Hände halten Globus
Bildrechte: IMAGO

Einfach mal die Welt retten Zehn Dinge, die Sie 2018 gegen den Klimawandel tun können

Nur globale Politikabkommen können das Weltklima dauerhaft schützen. Aber auch man selbst kann guten Vorsätzen folgen und etwas unternehmen, allerdings nur, wenn man genau hinguckt. Hätten Sie gewusst, das Zugfahren nicht immer die klimafreundlichste Fortbewegung ist?

von Clemens Haug

Hände halten Globus
Bildrechte: IMAGO

Dass man viel Energie einsparen kann und damit auch weniger Treibhausgas CO2 verursacht, wenn man die eigene Wohnung in der kalten Jahreszeit nicht durchgängig maximal aufheizt, ist ziemlich offensichtlich. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace rechnet vor, dass bereits eine Senkung der Raumtemperatur um ein Grad den CO2-Ausstoß um bis zu 350 Kilogramm pro Jahr senkt. Aber hätten Sie auch geahnt, dass das Herunterlassen der Rollläden in der Nacht zusätzlich viel Energie spart, weil dadurch weniger Wärme durch die Fenster verloren geht?

1. Kein Bio-Rind kaufen

Hausschwein und Rind stehen vor dem Bio Pruefsiegel
Bildrechte: IMAGO

Nach dem Verkehr ist die Fleischproduktion die zweitgrößte Quelle klimaschädlicher Gase. Und dabei gilt: Bio kann mitunter sogar noch klimaschädlicher sein, als konventionell, zumindest beim Rindfleisch.

Dort kostet laut Foodwatch die Herstellung von einem Kilo das Äquivalent einer Autofahrt von 113,4 Kilometern. Ein konventionell hergestelltes Kilo Rind hingegen entspricht nur 71,4 Kilometern Fahrt. Bei Schweinefleisch aber gilt dann wieder: Bio ist auch klimafreundlicher.

2. Flugreisen ausgleichen

Flugzeuge sind unter den Transportmitteln klar die größten Spritfresser und damit auch Klimakiller. Kurzstreckenflüge, beispielsweise innerhalb Deutschlands, sollten Sie auf jeden Fall vermeiden. Wenn Sie aber keine andere Wahl haben, können Sie auch eine Ausgleichszahlung leisten. Atmosfair rechnet für Sie aus, wie groß die CO2-Belastung durch Ihren Flug ist und wie viel Geld eine Klimaschutzorganisation braucht, um den Schäden entgegenzuwirken.

3. Kühlschrank durch neues Gerät ersetzen

Eine junge Frau schaut sich Kühlschränke vor einem Elektrofachgeschäft an
Bildrechte: IMAGO

Kühlschränke sind wahre Stromfresser, sie verbrauchen bis zu einem Fünftel der Energie, die ein durchschnittlicher Haushalt benötigt. Daher lohnt sich in der Regel der Austausch eines Gerätes, das zehn Jahre oder älter ist, sagt Jürgen Stellpflug, Chefredakteur der Zeitschrift Ökotest. "Mit einem Kühlschrank der Effizienzklasse "A+++" und 300-Litern Fassungsvermögen spart man ungefähr 90 Euro an Stromkosten im Jahr", so Stellpflug. Entsprechend weniger wird auch das Klima belastet. Die für die Herstellung des neuen Geräts nötige Energie fällt bei der Gesamtbilanz des Lebenszyklus nur geringfügig ins Gewicht. Nur 18 Prozent entfallen auf die Produktion, 81 Prozent dagegen auf den Verbrauch im Alltag, rechnet das Ökoinstitut vor.

Das gleiche gelte auch für andere Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen, sagt Stellpflug. "Allerdings ist die Nutzungphase zum Beispiel bei einer Waschmaschine nicht ganz so dominant, weil eine Waschmaschine - anders als ein Kühlschrank - nicht das ganze Jahr über ununterbrochen läuft."

4. Kühlschrank abtauen

Wenn Sie den alten Kühlschrank mit dem Eisfach behalten, denken Sie ab und an daran, ihn abzutauen. Wenn er vereist ist, benötigt er mehr Strom. Neuere Geräte tauen sich meist selbst automatisch ab.

5. Handyladegeräte nach Benutzung ausstecken

Ein Ladekabel
Bildrechte: IMAGO

Tückisch sind vermeintlich ausgeschaltete Geräte, die in Wirklichkeit im Standby-Modus weiterlaufen. Fernseher etwa verbrauchen auch dann Strom, wenn der Bildschirm schwarz ist. Auch eingesteckte Handyladegeräte ziehen Energie, selbst wenn sie gerade kein Telefon laden.

