Das Altpapier am 15. März 2018 Bolz, how low can you go?

Heute geht es darum, warum Buchrezensenten privat ungern Bücher lesen, warum die deutsche Sprache "eigentlich zu schwierig zum Hetzen oder Urteilen" ist und "Wo die Grenze des Sagbaren" liegt. Außerdem: die Twitter-Karriere eines Medienwissenschaftsprofessors, der "seine liberal-konservative Haltung einem Verfolgungswahn opfert". Ein Altpapier von René Martens.

Collage zur Medienkolumne Das Altpapier vom 15. März 2018.Warum Buchrezensenten privat ungern Bücher lesen, warum die deutsche Sprache "eigentlich zu schwierig zum Hetzen oder Urteilen" ist und "Wo die Grenze des Sagbaren" liegt.
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Heute beginnt die Leipziger Buchmesse, was ein guter Anlass ist, sich mit dem Rezensentenwesen zu befassen. Michael Wuliger, der frühere Literaturredakteur der Jüdischen Allgemeinen, erzählt in seiner Kolumne ebd., warum ihm "die berufliche Beschäftigung mit Literatur das Lesen verleidet hat":

"Wenn man sich tagsüber durch Dutzende schlecht geschriebener, miserabel lektorierter und katastrophal übersetzter Bücher gequält hat, schaut man abends lieber Fernsehserien, als sich noch mehr Lektüre anzutun."

Das sei aber "längst noch nicht das Schlimmste an dem Job". Denn:

"Als Literaturredakteur muss man nicht nur missratene Bücher ertragen, sondern auch ihre Verfasser (…) Die Mindeststrafe ist die soziale Ächtung. Ich kenne einen Autor, der wegen einer unliebsamen Rezension vor 30 Jahren seither nicht mehr mit mir redet."

In der noch aktuellen, in der März-Ausgabe erschienen Literaturkolumne des Merkur beschäftigt sich Ekkehard Knörer mit verschiedenen ökonomischen Aspekten des Literaturbetriebs. Werbung zum Beispiel. Knörer schreibt:

"Werbung heißt nicht nur Anzeigenkauf in den einschlägigen Feuilletons oder dem ökonomisch wichtigsten literaturkritischen Blatt, der Brigitte, sondern auch: (…) butterfahrtähnliche Essenseinladungen für Kritikerinnen und Kritikern mit den Autoren ausrichten. (Oder gar eine junge Debütantin dazu bringen, Kritiker von Zeit, Welt und anderen Medien in ihrer Neuköllner Altbauwohnung selbst zu bekochen, Kosten übernimmt großzügig der Verlag.)

Oh, das "ökonomisch wichtigste literaturkritische Blatt" ist die Brigitte? Wer die aktuellen Brigitte-Rezensionen jenseits ihrer ökonomischen Relevanz begutachten möchte: Bei Blendle gibt es sie gebündelt für 25 Cent.

Wir hoffen für die Kollegen aus der Literaturkritik übrigens, dass sie die von Wuliger oben beschriebenen Unerquicklichkeiten des Jobs durch die butterfahrtähnlichen Events einigermaßen kompensieren können.

Um auf etwas ernsteres Terrain hinüberzugleiten. Im Kontext der Messe stellt sich natürlich auch wieder die Frage: Mit Rechten reden? Barbara Junge schreibt in der taz dazu:

"Was Neurechte bei der Buchmesse wollen, ist deshalb nicht weiter geheimnisvoll. Es geht nicht um eine pluralistische Auseinandersetzung. Demokratie findet anderswo statt. Ein Dialog mit ihnen nützt deshalb weder der Demokratie noch dem Pluralismus. Der ist, als Chiffre für Toleranz, Liberalität und Universalismus, doch gerade ihr Feindbild. Mit solchen Rechten reden? Nein. Sollte man stattdessen über sie reden?"

Mal wieder Clara Drechsler lesen!

