Das Altpapier am 18. Dezember 2020 Embedded Filmmaking

Amazon Prime hat eine Doku über die "Bild"-Zeitung gedreht. Ihr gelingt vor allem eines: Nähe. Etwas anderes gelingt ihr nicht so gut: Distanz. Ein Altpapier von Ralf Heimann.

Teasergrafik Altpapier vom 18. Dezember 2020: Porträt Autor Ralf Heimann
Bildrechte: MDR | MEDIEN360G

Der Beipackzettel fehlt

Ab heute ist bei Amazon Prime eine siebenteilige Doku "Bild. Macht. Deutschland?" zu sehen, der laut Oliver Jungen etwas Außerordentliches gelungen ist.

"Fast sieben Stunden lang aus dem Innenleben der 'Bild'-Zeitung zu berichten, ohne sich auch nur ansatzweise mit dem Wesen des Boulevardjournalismus auseinanderzusetzen, das ist schon ziemlich erstaunlich",

schreibt Jungen auf der FAZ-Medienseite, und anscheinend ist das passiert, was zu erwarten war, wenn ein Dokumentarfilmteam mit Hausausweisen und einem eigenen Regieraum in der Redaktion ausgestattet wird: Herausgekommen ist gewisser Weise eine Kampagne – oder wie im Teaser eines Beitrags von Daniel Bouhs über die Serie Anfang Dezember stand: "Die Gefahr der Verherrlichung bleibt da nicht aus".

Eine Kampagne ist laut der Wikipedia eine "zeitlich befristete Aktion mit einem definierten Ziel, das durch geplantes und koordiniertes Zusammenwirken mehrerer Personen oder Akteure zu erreichen versucht wird". Die Ziele der verschiedenen an der Produktion beteiligten Parteien sind sicher nicht identisch, aber wahrscheinlich in großen Teilen deckungsgleich: Möglichst viele Menschen sollen sich das alles ansehen. Dazu muss der Film Nähe herstellen. Und da gibt es im Journalismus unterschiedliche Wege. Günter Wallraff hat sich vor über 40 Jahren inkognito in die Redaktion geschlichen. Amazon hat es angekündigt und später Kameras installiert, weil es in der Corona-Zeit nicht anders möglich war.

Das führt nun dazu, dass Protagonisten reichliche Gelegenheiten bekommen, diesen siebstündigen Imagefilm nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Ob das gelungen ist, hängt davon ab, von welcher Seite man auf das Ergebnis schaut. "'Bild' will sich eigentlich die ganze Serie über präsentieren als mächtigstes Medium Deutschlands. Ich glaub, so kann man das schon sagen", sagt Ferda Ataman im Interview mit Massimo Maio für Deutschlandfunk Kultur. Das ist der Blick von der einen Seite. Von der anderen kann es aber eben auch etwas anderes erkennen: "In den sieben Folgen sehe ich ein Boulevardblatt, das offenbar gegen den Bedeutungsverlust ankämpft, mit allen Mitteln."

Was man sieht, hängt allerdings auch davon ab, was man schon weiß. "Man braucht viel Vorwissen, um die Szenen kritisch einzuordnen, weil Amazon sie nicht kommentiert", sagt Ferda Ataman gegen Ende des Beitrags. Ähnlich erscheint das auch Kurt Sagatz, der in seinem Text für den Tagesspiegel bemerkt: "Was fehlt ist jedoch eine Art Beipackzettel, unter anderem mit dem Verweis, wofür ‚Bild‘ alles eine Rüge vom Presserat bekommen oder an welchen Stellen der 'Bildblog' der Zeitung eine Falschmeldung nachgewiesen hat."

Provokationen, Sensationen, Eskalationen

Diese Dimension ist nicht vorhanden. Die Doku widmet sich dem Innenleben, sie zeigt wie beim Dschungelcamps das Wirken und die Konflikte drinnen, aber Wirkungen und Folgen blendet sie aus – etwa im Fall der Kampagne gegen den Virologen Christian Drosten, der nur eine Stunde Zeit bekam, um mit einer Stellungnahme auf eine bevorstehende Schlammdusche zu reagieren, stattdessen aber die Anfrage inklusive Telefonnummer des Autors veröffentlichte. Zu sehen ist zwar – das beschrieb Bouhs Anfang Dezember –, wie die Kritik in der Redaktion ankommt. Chefreporter Peter Tiede sagt: "Mein Sohn hat mich angerufen und gefragt, ob wir noch alle Latten am Zaun haben." Aber: "Dass sich die von Bild herangezogenen Experten von dem Blatt distanziert haben, erfährt das Publikum nicht (…)", schreibt Bouhs.

