzerte, Sportveranstaltungen und Vorlesungen in geschlossenen Hallen: Was braucht es für eine friedliche Koexistenz? In Halle wird nun weitergeforscht.

Menschen in einem Hörsaal.
Blick in einen Hörsaal. Bildrechte: Universitätsmedizin Halle/S.

Das Projekt RESTART-19 hat genau das untersucht: Öffentliche Veranstaltung in Zeiten einer hochinfektiösen Krankheit. Zur Erinnerung: Im Projekt RESTART-2019 wurde vergangenen Herbst bei einem Konzert getestet, unter welchen Bedingungen kulturelle und sportliche Veranstaltungen auch in geschlossenen Räumen wieder stattfinden können. Welche Auflagen muss das Publikum erfüllen, was müssen Veranstalter beachten? Um dies festzustellen, haben die Forscher von der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg das Konzert mit drei unterschiedlichen Szenarien durchgespielt, den Flug der Aerosole in einem Computermodell simuliert und die Daten in ein epidemiologisches Modell gepackt.

Ein Mann hält ein Tablet und einen Tracer
Dr. Stefan Moritz von der Universitätsmedizin Halle/S. Bildrechte: Universitätsmedizin Halle/S.

Projektleiter Dr. Stefan Moritz fasst das Ergebnis zusammen: "Kulturelle Events und Sportveranstaltungen können unter Berücksichtigung der Inzidenz auch in der Halle stattfinden, wenn – und das ist entscheidend – eine sehr gute Belüftungstechnik und ein auf die jeweiligen Einrichtungen abgestimmtes Hygienekonzept existieren. Die Hygienekonzepte müssen passen und jede Veranstaltung muss für sich selbst gesehen werden." Moritz leitet die Infektiologe am Universitätsklinikum Halle. Er sagt auch, nicht alle Events könnten über einen Kamm geschoren werden, ein Konzept für alle Veranstaltungen zu übernehmen sei nicht zielführend. Der komplette Forschungsbericht ist jetzt im Fachmagazin "Nature communications" veröffentlicht worden.

Jetzt wird weitergeforscht: Wie sind volle Hallen und Säle wieder möglich?

Während im ersten Projekt danach geschaut wurde, ob überhaupt Veranstaltungen stattfinden können, soll im Folgeprojekt RESTART 2.0 an einem einheitlichen Bewertungsssystem für die Raumlufttechnik von Veranstaltungsstätten geforscht werden. Mit seiner Hilfe soll das Ansteckungsrisiko schnell klassifiziert werden können.

Im Team für das neue Projekt sind Spezialistinnen und Spezialisten der Universitätsmedizin Halle, der TU Berlin sowie der Charité-Universitätsmedizin Berlin beteiligt. Moritz erklärt: "Um Veranstaltungen langfristig wieder wirtschaftlich zu machen, müssen wir den Faktor Impfung miteinbeziehen." Dabei wird außerdem eine neue Methode zur Untersuchung der Strömungsverhältnisse eingesetzt. Die Ergebnisse des neuen Forschungsprojekts sollen noch 2021 vorliegen.

(lfw)

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