Covid-19 Genesene: Mindestens 10 Monate hoher Schutz vor neuer Ansteckung

Englische Forscher haben während der ersten Corona-Welle infizierte Pflegeheimbewohner untersucht. Ergebnis: Die Senioren hatten zehn Monate später 85 Prozent Schutz vor einer neuen Ansteckung.

Covid 19 Antigen Schnelltest
Negatives Schnelltestergebnis (Symbolbild): Daten aus England zufolge schützt eine überstandene Infektion in hohem Maße vor einer erneuten Ansteckung. Bildrechte: imago images/CHROMORANGE

Wer eine Corona-Infektion überstanden hat, hat auch zehn Monate danach noch ein sehr geringes Risiko, sich erneut anzustecken. Zu diesem Ergebnis kommen britische Wissenschaftler jetzt im Fachblatt "Lancet Healthy Longevity". Für ihre Studie untersuchten die Forscher zwischen Oktober 2020 und Februar 2021 eine Kohorte von 682 Bewohnerinnen und Bewohnern sowie 1.429 Pflegerinnen und Pfleger von rund 100 Pflegeheimen in England regelmäßig mit PCR-Tests.

Hoher Schutz für Genesene

Im Juni und Juli waren die beiden Gruppen bereits mit Antikörpertests untersucht worden um herauszufinden, wer in der ersten Welle im Frühjahr eine Infektion überstanden hatte. Dabei stießen die Forscher auf 637 Personen mit Antikörpern gegen Sars-CoV-2. Bei den anschließenden Tests im Herbst und Winter zeigte sich eine sehr geringe Zweitinfektionsrate. Nur 14 Personen steckten sich erneut mit Covid-19 an, vier davon waren Bewohner und zehn davon Pflegerinnen.

Bei den 1.477 noch nicht infizierten oder geimpften Untersuchungsteilnehmern kam es dagegen zu 204 Infektionen, davon waren 93 Bewohner und 111 Mitarbeiter der Pflegeheime. Rechnerisch ergab sich somit zehn Monate nach der Infektion für die Bewohner ein Schutz von 85 Prozent, gegen eine erneute Ansteckung. Bei Mitarbeitern lag der Schutz bei 60 Prozent. Positive Testergebnisse wurden nur dann berücksichtigt, wenn mindestens 90 Tage seit einem vorangegangenen positiven Test vergangen waren. So sollte verhindert werden, Infektionen doppelt zu zählen.

Senioren hatten robuste Immunanwort

Grundsätzlich seien die Ergebnisse gute Nachrichten hinsichtlich einer Immunität nach einer überstandenen Infektion. "Die Tatsache, dass eine frühere COVID-19-Infektion den Bewohnern von Pflegeheimen einen hohen Schutz bietet, ist beruhigend, denn es gab Bedenken gab, dass Menschen mit zunehmendem Alter schwächere Immunantworten haben könnten", sagt Maria Krutikov, die die Studie geleitet hat. Allerdings könne es sein, dass die Studie nur Menschen mit besonders robuster Gesundheit berücksichtigt habe, weil diese bereits eine erste Infektion gut überstanden hatten. Krutikov schlussfolgert aber: "Das Risiko, sich zweimal anzustecken, scheint sehr gering zu sein."

Als nächstes wollen die Forscher mit Hilfe regelmäßiger Tests weiterverfolgen, wie sich die Immunität der Genesenen im Vergleich zu der von Geimpften entwickelt.

(ens)

11 Kommentare

Soldaten Norbert vor 1 Wochen

Je mehr Ältere geimpft sind, steigt der Infektionsdruck auf Jüngere ? Hallo ? Warum ? Das ist doch irre ! Jüngere haben und hatten bisher keine größere Infektionsgefahr. So wie bekannt, sind 4 Kinder ( von 82 Mio Einwohner) im Alter bis 20 Jahre an oder mit Corona gestorben. Bei jeder Grippewelle sterben mehr Kinder in Deutschland ! Warum also Kinder impfen ? Die Nebenwirkungen stellen eine höhere Gefahr dar. Und alle Älteren sind ja geimpft und somit geschützt. Die Argumentation Wielers, ist für mich nicht nachvollziehbar.

MDR-Team vor 1 Wochen

Prof. Wieler wollte mit dieser Aussage auf den Infektionsdruck auf Jüngere hinweisen, der umso mehr steigt, je mehr ältere geimpft sind. Dies bedeutet allerdings nicht, dass Impfungen nichts bringen, sondern dass möglichst die gesamte Bevölkerung inklusive Kinder und Jugendlicher geimpft werden wollte. LG, das MDR-Wissen-Team

Soldaten Norbert vor 1 Wochen

Sorry, aber die Arbeit müsst ihr euch schon machen. Hört bzw. schaut euch die letzten ein , zwei PK des RKI an. Ich jedenfalls und nicht nur ich, auch meine Frau und alle Bekannten, wir waren über diese Aussage in Bild und Ton erschüttert. Mit dieser Aussage hat er ja alle Bemühungen ad absurdum geführt. Auch das eine Impfung vor Ansteckung schützt bzw. davor schützt andere Menschen anzustecken, wurde verneint. Ich habe diese Aussage von wenigen Tagen vernehmen müssen, und bin seit dem perplex. Wozu also der ganze Aufwand ? Warum jetzt Öffnungen, wenn alle Geimpften nach wie vor Träger des Virus sein können ?