Problematisch ist das vor allem deshalb, weil das Selbstbild und das Selbstverständnis des Blattes zu einem guten Teil aus Narrativen besteht, die Widersprüche nur vermeintlich auflösen. Wie kann es sein, dass so viele Menschen diese Art von Journalismus ablehnen, bei dem es nicht darum geht, das zu machen, was man eigentlich vorgibt, also eine solide Informationsgrundlage für eine eigene Meinung zu schaffen ("Bild dir deine Meinung"), sondern vor allem um Provokationen, Sensationen und Eskalationen. Wie kann es sein, dass so viele intelligente und talentierte Menschen sich für so etwas hergeben?

Die Erzählung, die diesen Widerspruch vermeintlich auflöst, geht so: Die "Bild"-Zeitung sei nicht Täter, sondern eher eine Art Opfer, ein Underdog, der es mit der übermächtigen Meinungsmehrheit aufnimmt, die sich alles immer nur schönredet, leider an der Wirklichkeit vorbei, auch weil man sich damit unter Umständen unbeliebt mache. Die "Bild" dagegen spreche das aus, was sich sonst  keiner traut.

Ungefähr so erklärt Julian Reichelt das auch in einem Interview mit Thomas Lückerath für DWDL. Im Grunde steht es schon in der Überschrift. Sie lautet: "Wir machen keine Zeitung für die Stimme Twitters."

Reichelt sagt unter anderem:

"Klare Kante zu zeigen, gehört zum Boulevard. ‚Bild‘ versteht sich als Stimme Deutschlands und will immer alle erreichen. Wir machen keine Zeitung für die Stimme Twitters, dort wird gespalten."

Und er sagt:

"Journalismus ist kein Beruf für Menschen, die dazugehören wollen. Journalismus ist ein Beruf für Underdogs. Es muss ein wir und ein die geben."

Mit dem "Wir" und dem dem "Die" meint Reichelt vermutlich den Journalismus und die jeweilige Gruppe, um die es in der Berichterstattung geht. Man könnte aber auch sehr leicht zeigen, dass die "Bild" die Wirklichkeit eben auch selbst genau auf diese Weise inszeniert. Es muss Gegner geben, dazwischen im besten Fall einen großen Graben. Und wenn der noch nicht groß genug ist, dann wirft man eben eine Bombe rein. Man könnte das Spalten nennen.

Reichelts Erzählung löst eine kognitive Dissonanz auf. In der Doku sagt er: "Die meisten, die hier arbeiten, bewegen sich halt in Milieus, die die 'Bild'-Kritik sehr dankbar aufnehmen und weiterverbreiten." Nach Reichelts Lesart ist die Annahme hier: Die Kritik hat ja eigentlich keine Grundlage.

Tatsächlich ist es aber so, dass die "Bild" vor allem in dem Milieu, aus dem sie selbst ihr Personal rekrutiert, ein selbstverschuldetes Imageproblem hat, das sie immer wieder von Neuem mit Beispielen belegt. Der Vorwurf lautet: Manipulation gehört zum Handwerk. Der jüngste Beleg dafür ist keine zwei Tage alt. Das Bildblog hat es hier dokumentiert.

Wie viel Erkenntnis ist möglich?

Oliver Jungen sieht in seinem Beitrag für die FAZ ein "Milieuproblem", und das habe auch damit zu tun, dass "die 'Bild' längst nicht mehr das rechtskonservative Agitationsblatt ist, gegen das Linke von Heinrich Böll bis Wiglaf Droste Sturm liefen." Es wirke "mitunter, als spielten Ironiker Boulevardjournalismus, an den sie selbst nicht wirklich glauben".

Ferda Ataman findet sogar, das Ensemble spielt die Rolle in Teilen sehr schlecht.

"Ingesamt muss ich echt sagen: Reichelt wirkt in dieser Doku nicht wie ein Beobachter oder wie ein Journalist, sondern er kommt rüber wie jemand, der seine Macht genießt, Einfluss nehmen will und so die Hybris eines wichtigen Staatsmannes verstreut."

