Mars-Helikopter Ingenuity: Erster Flug geht in drei Meter Höhe

Die NASA hat am Dienstag (23.3.) ihre Flugpläne für den ersten Helikopter auf einem fremden Planeten bekannt gegeben. Danach öffnet sich das Startfenster für Ingenuity frühestens am 8. April.

Die Illusitartio zeitgt den Flugt eines kleinen Helikopters auf dem Mars
So wie auf dieser NASA-Illustration könnte der Flug aussehen. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech

Wenn die NASA Startpläne bekannt gibt, dann sind die Termine meist Nicht-früher-als-Angaben. So auch bei der aktuellen Mars-Mission, bei der erstmals ein Helikopter außerhalb der Erde starten und landen soll. Das Startfenster für den acht Millionen Dollar teuren Hubschrauber Ingenuity öffnet sich demnach voraussichtlich nicht vor dem 8. April. Danach ist eine 31-tägige Erprobung geplant (auf dem Mars sind das 30 Tage). Mars-Rover Perseverance wird den Helikopter dafür absetzen und sich dann ca. 60 Meter entfernen.

Geplant sind derzeit bis zu fünf Starts und Landungen auf dem zehn mal zehn Meter definierten, möglichst ebenen und geröllfreien Start- und Landeplatz. Ingenuity wird nach Angaben der Ingenieure bis zu fünf Meter hoch aufsteigen und könnte sich bis zu 300 Meter weit entfernen. Das autonome Luftfahrzeug, in dem ein Mikrochip steckt, wie er in den besten Smartphones des Baujahres 2018 verbaut wurde, wird erst auf dem Boden getestet, bevor es zum ersten Flug (30 Sekunden, bis zu drei Meter hoch) abheben kann. Dafür müssen die gegenläufigen Rotoren 2.537 Umdrehungen pro Minute schaffen, das ist vier bis fünf Mal so schnell wie bei Hubschraubern auf der Erde.

Mars Helicopter Ingenuity 1 min
Bildrechte: NASA

Kommen bald mehr Mars-Helikopter?

Für die NASA ist es zuallererst eine Technikdemonstration, die beweisen soll, dass man auf dem Mars fliegen kann. Gleichzeitig können die beim Flug aufgenommenen Bilder auch dem Rover helfen, der sich anschließend weiter auf die Suche nach Marsgestein begeben wird, das später mit einer weiteren Mission zurück zur Erde gebracht werden soll. Deshalb bleibt es nach Angaben der NASA auch bei erfolgreichen Flügen bei dem 31-Tage-Fenster. Danach bleibt Ingenuity an seinem Landeplatz zurück und Perserverance rollt weiter.

Ob es in naher Zukunft weitere Helikopterflüge auf dem roten Planeten geben wird, ließ die NASA offen. Sollte Ingenuity erfolgreich sein, spricht aber nichts dagegen. Auch beim Start des ersten Mars-Rovers Sojourner gab es noch keine festen Pläne für die Nachfolger, dann folgten Spirit und Opportunity, Curiosity und Perserverance.

"Als der Sojourner-Rover der NASA 1997 auf dem Mars landete, bewies er, dass es möglich ist, auf dem Roten Planeten herumzufahren, und definierte unsere Herangehensweise an die Erforschung des Mars völlig neu", sagte Lori Glaze, NASA-Direktorin für die Planetenerforschung. Und diese Potential könnte auch Ingenuity (deutsch Einfallsreichtum) für die Zukunft der wissenschaftlichen Forschung haben.

Ingenuity trägt den treffenden Namen und ist eine Technologiedemonstration, die darauf abzielt, der erste Motorflug auf einer anderen Welt zu sein.

Lori Glaze, NASA

Wenn dies gelingt, so Glaze, dann erweitern wir nicht unseren Horizont, sondern schaffen ganz neue Möglichkeiten der Marserkundung.

Ein Ballon war der erste

Mars-Helikopter Ingenuity ist allerdings nicht das erste menschliche Flugobjekt auf einem anderen Planeten. Die UdSSR hatte bei ihren Vega-Missionen 1985 erfolgreich zwei Ballons auf der Venus fliegen lassen. Das war damals eine Kooperation mit der ESA. Die Ballons wurden in Frankeich hergestellt. Sie trugen als Nutzlast Sensoren, die u.a. Temperatur, Windgeschwindigkeit und Helligkeit messen konnten.

gp

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