Elektronik Chip auf dem Gummibärchen – weil man's kann

Wieder der Zukunft etwas näher: Elektronische Leiter lassen sich jetzt auch auf Oberflächen drucken, die keine Hitze vertragen. Das haben Wissenschaftler aus Iowa mit einem neuen Verfahren ausprobiert.

Ein kleiner roter Gelantine-Zylinder, auf dem Metallleiter aufgedruckt sind.
Auf diesen Gelantine-Zylinder wurden Leiter aus Metall gedruckt. Bildrechte: Martin Thuo/Iowa State University

Dass Elektronik mittlerweile auch dort drin und drauf ist, wo es eigentlich nicht zu erwarten ist, daran haben wir uns inzwischen gewöhnt: Am Waschzettel im T-Shirt ein Transponder, damit's nicht heimlich aus dem Laden entwendet wird. Ein flexibler Chip, der sich an jede Oberfläche anpasst, oder gleich ein kleines Display auf der Schirmmütze. Die Einsatzmöglichkeiten sind jetzt aber vielfältiger denn je!

Metalldruck ohne Wärme

Flexible Elektronik lässt sich nun auch hitzefrei aufdrucken. Das haben Martin Thuo und seine Kollegen von der Iowa State University in den USA gezeigt. Dazu wird Metall in einer Oxid-Schale unter seinen Schmelzpunkt gebracht, wodurch Partikel entstehen, die nur einen zehnmillionstel Meter groß sind. Wenn die Schale aufgebrochen wird, fließt das Metall heraus und wird fest. Es kann also ohne Erwärmung aufgedruckt werden. "Die Arbeit zeigt die wärmefreie Herstellung von Leitern und Verbindungen auf allen Substratarten", schreiben Thuo und sein Team in ihrer Veröffentlichung im Journal Advanced Functional Materials.

Rose vor schwarzem Hintergrund mit Metall-Leitern, die auf dem roten Blütenkopf aufgedruckt sind
Bildrechte: Martin Thuo/Iowa State University

Und wie das funktioniert! Eine Rose musste bereits dran glauben und hat jetzt eine Art Schaltkreis auf der Blüte. Ein kleiner Gelantine-Zylinder darf mit Elektronik aufwarten und auch Papier mit einem flexiblen Display ist bei den Tests entstanden.

Sensoren in Nutzpflanzen

Wozu? Wissen die Wissenschaftler auch noch nicht so richtig. Aber erste Anwendungsidee gibt es bereits: Zum Beispiel Sensoren, um das Wachstum von Nutzpflanzen zu überwachen.

Gut möglich also, dass Gummibärchen künftig in einer smarten Variante mit NFC-Chip angeboten werden. Die lassen sich dann bequem mit dem Handy scannen und in einer App sammeln. Vielleicht singen sie ja vor dem Verzehr auch noch ein Liedchen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 28. Januar 2017 | 06:54 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2019, 13:08 Uhr