Fundstätte in Mexiko Älteste Monumentalbauten der Maya entdeckt

Bisher gingen die Experten davon aus, dass die Maya vor mehr als 2.000 Jahren nur in kleineren Dörfern wohnten. Ein spektakulärer Fund in Mexiko beweist nun: Sie bauten auch schon vorher Städte mit monumentalen Gebäuden.

Ein Besucher vor der Kukulkan Pyramide in Mexico.
Ein Besucher vor der Kukulkan-Pyramide in Chichén Itzá. Diese Maya-Stätte gehört zu den bekanntesten weltweit. Bildrechte: imago/Xinhua

Forscher der US-Universitäten von Arizona und North Carolina um Takeshi Inomata untersuchten dafür mit der Lidar-Technik (wie Radar, nur mit Laserstrahlen statt Radiowellen) ein Gebiet im mexikanischen Bundesstaat Tabasco. Dabei stießen sie bei Aguada Fénix auf eine bisher unbekannte Maya-Stätte.

Mithilfe eines 3D-Modells errechneten sie für ihre im Fachmagazin "Nature" erschienene Studie eine Plattform, die rund 1.400 Meter lang und 400 Meter breit ist. Diese erhebt sich zehn bis 15 Meter über der Umgebung und ist mit ihr über neun Dämme verbunden.

Die frühere Maya-Stätte im heutigen mexikanischen Bundesstaat Tabasco
Die frühere Maya-Stätte im heutigen mexikanischen Bundesstaat Tabasco. Bildrechte: Takeshi Inomata

Gemeinschaftsarbeit zu Beginn der Maya-Kultur wichtig

Per Radiocarbon-Methode datierten die Wissenschaftler das Alter der Stätte auf 3.000 bis 2.800 Jahre. Bisher nahm man an, dass zu dieser Zeit, die bei den Maya zur mittleren Präklassik gehört, die Menschen in kleineren Dörfern wohnten, die erst später zu Städten wuchsen. Der Fund ist damit der bisher älteste von Monumentalbauten der Maya.

Ebenfalls ungewöhnlich an der Entdeckung ist, dass in Aguada Fénix keine Anzeichen von größeren sozialen Unterschieden zu finden waren, wie etwa Skulpturen von Individuen mit einem hohen Status. Das könnte darauf hindeuten, dass zu Beginn der Maya-Kultur die gemeinschaftliche Arbeit eine wichtige Bedeutung einnahm.

cdi

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