Rostige Geleise und Weichen sind von Pflanzen überwachsen
Stillgelegte Kleinbahnstrecke zwischen Genthin, Jerichow und Schönhausen. Bildrechte: IMAGO / Zoonar

Wissen-News Raumplaner wollen stillgelegte Bahnstrecken reaktivieren

27. März 2024, 15:56 Uhr

Raumplaner empfehlen, stillgelegte Bahnstrecken in Deutschland zu reaktivieren. Sie fordern als ersten Schritt, alle noch vorhandenen Strecken und Trassen zu sichern, um eine Überbauung zu verhindern.

Raumplaner der öffentlich-rechtlichen Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft (ARL) in Hannover empfehlen, stillgelegte Bahnstrecken für den Personen- und Güterverkehr in Deutschland zu reaktivieren. Wie die ARL-Fachleute in einem aktuellen Positionspapier darlegen, wäre die Reaktivierung stillgelegter Schienenstrecken eine große Chance, die Verkehrswende zu beschleunigen und gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Deutschland zu schaffen.

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Bildrechte: IMAGO / Shotshop

Die ARL ruft dazu auf, die vielerorts noch vorhandenen Strecken oder zumindest Trassen durch die Landes- und Regionalplanung zu sichern, um eine Überbauung auszuschließen. Anschließend sollte das Potenzial stillgelegter Schienenstrecken für die Orts- und Regionalentwicklung analysiert und die Strecken danach reaktiviert werden. Laut ARL zeigt ihr Positionspapier auch, wie sich bisherige Hindernisse überwinden lassen. Dem Dokument zufolge werden neue volkswirtschaftliche Bewertungsmaßstäbe und innovative Finanzierungsmodelle benötigt, die den Wert reaktivierter Strecken für Regionalentwicklung, Tourismus und Klimaschutz viel stärker gewichten.

Nach ARL-Angaben ermöglicht ein Anschluss von Städten und Gemeinden an ein schienenbasiertes Verkehrssystem gesellschaftliche Teilhabe und schafft Impulse für eine nachhaltige Entwicklung. Durch den Ausbau des Schienennetzes könnten demnach mehr Menschen auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umsteigen. Zudem würden ländliche Räume so besser an den öffentlichen Verkehr angebunden.

(dn)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 23. Oktober 2023 | 22:00 Uhr

1 Kommentar

Ich nicht vor 2 Wochen

Oha!
Das sind ja völlig neue Erkenntnisse!
Da wird die Bahn in viele kleine Unternehmen geteilt (Fernverkehr, Güterverkehr, Regio, Nahverkehr, Immobilien, Schienennetz, IT usw ) und jedes Unternehmen muss für sich Gewinn machen. Dabei wird dann vergessen dass viele Nutzer eben nicht mehr die ganze Strecke Bahn fahren wenn sie nicht mehr mit der Bahn zum Hauptbahnhof fahren können. Wer schon im eigenen Auto sitzt der sucht am Hauptbahnhof bestimmt kein Parkplatz sondern fährt gleich zum Ziel.
Vor allem weil Auto fahren immer noch so schön verdeckt subventioniert wird.

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