Und möglicherweise ist das symptomatisch für die Art von Journalismus, die hier gezeigt wird, und in die "journalistische Hybris, es besser zu wissen als die Experten", wie Michael Borgers es in seinem Beitrag für den Deutschlandfunk ("Männerwelt ohne Selbstzweifel") formuliert, auch Antrieb für die Berichterstattung ist, im Grunde also das dickhodrige und breitbeinige Ego. 

Reichelt "interessieren offenbar journalistische Grundregeln wenig. Er gibt immer wieder damit an, dass er Markus Söder oder Jens Spahn gerade eine SMS geschickt hat. Oder auch, dass der Bundesinnenminister ihn zu einer Privataudienz einlädt zum Beispiel", sagt Ferda Ataman. Reichelt selbst reagiert auf Kritik aus dieser Richtung im Interview mit Thomas Lückerath so:

"Also das eine ist, ob ich mit Politikern SMS schreibe oder telefoniere. Das andere ist doch, was dann im 'Bild'-Kommentar steht. Zu seinem Flugzeug-Zitat hatte der Kommentar die Überschrift 'Einspruch Herr Ministerpräsident' und widersprach ihm. Wenn dieser Kommentar nicht erschienen wäre, weil ich mich mit Herrn Söder austausche, dann hätten wir ein Problem. Das darf niemals passieren."

In diesem Interview beschreibt Reichelt auch, wie es zu der Doku kam:

"Die Idee wurde schon länger und immer mal wieder diskutiert. Konkret wurde es dann, wenn ich mich richtig erinnere, weil mich Oliver Berben darauf ansprach und fragte, ob wir bereit wären, die Türen zur Marke 'Bild' zu öffnen, um zu zeigen, wie unsere Reporterinnen und Reporter arbeiten."

Die Frage ist: Wie viel Erkenntnis ist möglich ohne kritische Ebene? Sich sieben Stunden lang eine komplizierte Herzoperation anzusehen, vermittelt medizinischen Laien womöglich keinen wirklichen Eindruck davon, ob die operierenden Ärzte ihre Arbeit gut gemacht haben. Diese Problem wird zum Beispiel an Stellen deutlich, die zeigen, wie unprofessionell "Bild"-Journalisten sich mitunter verhalten, wenn sie etwa mit ihren Quellen protzen. Der folgende Kommentar von Ferda Ataman hätte da möglicherweise geholfen, um zu verstehen, wie die Sache einzuorden ist. Es geht um einen Besuch beim Bundesinnenminister.

"Und später erfahren wir, dass Horst Seehofer offenbar Informationen zu einer Islamisten-Razzia durchgestochen hat. (…) Journalisten leben auch davon, dass ihnen Informationen aus Behörden zugespielt werden, aber man prahlt halt nicht offen mit seinen Quellen. Und schon gar nicht, wenn es hochrangige Politiker sind."

Vielleicht noch als Ergänzung. Man prahlt generell nicht mit seinen Quellen. Denn damit macht man deutlich, dass man jemand ist, dem man im Vertrauen besser gar nichts erzählt.

Mission Selbstverliebtheit

Nicht nur eine kritische Ebene fehlt, sondern auch einige Episoden, die in diesem Jahr schon von Bedeutung gewesen wären. Stefan Niggemeier schreibt in seiner Kritik auf uebermedien.de:

"Bei manchen Themen gibt es erstaunliche Leerstellen. Entweder haben die Filmemacher hier die dramatischsten Szenen nicht gefilmt. Oder sie – oder die Leute von "Bild" – wollten sie doch lieber nicht zeigen. (…) Was die Dokumentation nicht zeigt: Wie bizarr der Verlauf dieser Blattkritik war. Anstelle von di Lorenzo sprach irgendwann zunehmend Julian Reichelt, ließ den "Zeit"-Chefredakteur nicht mehr zu Wort kommen und hielt schließlich nach Aussagen von Augenzeugen einen fast fünfzehnminütigen Monolog wie im Rausch (…) – und schockierte damit sogar die eigene Redaktion."

