Ein Mann entnimmt eine Probe in einer Kläranlage.
Untersuchung des Abwassers in einer Kläranlage: Rückstände von Medikamenten können bislang oftmals nur schwierig aus dem Wasser geklärt werden. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO / Funke Foto Services

Medikamentenrückstände: Pharma- und Kosmetikindustrie muss für Wasserreinigung zahlen

30. Januar 2024, 12:45 Uhr

Pharmaunternehmen und die Kosmetikindustrie müssen sich künftig an der Abwasserreinigung beteiligen. Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten einigten sich am Montag darauf, dass mindestens 80 Prozent der entsprechenden Reinigungskosten von den Herstellern getragen werden sollen.

Pharmaunternehmen und die Kosmetikindustrie müssen sich künftig an der Abwasserreinigung beteiligen. Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten einigten sich am Montag darauf, dass mindestens 80 Prozent der entsprechenden Reinigungskosten von den Herstellern getragen werden sollen, wie das Parlament mitteilte. Dies werde durch nationale Gelder ergänzt, damit es keine Engpässe – insbesondere bei Medikamenten – gibt und wichtige Arzneien bezahlbar bleiben. Durch Arzneien und Kosmetikprodukte kommen den Angaben zufolge Mikroschadstoffe ins Abwasser, die die Klärwerke nicht immer herausfiltern könnten.

Abwasserunternehmen hoffen: Regel führt zu umweltverträglicheren Wirkstoffen

"Richtig umgesetzt wird diese Herstellerverantwortung den Geldbeutel der Abwasserkundinnen und -kunden entlasten", teilte der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) mit. Die Einigung werde zudem dazu führen, dass Kosmetik- und Pharmaunternehmen künftig mehr Waren produzierten, die besser für Gewässer seien, so der Verband, in dem unter anderem viele kommunale Klär- und Wasserwerke organisiert sind.

Die Einigung geht auf einen Vorschlag der EU-Kommission von Oktober 2022 zurück. Die Behörde begrüßte den nun gefundenen Kompromiss als gut für die Umwelt und die menschliche Gesundheit. Künftig soll das Abwasser etwa auch stärker auf antibiotikaresistente Erreger oder Corona untersucht werden. Zudem müssen kommunale Klärwerke nach Angaben des Parlaments schrittweise bis 2045 nur noch erneuerbare Energien verwenden. Der VKU sieht das als ambitioniert an.

(dpa/ens)

1 Kommentar

THOMAS H vor 16 Wochen

>>"Richtig umgesetzt wird diese Herstellerverantwortung den Geldbeutel der Abwasserkundinnen und -kunden entlasten"<<

Bevor das passiert, werden die Kosmetik- und Pharmaunternehmen die Preise erhöhen, selbst wenn es nationale Gelder (Steuergeld???) gibt.

Egal wie die Sache gestaltet wird, die Zeche zahlt am Ende der Bürger und die Kosmetik- und Pharmaunternehmen steigern ihre Gewinne!