Covid-19 Behandlung Monoklonaler Antikörper scheitert bei Verbesserung von Covid-19-Verläufen

Rückschlag im Kampf gegen Corona: Pharmakonzern Sanofi hat Phase-3-Tests seines Wirkstoffs Sarilumab ("Kevzara") an Covid-19-Patienten eingestellt. Der monoklonale Antikörper konnte Krankheitsverläufe kaum abschwächen.

Eine Versuchsperson erhält eine Spritze mit einem potenziellen Impfstoff der US-Biotech-Firma Moderna gegen Covid-19.
Test eines Wirkstoffs gegen Corona (Archivbild) Bildrechte: dpa

Während die meisten Covid-19-Patienten eine Coronainfektion mit wenig bis gar keinen Symptomen überstehen, erkranken einige wenige Menschen schwer und sterben mitunter sogar an dem Virus. Ein Phänomen bei diesen schweren und kritischen Verläufen ist die Reaktion des Immunsystems. Erst scheint die Körperabwehr kaum auf Sars-CoV-2 zu reagieren, dann schießt sie plötzlich über und richtet größere Schäden ein, als der Krankheitserreger selbst.

Eine Idee, wie dieses Überschießen des Immunsystems unterbunden werden könnte, hat nun allerdings einen Rückschlag erlitten. Der bereits zur Therapie von rheumatischen Erkrankungen zugelassener Antikörper Sarilumab hat einen klinischen Phase-3-Test bei schwer an Covid-19 erkrankten Patienten nicht bestanden. Der Test war in zehn Ländern durchgeführt worden, teilgenommen hatten 420 Patienten.

Erhoffte Verbesserungen stellten sich nicht ein

Wie das Pharmaunternehmen Sanofi am Dienstag mitteilte, stellten sich die erhofften Verbesserungen weder bei den 162 Patienten ein, die 200 Milligramm des Medikaments erhalten hatten, noch bei den 173 Menschen, die 400 Milligramm bekommen hatten. Gegenüber den 86 Personen der Kontrollgruppe, die nur ein Placebo bekamen, gab es keine statistisch signifikanten Unterschiede.

Das unter dem Namen Kevzara vertriebene Medikament sollte schwere und kritische Krankheitsverläufe abmildern. Laut Mitteilung habe es leichte Trends in Richtung eines etwas kürzeren Krankenhausaufenthalts gegeben. Allerdings starben in allen drei Testgruppen etwa 10 Prozent der Patienten. Schwere Infektionen gab es bei 11 bis 13 Prozent der Patienten, die den Antikörper erhalten hatten und bei 12 Prozent der Patienten, die das Placebo bekamen.

Ein ähnlicher Versuch in den USA war bereits im Juni abgebrochen worden.

(ens)

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