Krebsforschung Brustkrebs: Diagnose über Biomarker aus der Muttermilch

Abtasten, Ultraschall oder Mammografie sind die gängigen Methoden zur Früherkennung von Brustkrebs bei Frauen. In Zukunft könnte ein einfacher Bluttest helfen, die Krankheit noch früher zu erkennen. Forschende haben entsprechende Bio-Marker bei der Untersuchung von Muttermilch entdeckt.

Zwei Hände tasten eine weibliche Brust ab
Abtasten als Brustkrebsfrüherkennung. In den meisten Fällen wird so die Krankheit zuerst entdeckt. Bildrechte: IMAGO / Shotshop

Brustkrebs ist die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Rund 70.000 Frauen erkranken jährlich neu. Laut den Zahlen des Robert Koch-Institutes bedeutet das: etwa eine von acht Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brust­krebs. Ab dem 30. Lebensjahr werden Frauen daher regelmäßig auf Brustkrebs untersucht. Ab dem 50. Lebensjahr (und bis zum 69.) übernehmen die Krankenkassen alle zwei Jahre ein Mammografie-Screening. Dabei handelt es sich um eine spezielle Röntgenuntersuchung, die derzeit als beste Methode gilt, Brustkrebs zu entdecken, jedoch nicht unumstritten ist, da die Ergebnisse auch zu Übertherapien führen können.

Screening für Frauen jeden Alters

Ein Forscherteam aus den USA stellt jetzt für die Zukunft eine neue und viel einfachere Untersuchungsmethode vor: Blut. Möglich macht das eine Reihe von Protein-Biomarkern, die die Forschenden anhand von Muttermilch identifiziert haben. "Da die Biomarker, die wir in der Muttermilch gefunden haben, auch im Blutserum nachweisbar sind, könnte ein Screening möglicherweise bei Frauen jeden Alters mit Blut oder Muttermilch durchgeführt werden", sagte Danielle Whitham, Doktorandin an der Clarkson University in New York und Autorin der aktuellen Untersuchung.

Die von den Forschenden identifizierten Biomarker erkennen die Krebsart invasives duktales Mammakarzinom (in der deutschen Krebsnomenklatur NST). Das Karzinom hat seinen Ursprung in den Milchgängen und ist mit 75 Prozent das häufigste Karzinom der Brust. Laut Angaben des Forscherteams kann ihr Ansatz auch verwendet werden, um Biomarker für andere Arten von Brustkrebs zu identifizieren. "Wenn unsere zukünftigen Studien erfolgreich sind, könnte dies die Art und Weise verändern, wie Frauen auf Brustkrebs überwacht werden, und zu einer früheren Diagnose beitragen", sagte Whitham. "Dies könnte sogar zu einer höheren Überlebensrate bei Frauen führen."

Kleine Gruppe, Studie noch nicht veröffentlicht

Die Forschungsergebnisse sind noch nicht veröffentlicht worden. Danielle Whitham stellt sie auf der Jahrestagung der American Society for Biochemistry and Molecular Biology während des Experimental Biology (EB) 2022 Meetings vor, das bis zum 5. April in Philadelphia stattfindet.

Und das Forscherteam hat bisher erst eine sehr kleine Gruppe von drei Frauen mit Brustkrebsdiagnose und drei Frauen als Kontrollgruppe untersucht. Deshalb planen die Forschenden jetzt weitere Studien mit einer größeren Gruppe von Frauen. Anschließend folgen Tests zur Anwendbarkeit der Protein-Biomarker im Blutserum. Wenn diese Tests erfolgreich sind, so die Forschenden, könnte ein Bluttest entwickelt werden, der bei Frauen jeden Alters zur Überwachung von Proteinveränderungen zur Erkennung von Brustkrebs eingesetzt werden kann.

Links/Studien

Die Daten des RKI zum Brustkrebs
Die Tagung der American Society for Biochemistry and Molecular Biology 2022: Experimental Biology

gp

T-Zelle 3 min
Bildrechte: HZDR / Sahneweiß / Kjpargeter, Freepik

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