Eine Information, die laut Ferda Ataman nur an einer Stelle thematisiert wird, nämlich als der Fußballexperte Mehmet Scholl sich äußert, ist die Angst vor dem Medium, die auch dazu führt, dass Politiker, die zu Wort kommen, möglicherweise etwas anderes sagen, als sie denken. Horst Seehofer etwa sagt, "Bild" orientiere sich "sehr an der Wahrheit". Ein Politiker, der Informationen an die Öffentlichkeit durchsticht, macht das nicht, weil er nett ist, sondern weil er daraus einen Vorteil zieht. Aber sie sind keine gleich starken Geschäftspartner. Seehofer kann der "Bild" wenig, die "Bild" ihn mit einer Kampagne unter Umständen um seinen Job bringen, wenn sie es drauf anlegt (siehe Christian Wulff). Aber natürlich profitieren beide Seiten.

Kurt Sagatz zitiert Heiko Maas mit der Aussage, die Zeitung sei "ein richtig gutes Instrument für die Politik", was wahrscheinlich richtig ist, allerdings noch aus einem anderen Grund als aus dem, den Maas nennt. Sie biete einen "Zugang zur breiten Masse der Bevölkerung", schreibt er. Möglicherweise ist die "Bild aber auch ein "Instrument", weil ihre Mechanismus so durchschaubar sind, dass sie leicht zu instrumentalisieren ist.

Eine zentrale Botschaft der Serie – so ist es jedenfalls bei den Rezensentinnen und Rezensenten angekommen –, ist dass "Bild" sich inzwischen vor allem als digitales Medium versteht. Oder wie Ferda Ataman sagt: "Erst mal fällt auf, wie unwichtig die Zeitung selbst geworden ist."

Kurt Sagatz schreibt:

"Die wichtigste Botschaft, die 'Bild' mit der Doku unters Streaming-Volk bringen darf, betrifft die geänderte Ausrichtung der Marke. Titelseiten von ‚Bild‘ sind nur noch vereinzelt zu sehen, im Fokus steht die Videoplattform 'Bild Live'. Kein Politikerbesuch ohne anschließendes TV-Interview plus 'Breaking News'."

Ein paar Punkte macht sie Serie allerdings – oder jedenfalls sieht man doch hier und da etwas Überraschendes:

"Die Dokumentation zeigt eine Redaktion, in der erstaunlich viel, engagiert und kontrovers diskutiert wird, auch über die großen Themen wie den richtigen Umgang mit der Corona-Pandemie." 

Und:

"Dass 'Bild' es zugelassen hat, dass Kamerateams interne Diskussionen filmen, ist dennoch bemerkenswert. Nicht nur, weil 'Bild' und der Verlag Axel Springer eine lange Tradition haben, auch harmlose, lästige Fragen anderer Journalisten mit dem Hinweis abzubügeln, zu 'Redaktionsinterna' grundsätzlich keine Auskunft zu geben."

Cornelius Pollmer schreibt auf der SZ-Medienseite.

"(…) wenn es auch falsche moralische Mathematik wäre, Leistungen von Bild mit von ihr verursachtem Leid aufzuwiegen, so lässt sich doch ohne Überschwang würdigen, welche Arbeit in diesem Haus auch geleistet wird."

Allerdings merkt auch er an:

"Das Ergebnis ist zum Einen ein wenig zu lang geraten und hat ein paar handwerklich doch gravierende Mängel. Es fehlen, von einigen Politikern abgesehen, externe Stimmen, die die Arbeit von Bild kritisch bewerten würden. Zudem gerät die Darstellung einiger wesentlicher Sachverhalte dieses Jahres etwas einseitig zu Gunsten von Bild, ganz besonders der von Bild geschürte Konflikt mit dem Virologen Christian Drosten."

Benjamin Knödler urteilt für den Freitag:

"Was es für Folgen für einzelne Menschen haben kann, Gegenstand von Bild-Berichterstattung zu werden, kommt in der Dokumentation ebenso wenig vor wie die aufwieglerische Macht, die die Bild hat. Dafür stehen zum Beispiel die 219 Rügen Pate, die der Deutsche Presserat gegenüber der Bild seit 1986 ausgesprochen hat. Zum Vergleich: Auf Rang zwei dieser unrühmlichen Bestenliste liegt die B.Z. mit 21 Rügen. Und so sollte man sich 'BILD.Macht.Deutschland?' vielleicht am besten in Kombination mit der verdienstvollen Arbeit vom Bildblog, einem Watchblog zur Boulevardberichterstattung der Bild, ansehen."

