CO2-Preis-Rechner Online-Rechner: Was Sie zahlen müssen, wenn die CO2-Preise steigen

Klimaschutz kostet heute Geld. Eines der wichtigsten Systeme dafür ist der CO2-Preis, den wir alle direkt und indirekt zahlen, vor allem beim Autofahren und Heizen. Aber wie geht es weiter mit dem CO2-Preis und der Kompensation? Wen trifft es finanziell am stärksten, wenn er steigt? In jedem Fall die Besserverdienenden, sagt der neue interaktive Online-Rechner des Berliner Klimaforschungsinstituts MCC.

Ein stark qualmender Auspuff
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Um etwa sieben Cent sind die Preise für Benzin und Diesel zu Jahresbeginn in Deutschland gestiegen. Das lag an der neu eingeführten CO2-Bepreisung für fossile Kraft- und Brennstoffe. Auch das Heizen mit Öl und Gas ist dadurch etwas teurer geworden. Im Gegenzug hat die Regierung etwas Entlastung beim Strompreis geschaffen, unter anderem durch die EEG-Umlage. Das alles auf der Grundlage, dass der Preis für eine Tonne erzeugtes CO2 auf 25 Euro festgesetzt wurde.

Forscher wollen Diskussion versachlichen

Dieser Wert von 25 Euro ist willkürlich festgelegt. Wird er unter einer neuen Regierung steigen? Und wen trifft das dann finanziell wie hart, wenn Kraft- und Brennstoffe noch teurer werden?

Das Berliner Klimaforschungsinstitut MCC (Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change) hat sich intensiv mit diesen Fragen beschäftigt und einen Online-Rechner veröffentlicht, auch um den Wahlkampf bei diesem Thema zu versachlichen, wie der Institutsdirektor sagt.

Die effizienteste Form des Klimaschutzes, nämlich die Bepreisung dieses wichtigsten Treibhausgases als Anreiz zum Energiesparen und Investieren in fossilfreie Technologien, droht gerade zerredet zu werden.

Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, Direktor MCC

Im Eifer des politischen Gefechts würden soziale Verwerfungen an die Wand gemalt, so der MCC-Direktor weiter. "Unser mit tatsächlichen Haushaltsdaten gespeister Rechner macht es jeder und jedem möglich, sich im Handumdrehen selbst einen Überblick über Kosten und Verteilungswirkungen zu verschaffen."

Rechenmodell

Der interaktive Rechner bildet die nationale CO2-Bepreisung für verschiedene Levels bis zu 100 Euro je Tonne ab. Er zeigt den Effekt für Durchschnittshaushalte verschiedener Einkommensgruppen und im "Professional-Modus" auch je nach Haushaltstyp, etwa nach Stadt und Land, Wohnfläche, Zahl der Kinder oder Zahl der Autos im Haushalt.

Einprogrammiert sind dabei mehrere diskutierte Arten der Kompensation: einheitliche Pro-Kopf-Zahlung, weitere Entlastung beim Strompreis, Härtefall-Kompensation für Haushalte mit langen Arbeitswegen oder Ölheizung und Umlage höherer Heizkosten von Mieter auf Vermieter.

Im Fokus des Rechenmodells stehen Mehrausgaben für Fahrzeugkraftstoffe und Brennstoffe. Indirekte Effekte über Produktpreise, mit denen Unternehmen ihre eigenen Kosten auf die Kunden umwälzen, sind nicht erfasst.

Bedienung

Die Bedienung des Rechners ist einfacher, als sie auf den ersten Blick erscheint. Nur zwei Dinge muss man auswählen: Den Preis pro Tonne CO2 und die Kompensationsarten, die man angezeigt haben möchte. Danach klickt man auf "Abbildung erstellen" - und es erscheint ein Diagramm, das die jährlichen finanziellen Einbußen je nach Einkommensgruppe anzeigt.

Im "Professional-Modus", der mehr Optionen bietet, kann man sich die Daten auch als Excel-Tabelle herunterladen. Wir haben das für ein Beispiel-Diagramm getan. Darin nehmen wir an, der CO2-Preis werde auf 50 Euro pro Tonne festgelegt (also doppelt so hoch wie derzeit). Angezeigt wird, welche Einkommensgruppe dann im Durchschnitt wie viel mehr (oder sogar weniger) zahlen müsste. Bei den Einkommensgruppen steht die 1 für das einkommensschwächste Fünftel der Bevölkerung, die 5 für das einkommensstärkste Fünftel und 2 bis 4 für die entsprechenden Bevölkerungsfünftel dazwischen.

Deutlich wird vor allem eines - und das bei jedem CO2-Preis und jeder Kompensationsart: Je besser ein Haushalt verdient, desto stärker wird er im Durchschnitt zur Kasse gebeten.

Andererseits gibt es aber sogar ein Szenario, das für einen sozialen Ausgleich sorgen kann: Die Pro-Kopf-Zahlung als Kompensationsart. Wenn der Staat also eine einheitliche "Klimadividende" zahlen würde und dafür alle von den privaten Haushalten kassierten CO2-Preis-Einnahmen verwendet, dann wären Durchschnittshaushalte im ärmsten, zweit- und sogar drittärmsten Fünftel im Plus, würden also finanziell sogar entlastet.

(rr)

1 Kommentar

wo geht es hin vor 8 Wochen

Hier wird uns gerade eine "Bepreisung", die nichts anderes ist wie eine Besteuerung eines Teils der Luft (die eigentlich niemandem gehört) und in homeopatischen Dosen verabreicht, schmackhaft gemacht. Uns wird ein schlechtes Gewissen eingeredet und die wahren Verursacher, nämlich Politik Wirtschaft, Werbeindustrie usw. sollen verborgen bleiben. So wurde z. Bsp. jetzt eine Erhöhung der Kerosinsteuer für alle beschlossen. Für alle? Nicht ganz. Learjets und Privatjets sind davon ausgenommen. Und wer fliegt gewöhnlich in diesen Kisten? Aha. Der Ablasshandel gilt offenbar wie früher nur fürs gewöhnliche Fussvolk.