Astronomie Mondfinsternis und Marsleuchten - Der Nachthimmel im Juli

Jetzt im Juli gibt es zwar kaum Sternschnuppen zu sehen, dafür kann man viele Planeten beobachten. Vor allem Mars und Venus sind gut zu sehen, auch der Saturn. Höhepunkt aber ist die Mondfinsternis. Alles was Sie über den Nachthimmel im Juli wissen müssen, finden Sie hier im Überblick.

Am Sonntag, den 1. Juli geht der Mars eine halbe Stunde vor Mitternacht an unserem Nachthimmel auf. Bis zum Monatsende kommt seine Zeit immer ein bisschen früher, bis er schließlich am 31.7. schon um 21.30 Uhr über den Horizont im Süden klettert. Er ist im gesamten Juli über gut zu sehen, dazu gleich noch mehr.

Auch unseren anderen Nachbar, die Venus, kann man im Juli sehr gut beobachten. Sie steht am Abend am westlichen Firmament. Man sollte sich aber nicht zu viel Zeit lassen, zum Monatsende hin geht sie gegen 23.35 Uhr unter.

Der Saturn dagegen ist bis tief in die Nacht hinein zu sehen, er geht am Monatsende gegen 3 Uhr unter. Wer ein gutes Hobbyteleskop hat, kann seine Ringe erkennen. Mit einem guten Fernglas lassen sich mitunter die Monde ausmachen, vor allem Titan als relativ großer und damit heller Begleiter sollte sich finden lassen. Weitere Tipps zum Saturn schauen gibt es hier.

Eher in den frühen Morgenstunden, zwischen 3 Uhr und 4,30 Uhr zieht in einzelnen Nächten Anfang Juli die Internationale Raumstation ISS über unsere Köpfe hinweg. Wann genau erfährt man auf dieser Internetseite der NASA.

Am Freitagmorgen den 13. Juli ist Neumond, gegen 3.47 Uhr in der Frühe. Da er sich zugleich in Erdnähe befindet, wirkt seine Anziehungskraft auf uns. Im Meer kann die Flut deshalb stärker ausfallen, auch die Gefahr von Erdbeben ist stärker als sonst. Wer mit seinem Schiff im Eismeer nahe der Antarktis, im südöstlichen indischen Ozean oder im Südwestpazifik unterwegs ist, kann überdies Zeuge einer partiellen Sonnenfinsternis werden, wenn sich der Mond teilweise vor die Sonne schiebt.

Das Sternbild Kassiopeia
Oben links ist das Himmels-W zu sehen, das Sternbild Kassiopeia. Daneben in der Mitte ist Kepheus, am rechten Rand dieses Bildes der kleine Bär. Bildrechte: IMAGO

Der Sternenhimmel verändert sich im Juli, die Frühlingsbilder Löwe und Jungfrau gehen langsam unter, am Südhimmel steht das Sommerdreieck mit Wega (Sternbild Leier), Daneb (Sternbild Schwan) und Atair (Sternbild Adler). Über dem südlichen Horizont lässt sich Antares erkennen, ein heller, roter Stern aus dem Sternbild Skorpion. Der große Wagen steigt ab, der Wagenkasten zeigt nach unten, während die Deichsel in die Höhe steht. Das Himmels-W, das Sternbild Kassiopeia, beginnt im Nordosten mit dem Aufstieg.

Freitag 27. Juli: Vom Vollmond ist an diesem Abend erstmal wenig zu sehen, denn der Mond fliegt am Abend durch den Kernschatten der Erde, es ist also Mondfinsternis. Gegen 19.13 Uhr beginnt das Schauspiel, wenn der Trabant in den Halbschatten unseres Planeten eintritt und es endet spätestens gegen 1.30 Uhr, wenn er uns vollständig passiert hat. Rund 1:44 Stunden davon befindet er sich im sogenannten Kernschatten, deshalb ist es bislang die längste Mondfinsternis in diesem, knapp 18 Jahre alten Jahrhundert. Weitere Details dazu hier.

Der von der Erde verfinsterte Mond wird übrigens die meiste Zeit über zu sehen sein und zwar in einem schwachen Rot, erklärt Markus Nielbock, Wissenschaftler am Haus der Astronomie in Heidelberg: "Die Erde erzeugt nicht nur einen Schatten, ihre Atmosphäre lenkt auch einen Teil des rötlichen Lichts ab und wirft es auf den Mond". Das Phänomen ist ähnlich wie beim Sonnenuntergang, während blaues und grünes Licht von der Atmosphäre verschluckt werden, wird das langwellige, rote Licht umgelenkt. Eine Mondfinsternis kann übrigens nur bei Vollmond auftreten, wenn sich der Mond von der Erde aus gesehen gegenüber von der Sonne befindet. Neumond dagegen ist, wenn der Mond zwischen Erde und Sonne ist.

Ebenfalls am 27. Juli steht unser Nachbarplanet Mars aus unserer Perspektive genau gegenüber der Sonne. Die Astronomen sprechen von einer Oppositionsstellung. Das verleiht dem roten Planeten noch einen Schuss zusätzliche Rotfärbung. Am 31. Juli erreicht er mit 57,6 Millionen Kilometer seine geringste Entfernung zu Erde.

Unser Zentralgestirn ist übrigens (schon seit dem 21. Juni) wieder auf dem Rückweg. Im Lauf des Julis werden die Tage um eine knappe Stunde kürzer.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | LexiTV: Abenteuer Astronomie | 15. Januar 2015 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Juni 2018, 14:14 Uhr