Allerdings ist der Standby-Verbrauch durch EU-Regelungen deutlich reduziert worden. Die Geräte dürfen heute maximal 0,5 Watt verbrauchen - wenn sie eine Informationsanzeige haben maximal ein Watt. Früher waren das pro Geräte zwischen fünf und zehn Watt.

6. Wasserkocher statt Herd

Wasserkocher benötigen weniger Energie, um Wasser zum Kochen zu bringen, als ein Herd mit einem Topf darauf. Deswegen lohnt sich auch beim Nudeln machen: Wasser mit dem Kocher erhitzen und dann heiß in den Topf umfüllen.

7. Reifendruck regelmäßig korrigieren

Wer das Auto schon nicht stehen lassen kann, sollte regelmäßig den Reifendruck überprüfen und gegebenenfalls Luft nachfüllen. So lautet ein einfacher Tipp vieler Ratgeber. In einer Studie beziffert die Beratungsgesellschaft McKinsey das CO2-Einsparpotenzial durch korrekt befüllte Reifen bis 2020 auf 1,2 Megatonnen. Der ADAC schätzt, dass dabei deutschlandweit 950 Millionen Liter Diesel und Benzin pro Jahr gespart werden könnten. Hier das Klima zu schonen bedeutet auch Schonung des eigenen Geldbeutels.

8. Mehrwegglasflaschen statt PET

Pfadnflaschen
Bildrechte: IMAGO

PET-Flaschen gelten als Umweltsünde. Laut der Zeitschrift "Öko-Test" weisen Mehrweg-Glasflaschen nach wie vor eine deutlich bessere Klimabilanz auf, auch wenn sie nach Rückgabe zum Abfüller zurücktransportiert und dort aufwendig abgespült werden müssen. Doch die Berechnungen zeigen auch: Werden die Wege zwischen Abfüller und Konsument länger als 70 Kilometer, ist die Klimabilanz von PET-Mehrwegflaschen besser als die ihrer Schwestern aus Glas. Ein wachsendes Problem ist, dass immer mehr Getränkehersteller zwar Glas-Mehrweg-Flaschen verwenden, das Material aber so individuell gestalten, dass es nur ihre Firma auch wiederverwerten kann. Die Marken sollen dadurch unverwechselbarer werden, so die Hoffnung der Marketingstrategen. Das aber wiederum bedeutet steigenden Transportaufwand.
Was die Klimabilanz angeht, sagen die Experten von Öko-Test: Am klimaschonendsten ist Leitungswasser. Danach folgen einheitliche Glas-Mehrweg-Flaschen, dann PET-Mehrweg von einem Hersteller in der Region und ganz zum Schluss erst PET-Einweg.

9. Fernbus meist energieeffizienter als Bahn

Dass eine Zugreise die klimafreundlichere Alternative zur Autofahrt ist, wissen die meisten. Dass der Fernbus allerdings noch besser abschneidet, nicht. Wie die Kollegen vom Bayerischen Rundfunk vorrechnen, sind Autos im Durschnitt mit 1,5 Personen besetzt. Eine Fahrt über 100 Kilometer versursacht dann rund 16,6 Kilogramm CO2. Die Herstellung des Fahrzeugs ist dabei schon eingerechnet. Durch die Zugfahrt entstehen nur 7 Kilogramm pro Person. Dass die Bilanz nicht besser ist, liegt daran, dass die meisten Züge nur zu 50 Prozent besetzt sind. Busplätze hingegen sind im Schnitt zu 60 Prozent belegt. 100 Kilometer Fahrt mit dem Fernbus verursachen daher nur 3,8 kg CO2 pro Person.

10. Stromanbieter wechseln

Wenn Sie alle Tipps beachten, können Sie Ihren Stromverbrauch senken. Wichtig ist aber auch die Erzeugung der Energie. Ökostromanbieter sind oft nicht wesentlich teurer, als konventionell arbeitende Stadtwerke. Mehr Informationen gibt es beim Grünstromlabel.

Übrigens: Wie viel Kohlenstoffdioxid Sie pro Jahr persönlich ausstoßen - im Vergleich zum deutschen Durchschnitt - können sie beim Klimarechner des Bayerischen Landesumweltamts nachrechnen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | LexiTV | 22. Dezember 2017 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Januar 2018, 09:37 Uhr