Wiederbelebung Reanimation – kann man nicht früh genug lernen

Es kann uns allen passieren: neben uns fällt ein Mensch um und niemand sonst ist da. Was tun? Acht Minuten dauert es im Schnitt, bis Medizinprofis da sind. Zeit, die über Leben und Tod entscheidet. Und wir haben es in der Hand. Wir müssen uns nur so früh wie möglich für das Thema interessieren, wie es die Uniklinik Leipzig und das Aktionsbündnis "Leipzig drückt" im Herbst mit einem Video-Wettbewerb für Kinder und Jugendliche gemacht haben.

Kinder üben Wiederbelebung.
Knaben einer Musikspezialschule im Moskau lernen Wiederbelebungs-Techniken Bildrechte: imago images / ITAR-TASS

Mehr als 50.000 Menschen in Deutschland erleiden jährlich einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Und zwar außerhalb des Krankenhauses. Bis ein Rettungsteam da ist, vergehen durchschnittlich acht Minuten, oft dauert es auch länger. Nach drei bis fünf Minuten treten schon irreversible Hirnschäden auf. Dabei lässt sich diese Zeit nutzen, wenn man weiß, was man tun kann – übrigens unabhängig vom Alter. Die Schritte sind immer gleich:

  • Bricht eine Person zusammen, prüfen, ob sie auf Ansprache reagiert und normal atmet. Falls nicht, muss sofort wiederbelebt werden.

  • Per Notruf den Rettungsdienst alarmieren.

  • Herzdruckmassage: Die bewusstlose Person liegt auf dem Rücken. Der Helfer legt die aufeinandergelegten Handballen auf den nackten Brustkorb. Dann fünf bis sechs Zentimeter tief drücken, etwa 100 Mal in der Minute. Erst aufhören, wenn der Rettungsdienst da ist und übernimmt.

Vor Angst gelähmt – das ist fatal

Nichts zu tun, aus Angst, etwas falsch zu machen, ist aus ärztlicher Sicht fatal. Notarzt und Intensivmediziner Falk Gonnert sagt im Gespräch mit MDR WISSEN:

Man kann nichts falsch machen, man kann nur helfen. Die Situation ist lebensbedrohlich. Jede Minute, in der ich nichts mache, gefährde ich eigentlich den Patienten.

Dr. Falk Gonnert, Intensivmediziner
Verbandanlegen in einem Erste-Hilfe-Kurs
Helfen kann man in jedem Alter, wenn man rechtzeitig lernt, wie. Bildrechte: imago images / Jochen Tack

Übrigens: Auch Kinder und Jugendliche können Erste Hilfe leisten. Organisationen wie Malteser, Rotes Kreuz und andere bieten beispielsweise gezielt Erste-Hilfe Kurse für Kinder und Jugendliche an. "Keiner ist zu jung zum Helfen", heißt es beim Roten Kreuz. Und wer weiß, was er tun kann, greift im Notfall beherzt zu und ein.

Reanimation - der Videowettbewerb der Uni Leipzig

Nur wie interessiert man junge Menschen für ein vermeintlich so "erwachsenes" Thema wie Wiederbelebung? Weil das junge Menschen selber am besten wissen, wie man sie für ein Thema interessiert, hatten die Uniklinik Leipzig und das Aktionsbündnis "Leipzig drückt" im September die Video-Challenge "Schüler retten Leben" ausgeschrieben. Teilnehmen konnten Kinder und Jugendliche ab Klasse 5.

Hier sehen Sie die ausgezeichneten Produktionen:

1. Platz in der Kategorie Einzel- und Tandemarbeit

1. Platz in der Kategorie Gruppenarbeit

1. Platz Kategorie Jugendgruppen der Hilfsorganisationen:

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