Bewegung und Gesundheit Schon kurze sportliche Aktivitäten können das Leben verlängern

Sport ist gesund, gerade auch bei dem vielen Schlemmen zur Weihnachtszeit, kann Bewegung nicht schaden. Doch offenbar braucht es dafür keine stundenlangen Übungen. Kurze, intensive Aktivitäten von ein, zwei Minuten Länge – beispielsweise ein paar Liegestütze oder einmal flott um den Block spazieren – reichen auch schon aus, um das Risiko, an Erkrankungen am Herz-Kreislauf-System oder Krebs zu sterben, deutlich zu reduzieren. Das hat eine internationale Studie ergeben.

Eine Frau, die Ausfallschritte mit Wasserflaschen macht
Auch alltägliche Produkte im Haushalt können als Trainingsgeräte dienen, wie hier die Wasserflaschen als Gewichte. Bildrechte: IMAGO / Westend61

Die Forschenden um Emmanuel Stamatakis von der University of Sydney nutzten dafür die Daten von 25.241 Teilnehmern der UK Biobank, einer großangelegten Langzeitstudie aus Großbritannien. Diese Menschen, die zum Zeitpunkt der Studie im Schnitt 61,9 Jahre alt waren, hatten zuvor angegeben, dass sie in ihrer Freizeit keinen Sport treiben. Mit tragbaren Geräten, sogenannten Wearables, wurde nun die Auswirkungen von kurzen körperlichen Anstrengungen über einen Zeitraum von knapp sieben Jahren gemessen.

Für sportliche Übungen ist es nie zu spät

Das Ergebnis: Die Teilnehmer, die regelmäßig intensive Übungen von ein bis zwei Minuten Länge praktizierten (egal ob geplant oder weil sie schnell zum Bus mussten), hatten ein deutlich verringertes Risiko, frühzeitig an Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und weiteren Krankheiten zu sterben als jene, bei denen dies nicht der Fall war. Konkret ging die Gesamtsterblichkeit und jene für Krebs bei drei kurzen körperlichen Aktivitäten pro Tag um 38 bis 40 Prozent zurück. Das Risiko, an kardiovaskulären Krankheiten zu sterben, wurde durch das Sporteln sogar um knapp 50 Prozent reduziert.

Ähnliche Ergebnisse hatten sich bereits in früheren Studien bei UK-Biobank-Teilnehmern gezeigt, die intensiv freizeitmäßig viel Sport treiben. Die Autoren resümieren, dass ihre aktuelle Untersuchung zeige, dass auch bei jenen, bei denen dies bisher noch nicht der Fall war, kurze körperliche Aktivitäten ebenfalls eine messbare Auswirkung auf die Lebenserwartung hat.

Einschränkung: Es ist eine Beobachtungsstudie

Prof. Paul Leeson, Professor für Herz-Kreislauf-Medizin an der Universität Oxford, der nicht an der Studie beteiligt war, hält die Ergebnisse für sehr wichtig, vor allem, weil sie auf einer "sehr robusten tragbaren Technologie basieren", die speziell für Forschungszwecke entwickelt wurde, "um genaue Informationen über die Aktivität in einer großen Stichprobe der britischen Bevölkerung zu erfassen". Allerdings handelt es sich nur um eine Beobachtungsstudie, so Leeson einschränkend. Das bedeutet: Dass die Personen, die sich mehr bewegten, länger lebten, konnte durch die Daten gezeigt werden. Aber nicht, ob wirklich die Bewegung die Ursache dafür war.

cdi/smc

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Sport statt Pille Vorschaubild Bildrechte: MDR WISSEN/Panthermedia
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