Unterwasserfoto vor Teneriffa, Kanarische Inseln, von einer Kurzflossen-Grindwal-Mutter, die ihr Kalb stillt.
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Wissen-News Schutzorganisation warnt eindringlich: Klimawandel bedroht Wale und Delfine

08. Dezember 2023, 10:36 Uhr

Die steigenden Temperaturen in den Ozeanen haben verheerende Folgen für große Meeressäuger, warnt die Tierschutzorganisation "Whale and Dolphin Conservation" in einem Bericht anlässlich der UN-Klimakonferenz COP28.

Die Folgen des Klimawandels bedrohen zunehmend Wale und Delfine. Die Erwärmung der Meere wirke sich dramatisch aus, heißt es in einem Bericht der Tierschutzorganisation "Whale and Dolphin Conservation" (WDC), der anlässlich der in Dubai tagenden UN-Klimakonferenz COP28 veröffentlicht wurde. Die höheren Temperaturen setzten demnach eine ganze Reihe schädlicher Folgen in Gang.

So gebe es vermehrt Algenblüten, die schädliche Toxine freisetzen, welche die Meeressäuger lähmen. Bei einem Massensterben von mehr als 300 Bartenwalen sei so eine Algenblüte wahrscheinlich die Hauptursache gewesen. Auch zögen viele Tiere wegen der Temperaturen in andere, zum Teil dicht befahrene Gewässer, was die Kollisionsgefahr mit Schiffen erhöhe. Weiterhin werden Wale und Delfine bei höheren Temperaturen wahrscheinlich anfälliger für Krankheiten. Mehr als 60 Prozent aller registrierten Krankheitsausbrüche wurden in Zeiten erhöhter Meeresoberflächentemperaturen verzeichnet, die mit dem Klimawandel länger und häufiger auftreten dürften.

Ein weiteres Problem ist laut WDC der Rückgang von Krill als eine der wichtigsten Nahrungsquellen für Bartenwale. Er werde durch industriellen Fang und wärmere Meerestemperaturen dezimiert. Im Südlichen Ozean, wohin die Wale im Polarsommer wandern, sei das Krill-Vorkommen seit den 1980er Jahren um 30 Prozent zurückgegangen. Für den Pazifik und den Atlantik werde bis zum Jahr 2100 ein Rückgang um 16 bis 19 Prozent prognostiziert. Mit der Nahrungsknappheit könnten die Meeressäuger weniger Fett speichern und hätten nicht mehr ausreichend Energie für ihre saisonalen Wanderungen zur Verfügung. Man habe zudem beobachtet, dass viele Tiere nicht mehr in wärmere Gewässer zur Paarung wanderten, wodurch es weniger Jungtiere gibt.

rr/dpa

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