Studie mit Dresdner Beteiligung Klimawandel wirkt sich zunehmend aus: Gewässer in Deutschland brauchen mehr Schutz

Die globale Erwärmung beeinträchtigt Flüsse und Seen immer mehr und gefährdet das ökologische Gleichgewicht. Anpassungsmaßnahmen müssen dringend her - welche hat eine Studie aus Deutschland aufgezeigt.

Die Gimmlitz in Sachsen.
Der sächsische Fluss Gimmlitz, der in die Freiberger Mulde mündet. Solche Gewässer müssen in Zukunft noch besser an den Klimawandel angepasst werden. Bildrechte: MDR Wissen

An der Untersuchung waren neben dem Berliner Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) auch das Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) in Dresden und das Umweltbundesamt (UBA) in Dessau-Roßlau beteiligt. Die Forschenden betrieben dafür eine umfangreiche Literaturrecherche und tauschten sich mit Kollegen von wasserwirtschaftlichen Fachbehörden, Wissenschaft und Praxis. Das Ergebnis: Durch steigende Temperaturen, Niedrigwasser oder Trockenfallen von Gewässern leidet die Wasserqualität. Dazu wird sie durch lokale Starkregenereignisse, die Sedimente und Schadstoffe in die Gewässer spülen können in Mitleidenschaft gezogen.

EG-Wasserrahmenrichtlinie sollte an Klimawandel angepasst werden

Höhere Temperaturen steigern zudem die biologische Aktivität in den Gewässern und damit auch den Sauerstoffverbrauch bei gleichzeitig geringerer Löslichkeit von Sauerstoff. Ohne ausreichend Sauerstoff können viele Gewässerorganismen nicht überleben. Niedrigwasser kann zudem zu hohen Konzentrationen von Salzen und Phosphatverbindungen im Wasser führen – der pH-Wert der Gewässer kann aus dem Gleichgewicht geraten. Außerdem leiden kälteliebende Organismen unter dem Einfluss des Klimawandels auf Flüsse und Seen, während sich wärmeliebende Arten stark vermehren könnten - mit unklaren Folgen für die biologische Vielfalt in den Gewässern.

"Vor dem Hintergrund dieser vielfältigen Herausforderungen ist es umso wichtiger, dass wir für einen guten Schutz unserer Gewässer sorgen", betont der Projektleiter Dr. Marco Neubert vom IÖR. Eine kurzfristige Maßnahme bestünde in der Anpassung EG-Wasserrahmenrichtlinie an die Veränderungen durch die globale Erwärmung. Denn ihr Ziel, einen "guten ökologischen ZustandW von Gewässern zu gewährleisten, sei bisher kaum erreicht worden. Dazu sei ein gutes Monitoring der Flüsse und Seen unabdingbar.

Dazu gehören etwa die regelmäßige Überprüfung der Sichttiefe als Maß für die Wassertransparenz in Seen oder die konsequente Beprobung von Zooplankton, also kleinste tierische Organismen, in den Gewässern. Diese bilden nämlich ein wichtiges Bindeglied zwischen dem pflanzlichen Plankton und höheren Organismen wie Fischen. Dazu sollte auch modernste Technik zum Einsatz kommen, beispielsweise Multiparametersensoren und Fernerkundungsdaten.

cdi/pm

1 Kommentar

Atheist vor 5 Wochen

Ich kann es nicht mehr hören.
Unerträglich jeden Tag das selbe.