Oliver Jungen findet:

"Das Problem schlägt durch bis auf die distanzlose, die Methoden des B-Journalismus nicht hinterfragende Reality-Doku, die so ganz anders geworden ist als die von der Idee her ähnliche, aber dann hervorragend über Medien und Gesellschaft nachdenkende 'New York Times'-Dokumentation 'Mission Wahrheit' (2018) von Liz Garbus. Hier dagegen: Mission Selbstverliebtheit, viele Stunden lang."

Und Stefan Niggemeier schreibt am Ende das, was den Kern der Kritk ausmacht:

"Trotz der Einblicke in die Redaktion, in ihren alltäglichen Zynismus und Machthunger ebenso wie in ihren echten journalistischen Ehrgeiz und ihre internen Debatten, trotz gelegentlich offenkundiger Widersprüche, Täuschungen und Selbsttäuschungen, entsteht ein geschöntes Bild dieses Mediums, seiner Arbeitsweise und vor allem seiner Wirkung."


Altpapierkorb (Olli Dittrich, Neugründung von ARD und ZDF, Personalien, Pressemitteilungen, Ibiza, Google)

+++ Unbedingt lesenswert: Holger Gertz auf der SZ-Medienseite über Olli Dittrichs nächsten Streich. In "House of Trumps" gibt er Donald Trumps fiktiven Bruder Peter Trump. In "House of Trumps" gibt er Donald Trumps fiktiven Bruder Peter Trump. Gertz: "Jetzt wird es eng für Trump." Dann wahrscheinlich wohl auch unbedingt sehenswert. Zu sehen in der ARD-Mediathek. (Hinweis: Hier stand zuerst: Heute Abend in der ARD. Das war ein Fehler. Der Beitrag lief schon am Donnerstag.)

+++ Hans Hütt hat für den Freitag aufgeschrieben, warum er eine Neugründung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks angebracht fände.

+++ Und wer das noch mal nachlesen möchte: Ben Mendelsohn zeichnet für Übermedien nach, wie Konrad Adenauer einen Staatssender gründen wollten, damit aber scheiterte und schließlich das ZDF entstand.

+++ Und einige Personalien: Emilia Smechowski wird stellvertretende Chefredakteurin des Zeit-Magazins, hier unter anderem nachzulesen bei der SZ. Timo Lokoschat, bislang stellvertretender "Bild"-Chefredaktuer, übernimmt nun noch die Verantwortung fürs gesamte Digitalgeschäft, berichtet unter anderem der Medieninsider. Sabine Sauer verabschiedet sich beim Bayerischen Rundfunk, schreibt Meedia. Die ehemalige Spiegel-Redakteurin Annette Bruhns wird neue Chefredakteurin des Hamburger Obdachlosen-Magazin Hinz & Kunzt, berichtet unter anderem Kress.

+++ Annika Schneider spricht mit Ulf Buermeyer für das Deutschlandfunk-Medienmagazin @mediasres über den von der Regierung beschlossenen Entwurf für ein neues BND-Gesetz (Altpapier gestern). Buermeyer fasst das Vorhaben so zusammen: Die Bundesregierung versuche nun das zu legalisieren, was Edward Snowden aufgedeckt hat.

+++ Wenn Medien Pressemitteilungen übernehmen, ist das nie gut — auch nicht, wenn der Absender eine Hochschule ist, erklärt Marcus Anhäuser für Übermedien. Zwei einfache Fragen, die man sich in diesem Fall merken kann: Hat schon irgendein Fachmagazin die Forschungsergebnisse veröffentlicht? Wer hat die Forschung bezahlt. 

+++ Sky macht aus der Ibiza-Affäre eine Serie. Volkan Agar berichtet für die taz. Die große und wahrscheinlich auch berechtigte Sorge: "(…) wenn die Realität weitere solche Affären nachlegt, könnte das Genre der Politserie bald erledigt sein."

+++ Die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein eröffnet ein Verfahren gegen Google. Es geht um die Frage, ob die Suchemaschine Inhalte privater Anbieter benachteiligt, wenn sie ein Gesundheitsportal des Bundes hervorhebt, berichtet unter anderem das Handelsblatt.

Neues Altpapier gibt es am Montag.

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