Das MDR Klima-Update | Freitag, 6. August 2021 Mehr Geld für eine CO2-ärmere Welt

Julia Heundorf
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Seit diesem Jahr gibt es den CO2-Preis. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben errechnet, wie stark der Preis Haushalte belastet – und welche Maßnahmen ärmere Menschen nutzen können. Und: Am Mittelmeer brennen Wälder bei Hitze mit Temperaturen bis 50°C.

Umweltaktivisten demonstrieren am Freitag (23.09.2011) vor dem Bundesrat in Berlin gegen CO2-Endlager in Deutschland.
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Liebe Abonnentinnen und Abonnenten,

seit diesem Jahr gibt es den CO2-Preis. Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen ihn an verschiedenen Stellen drauf. Die Bundesregierung will im Gegenzug dafür an anderen Stellen für Entlastung sorgen. Eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hat errechnet, wie stark der Preis Haushalte je nach Einkommenshöhe belastet – und welche Maßnahmen ärmere Menschen zum Ausgleich nützen können. 

Außerdem: Im ersten MDR Klima-Update vor zwei Wochen ging es um den Zusammenhang zwischen den Hochwassern in Deutschland und dem Klimawandel. Auch in dieser Woche gefährdet Extremwetter Menschen- und Tierleben sowie die Natur. Im Süden Europas brennen Wälder, vor allem in Griechenland und in der Türkei. Anhaltende Hitze und vor allem Trockenheit ist aber auch in anderen Ländern ein Problem. Mehr dazu erfahren Sie im Folgenden.

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Was der Klimaschutz kosten wird

Was ist der CO2-Preis?

Der CO2-Preis ist im Jahr 2020 beschlossen und mit dem Jahr 2021 eingeführt worden. Er beträgt 25 Euro für eine Tonne erzeugtes CO2. Der Preis soll dazu beitragen, dass es sich lohnt, auf klimafreundlichere Alternativen umzusteigen – oder eben CO2 zu sparen, um Geld zu sparen. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen durch den CO2-Preis zum Beispiel mehr für Benzin und Diesel zahlen: Die Preise sind zu Jahresbeginn um etwa sieben Cent gestiegen. 

Bleibt der CO2-Preis stabil?

Der CO2-Preis ist ein politisch festgelegter Wert. Er unterliegt nicht, wie etwa der Ölpreis, Marktschwankungen. Trotzdem wird er steigen. Das ist mit der Einführung bereits festgelegt worden. Bis zum Jahr 2025 steigt der CO2-Preis schrittweise auf bis zu 55 Euro pro Tonne an. Im Jahr 2026 soll er zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne CO2 betragen.

Was muss ich zahlen?

Jede Bürgerin und jeder Bürger zahlt den CO2-Preis mit, zum Beispiel bei Benzin und Diesel, aber auch beim Heizen. Die Bundesregierung will als Ausgleich unter anderem über die EEG-Umlage die Menschen finanziell bei den Stromkosten entlasten.

Das Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) hat analysiert, wie der CO2-Preis sozial gerecht gestaltet werden kann und welche Rückverteilungs- oder Ausgleichsmaßnahmen ärmere Haushalte wirklich entlasten.

MDR WISSEN hat den Rechner ausprobiert und festgestellt: Je besser ein Haushalt verdient, desto stärker wird er im Durchschnitt zur Kasse gebeten. Das MCC stellt fest, dass die Strompreis-Entlastung durch die EEG-Umlage günstig für ärmere Haushalte wäre. Haushalte mit wenig Einkommen würden von einer Pro-Kopf-Rückerstattung profitieren. Aber: Auf Vermieter umgewälzte Mietkosten oder eine Pendlerpauschale würden Haushalten mit wenig Geld nicht wirklich finanziellen Ausgleich bringen.

Probieren Sie den Rechner hier selbst aus. Mehr zum Thema CO2-Beitrag und Entlastung erfahren Sie im Beitrag.

Ökonom im Interview: Wie viel darf Klimaschutz kosten?

Der MDR AKTUELL-Podcast "Die Wirtschaftsprüfer" hat beim Magdeburger Wirtschaftswissenschaftler Joachim Weimann nachgefragt: Wie viel darf Klimaschutz kosten? Im Podcast erklärt Weimann, wie Emissionshandel funktioniert und welche Probleme das europäische Geschäft mit Treibhausemissionen mit sich bringt.

Nachrichten

Reporter interviewt Mann 50 min
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Auf dem Bild zum Podcast sehen Sie Reint Gropp (li.) vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle und Wirtschaftsredakteur Ralf Geißler. Gropp wird von Joachim Weimann in der aktuellen Folge vertreten.

#MDRklärt: Naturschutz oder Klimaschutz?

