Hochgebirge Himalaya: Kalte Fallwinde halten Gletscher trotz Klimaerwärmung stabil

05. Dezember 2023, 07:01 Uhr

Obwohl die Atmosphäre immer wärmer wird, bleiben Temperaturen unterhalb der höchsten Gletscher der Welt stabil, zeigt eine neue Studie. Grund dafür könnten Fallwinde sein, die durch die wärmere Luft entstehen.

Obwohl die Luft in der Atmosphäre wegen des Klimawandels auch über dem Himalaya immer wärmer wird, bleibt die Temperatur bemerkenswert stabil am Fuß der Gletscher der höchsten Berge der Welt. Diesen Effekt haben Klimaforscher mit Daten einer Wetterstation unterhalb des Mount Everest gemessen. Im Magazin Nature Geoscience beschreiben sie das Phänomen und stellen zugleich eine mögliche Erklärung dar.

Die pyramidenförmige internationale Klimabeobachtungsstation befindet sich auf 5050 Metern Höhe und erfasst stündlich Niederschläge, Temperaturen und Wind. Die Werte seien trotz globaler Erwärmung stabil geblieben, schreiben die Forschenden. Grund dafür könnten kalte Fallwinde sein. Diese entstehen dadurch, dass die wärmere Luft der Atmosphäre über den kalten Gletschern stärker verwirbelt wird. Die Wissenschaftler vermuten, dass dabei kalte Luftmassen entstehen. Da kalte Luft dichter ist, hat sie ein höheres Gewicht und sinkt entlang der Flanken des Berges talwärts.

Grafik, die einen Berg mit Gletschern im Längsschnitt zeigt. An der Oberfläche illustrieren verschiedene Pfeile, wie sich die Luft und Temperaturen an den Bergrücken verhalten.
Grafik: Die wärmere Atmosphäre führt am höchsten Berg der Welt für einige Zeit sogar zu einem Kühlungseffekt für den Gletscher. Bildrechte: Salerno/Guyennon/Pellicciotti/Nature Geoscience

Durch die Auswertung von Klimamodellen stellen die Forschenden zudem fest, dass dieser Effekt im gesamten Himalaya stattfindet. Er könnte die Gletscher eine Zeit lang trotz Klimaerwärmung stabil halten, vermuten die Autoren der Studie. Es gibt jedoch einen Haken: Die Fallwinde verhindern zugleich, dass feuchte Luft höhere Lagen erreicht und dort neuen Schnee bringt. Dadurch wachsen die Gletscher am Gipfel nicht mehr nach. Langfristig komme es zu einem Verlust der Gletschermasse, nehmen die Forschenden an.

(ens)

1 Kommentar

wo geht es hin vor 24 Wochen

"...nehmen die Forschenden an."
Und sowas wird dann unter der Kategorie "Wissen" eingeordnet. Nu ja....