Corona Omikron: Biontech-Booster schützt zeitlich begrenzt vor Ansteckung

Laut Biontech-Forschern schützt die Booster-Impfung vor einer Infektionen mit Omikron. Dieser Schutz hält aber nur relativ kurz, so die britische Gesundheitsbehörde UK Health. Israelische Forscher haben ermittelt: auch eine vierte Dosis kann das nicht ändern. Der Schutz vor schwerem Verlauf bleibt aber hoch.

Impfausweis mit Impfspritze, positivem Corona-Schnelltest und Impfstofffläschchen von Biontech und Moderna
Trotz Booster-Impfung infizieren sich mehr und mehr Menschen in Deutschland mit der Omikron-Variante von Sars-CoV-2 (symbolbild). Bildrechte: IMAGO / Christian Ohde

Die Resultate der Laborversuche klingen zwar vielversprechend: Ein Forschungsteam des Impfstoffherstellers Biontech hat Blutproben von Geboosterten 28 Tage nach deren dritter Impfung genommen und damit in Zellkulturen überprüft, wie gut diese Seren die Omikron-Variante von Sars-CoV-2 neutralisieren können. In Science berichtet das Team, die Immunreaktion vier Wochen nach einer dritten Dosis des Biontech/Pfizers Impfstoffs Comirnaty habe die Viren ausreichend ausschalten können. Allerdings: Immer mehr Daten aus der Realwelt zeigen, die Booster-Impfung schützt vor einer Ansteckung mit Omikron bestenfalls eine relativ kurze Zeit.

UK Health: Booster-Schutz lässt nach zehn Wochen nach

Laut Daten der britischen Gesundheitsbehörde UK Health Securty Agency nimmt der Schutz gegen eine symptomatische Erkrankung mit Omikron relativ schnell ab. Etwa zehn Wochen nach der Booster-Impfung steigt das Risiko, sich trotz Booster-Impfung mit dem Virus zu infizieren. Der Schutz vor einer schweren Erkrankung, die sogar eine Behandlung im Krankenhaus nötig macht, bleibt laut UK Health aber hoch. Etwa 88 Prozent der Klinikaufnahmen könnten durch drei Dosen einer Corona-Impfung verhindert werden.

Israel: Vierte Corona-Impfung kein ausreichender Zusatzschutz

Daten aus Israel zeigen unterdessen auch: Ein Update der Impfstoffe gegen Omikron ist dringend notwendig, denn auch eine vierte Impfdosis kann keinen langanhaltenden Schutz vor Ansteckung herstellen. Die Nachrichtenagentur dpa zitiert die israelische Forscherin Gili Regev vom Schiba Krankenhaus in Tel Aviv, die sich am Montag über laufende Versuche seiner Forschungsgruppe äußerte. Die Wissenschaftler hatten Versuchsteilnehmern eine vierte Impfdosis verabreicht. Zwei Wochen nach dieser Impfung sei zwar ein erneuter Anstieg der Antikörperwerte zu beobachten. Doch der reiche gegen die Omikron-Variante nicht aus. Eine vierte Impfung mit dem unveränderten Impfstoff lohne sich daher höchsten für stark gefährdete Gruppen wie Hochbetagte oder Immunsupprimierte, so Professorin Regev.

(ens)

39 Kommentare

Anni22 vor 17 Wochen

Ich weiß nicht, ob es Sinn macht, das Thema jeden Tag "neu" zu beleuchten. wer will, weiß mttlerweile Bescheid. Wer nicht will, wird auch nach der 1000 Wiederholung nicht williger. Langsam ist es einfach nur noch öde.

MDR-Team vor 17 Wochen

@Der Pegauer,
es ist sehr freundlich von Ihnen, dass Sie so umsichtig mit uns sind.
Zum Thema Langzeitwirkungen gibt es inzwischen so viele Informationen und Auskünfte, dass wir uns hier auf eine Verknappung konzentrieren: Es gibt keine Impfnebenwirkungen, die erst nach Jahren wie aus dem Nichts auftauchen. Das gab es bisher noch bei keiner Impfung und Expert*innen sagen, dass das auch bei den COVID-19-Schutz-Impfungen nicht der Fall sein wird. Folgeschäden durch Impfungen treten innerhalb weniger Tage bis weniger Wochen auf.
Und was die Profiteure dieser Pandemie angeht: Ja, die gibt es mit Sicherheit. Aber dieser Fakt belegt nun bei weitem nicht, dass die Impfungen unwirksam oder unsicher ist.

Der Pegauer vor 17 Wochen

@Jenaer, Sie haben wohl nicht das Interview der allseits geschätzten Virologin Melanie Brinkmann gelesen, dass sie der ZEIT Anfang September 2021 gegeben hat. Ich zitiere im Wortlaut: „Die Virologin Melanie Brinkmann zumindest rechnet in einem Zeit-Interview mit vielen Todesfällen unter Kindern. Wie die WAZ aus dem Interview zitiert, erklärt die Expertin, dass laut eines US-Reports 0,1 bis 1,9 aller positiv getesteten Kinder im Krankenhaus behandelt würden. „Von diesen Kindern sterben bis zu drei Prozent“, sagte Brinkmann. Quelle ruhr24.de
Da nehmen sich die 400 Suizidversuche von Kindern und Jugendlichen im vergangenen Jahr regelrecht harmlos aus.
Ich weiß, das ist Sarkasmus pur, nur sollte man alles im Blick behalten.