Technik am Himmel Vermeintliche Ufos über Deutschland sind Satelliten

Seit November sind sie zu sehen: Leuchtende Punkte am Himmel, die wie Perlen auf einer Schnur glitzern. Kein Wunder, dass sie für Verwirrung und Meldungen bei der Ufo-Meldestelle sorgen. Des Rätsels Lösung ist aber ganz leicht, wenn man die Aktivitäten des Raumfahrtunternehmens SpaceX verfolgt. Das hat jetzt einen weiteren Schwung Satelliten ins All geschickt.

SpaceX 60 Starlink
Eine Kette kleiner glitzernder Punkte am Himmel: Was ist da oben los? Bildrechte: imago images/ZUMA Press

Update Januar 2020

Weitere 60 Starlink-Satelliten sind auf dem Weg in ihre künftige Umlaufbahn. Eine Rakete vom Typ FalconX 9 war in der Nacht zum 7. Januar in Cape Canaveral in Florida gestartet, wie die Raumfahrtfirma SpaceX mitteilte. Dieser Schwung neuer Satelliten ist quasi die Vorhut und der Auftakt zu einem sehr emsigen Jahr der privaten Raumfahrtbetreiber: Sie haben nach eigenen Angaben für 2020 insgesamt 23 weitere Raketenstarts geplant.

Wie die Satelliten den Nachthimmel verändern

Auch in den ersten Januartagen sind am Himmel wieder Satelliten am Himmel zu sehen. Laut Berechnungen von CalSky haben Sie zu folgenden Zeiten die Gelegenheit, sie als Lichtpunkte zu entdecken. Schauen Sie von Mitteldeutschland in Richtung Westen, ab 5. Januar WestNordWest. Die angegebenen Zeiten hier sind für Leipzig:

02. Januar - 17:29 Uhr

03. Janaur - 17:24 Uhr

04. Januar - 17:19 Uhr

05. Januar - 17:13 Uhr

06. Januar - 18:48 Uhr

07. Januar - 18:37 Uhr

Wer sich Anfang Dezember mal ganz früh nach draußen wagt und über seine eigenen Dampfwolken in der kalten Morgenluft hinaufschaut, könnte sie sehen: "Starlink"-Internetsatelliten der Raumfahrtfirma SpaceX. Schön der Reihe nach sieht man sie bei wolkenloser Sicht wie an einer Schnur aufgereiht über den Himmel ziehen.

Wann sieht man die Satellitenkette über Leipzig, Magdeburg und Erfurt?

Am 11. November hatte SpaceX den zweiten Schub Satelliten ins All geschickt, ihren Weg am Himmel kann man man mit bloßem Auge verfolgen. Wenn man weiß, wann sie wo sind. Im Internet kann man sich ausrechnen lassen, wann genau die Satellitenschnur zum Beispiel am Nikolaus-Morgen, also am 6.12., über Leipzig und Dresden zu sehen ist: Und zwar immerhin vier Minuten lang, wenn man gen Westen schaut, um 6:45 Uhr auf 11 bis 38 Grad Höhe vom Horizont aus gesehen. Magdeburger und Erfurter müssen nicht so früh raus in die Kälte - theoretisch könnte man die Satellitenkette in südwestlicher Richtung zwischen 10 und 72 Grad vom Horizont aus gesehen beobachten. Allerdings wird es da dann zu hell sein. Wobei sich die angegebenen Uhrzeiten generell um zehn Minuten nach vorne oder hinten schieben können.

Wenn man sie sieht, kann man sie lange angucken

Und keine Sorge, die Satellitenkette ist zwischen drei und fünf Minuten lang sichtbar, also nicht so blitzartig und auf Nimmerwiedersehen wie eine Sternschnuppe. Dafür aber eben auch nur ein lautloses technisches Spektakel, über das Amateure und professionelle Sterngucker gleichermaßen streiten: Ist die künstliche Glitzerkette am Nachthimmel trotzdem schön, oder versaut sowas einfach nur die Himmelsbeobachtung?

Eine Person steht vor einem Nachthimmel.
War die Satellitenkette schon da oder kommt sie noch und können die Wolken da vorne mal bitte zur Seite rücken ... Bildrechte: imago/Photocase

Wird es eng am Himmel?

Tatsächlich wird es ganz schön eng auf der Umlaufbahn der Erde: Anfang September 2019 hatte die Europäische Raumfahrtagentur Esa ihren Aeolus-Satelliten nach Absprache mit SpaceX umgelenkt, damit der nicht mit einem von Starlink kollidierte. Aeolus misst die Winde auf der Erde.

Vermutlich nicht das letzte Mal, dass es zu so einer Situation im Orbit kommt: SpaceX hat bei der Federal Communications Commission (FCC) und der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) beantragt, zehntausende Internetsatelliten ins All zu schicken. Derzeit kreisen 2.062 aktive Satelliten um die Erde, neben Weltraumschrott auch unzählige funktionsunfähige Technikleichen. Bei funktionierenden Satelliten wird immer von den Betreibern entschieden, wer ausweicht und wer auf Kurs bleibt.

Und überhaupt:

Wem gehört eigentlich das All? Und darf da oben jeder machen was er will? Und wann ist eigentlich was genau los im Weltraum?

Zuletzt aktualisiert: 06. Dezember 2019, 05:00 Uhr

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