Natur- und Klimaschutz sind eng miteinander verbunden. Es sind aber zwei unterschiedliche Dinge. Das Ziel von Naturschutz ist es, die Natur auf der Erde zu erhalten, also Tiere und Pflanzen zu schützen. Dazu gehört etwa, Arten zu erhalten, die vom Aussterben bedroht sind. Das Ziel von Klimaschutz ist es, die Erderwärmung zu stoppen, die schwerwiegende Folgen für das Leben von uns Menschen haben wird – aber eben auch für die Natur.

Das "Klimacamp Ost" findet in Halle statt

In Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt findet derzeit wieder ein Klimacamp statt. Junge Menschen versammeln sich drei Wochen lang auf dem Marktplatz, um auf das Thema Klimawandel aufmerksam zu machen. Sie organisieren Vorträge, Workshops und Gespräche. Es ist das zweite Mal, dass das "Klimacamp Ost" in Halle stattfindet.

Einer der Organisatoren des Camps, Jonas Venediger, hat MDR SACHSEN-ANHALT erklärt, welche Ziele er und die anderen Aktivistinnen und Aktivisten in Halle verfolgen: "Es soll einen Ort für politischen Diskurs und Klima-Wissenschaftskommunikation bilden", sagt der junge Mann aus Bitterfeld.

Zum Schluss

Wussten Sie, dass es einen Bürgerrat zum Thema Klima gab? 160 Menschen wurden zufällig ausgewählt, um gemeinsam das Thema Klima zu diskutieren und dann Politikerinnen und Politikern Maßnahmen vorzuschlagen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler begleiteten den Bürgerrat, darunter eine Professorin der Uni Magdeburg. Ellen Matthies ist Umweltpsychologin und hat auf der Website der Uni von der Arbeit im Bürgerrat Klima und dessen Ergebnissen berichtet – ein lesenswertes Interview.

In der nächsten Woche erhalten Sie das MDR Klima-Update von meiner Kollegin Kristin Kielon. Sie wird für Sie unter anderem auf den Weltklimabericht schauen, der am Montag veröffentlicht werden soll. 

Wir freuen uns auch über Ihren Input. Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu Themen rund um Klimawandel und Klimaschutz. Schlagen Sie uns Themen für dieses Update vor oder senden Sie uns Ihre Fragen rund um das große Thema Klima. 

Bis bald!

Viele, freundliche Grüße
Julia Heundorf

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 03. August 2021 | 17:45 Uhr

48 Kommentare

Freies Moria vor 17 Wochen

@Eulenspiegel: Wo genau kann man den direkten Zusammenhang zwischen CO2 und Klima in der Realität sehen? Kann man ihn so gut sehen, daß er zur Vorhersage taugt?
Nach meinem Wissen hat der IPCC bisher noch nicht eine einzige Vorhersage zuwegegebracht, die länger gehalten hat.
Im Gegenteil, das Wort "Klimaerwärmung" ist in "Klimawandel" geändert worden, weil die Vorhersagen so grottenschlecht waren.
Und heute fangen wieder die 70er-Jahre Prognosen von der drohenden Eiszeit an, wg. kippendem Golfstrom. Damals nicht passiert, mal sehen obs diesmal klappt!
Und wenn Extrem-Wetter auftritt, hat das nicht gleich mit dem Klima zu tun. Die Auswirkungen des Extrem-Wetters schon gar nicht - schon bei den Rhein-Hochwassern lag das Problem bei der Bebauung im Überschwemmungsgebiet und nicht so sehr am Wetter.
Wenn also Klima, dann sollten wir uns nach dem Klima richten und nicht versuchen es zu ändern!

MDR-Team vor 17 Wochen

@530836395
Danke für die vielen Anregungen, die wir gern an alle dafür zuständigen Bereiche weiterleiten. Um das Thema Nachhaltigkeit selbst voranzutreiben, beteiligt sich der MDR etwa mit Auftrags- und Eigenproduktionen an den "100 grünen Produktionen", einer Initiative des branchenweiten Arbeitskreises "Green Shooting". Dazu ist das Nachhaltigkeitsmanagement seit Dezember 2020 organisatorisch in der Betriebsdirektion angesiedelt. Daneben sollen beispielsweise die Grünflächen des MDR naturnah und insektenfreundlich gestaltet werden, um für mehr Biodiversität zu sorgen und ab 2023 ausschließlich grüner Strom genutzt werden.
LG, das MDR-Wissen-Team

MDR-Team vor 17 Wochen

@Graf von Henneberg
Es stimmt, dass auch schon vor dem Dasein des Menschen globale Temperaturveränderungen gab, diese gingen aber nicht so schnell vonstatten wie derzeit zu beobachten ist (https://www.mdr.de/wissen/klimazweifel-100.html).
LG, das MDR-Wissen-Team