Nein, jetzt kommt kein Spoiler. Statt dessen die Beschäftigung damit, wie jene, mit denen der eine oder andere meint, reden zu müssen, so reden bzw. schreiben – darum geht es in einem FAZ-Feuilleton-Beitrag Dietmar Daths:

"Wunderlicher und beknackter als die von der Alternative für Deutschland in eine verdiente Sinnkrise gestoßene NPD auf ihrer Website (am 8. März) kann man es wohl nicht sagen: 'Heute ist mal wieder Frauentag, und die Zeitungsgazetten sind voll von Hinweisen, in welchen Bereichen Frauen noch immer benachteiligt sein sollen.' Das Wort 'Zeitungsgazetten' ist, da 'Gazette' ja nichts anderes bedeutet als 'Zeitung', nach dem Prinzip gebildet, das Kinder lieben, wenn man mit ihnen Wörter wie 'Popohintern' baut."

Profanst zusammengefasst, geht es um Folgendes: Je mehr sich jemand darauf einbildet, dass sie/er eine grüne Plastikkarte mit Adler drauf in der Hosen-, Jacken- oder Brieftasche hat, desto größere Schwierigkeiten hat sie/er mit der deutschen Sprache. Dath weiter:

"Im Ernst: Ich kann ja auch kein Deutsch, aber ich führe mich wenigstens nicht auf, als wollte ich das Deutsche retten – diese Sprache ist, das macht sie so wertvoll, eigentlich zu schwierig zum Hetzen oder Urteilen; nur wenige können sie über mehr als einen halben Satz auf dem Niveau (deutsch für: Level) sprechen oder schreiben, das man in einem Zornesbrief von Karl Marx oder einer alten Plattenkritik von Clara Drechsler bewundern darf."

Alte Plattenkritiken von Clara Drechsler habe ich – um hier mal den mittelalten Bescheidwissersack heraushängen zu lassen – zwar sehr viele auf dem Dachboden, aber online kurzfristig greifbar sind nur einige Nicht-Plattenkritiken aus den Jahren 1982 bis 1990.

Bleiben wir beim Thema Sprache:

"Kaum eine Frage wird derzeit kontroverser diskutiert: Ist rücksichtsvolles Sprechen Ausdruck des sozialen Fortschritts?"

Darüber bzw. über "die Grenze des Sagbaren" hat Nils Markwardt für die heute erscheinende neue Ausgabe des Philosophie Magazins (S. 37-41) mit Paula-Irene Villa, Professorin für Soziologie und Gender Studies an der Ludwig-Maximilians-Universität München, und dem Philosophen Robert Pfaller gesprochen. Villa sagt:

"Wichtig ist zunächst die Diskussion über Begriffe und deren Kontexte. Ich persönlich finde es zum Beispiel nicht schlimm, wenn jemand 'Zigeunerschnitzel' sagt. Wenn andere aber sagen, dass es für sie sehr wohl ein Problem ist, dann stelle ich mich nicht hin und behaupte, dass das Unsinn sei und wir genug andere Probleme hätten. Ich frage, warum das ein Problem ist, damit man darüber debattieren kann. Ebenso habe ich zunächst kein Problem mit dem Wort 'Neger'. Womit ich aber sehr wohl ein Problem habe, sind Leute, die meinen, dass das alles kein Problem sei und man alles sagen könne. Es ist ein zivilisatorischer Fortschritt und ein hohes Gut, über das historische Werden von Bedeutung, über all die politischen Implikationen von Bezeichnungen zu diskutieren. Ob am Ende dann ein Gebot oder eine Aufforderung steht, ist sekundär, solange es eine sachgemäße Auseinandersetzung mit der Fragestellung gibt. Wichtig ist, dass man stets offen für die Verwundbarkeiten der anderen bleibt."

Symptomatische Akademiker-Radikalisierung

Zu einer solchen Erkenntnis scheint der Berliner Medienwissenschaftsprofessor Norbert Bolz derzeit nicht in der Lage zu sein. Um dessen Entwicklung in den vergangenen Jahren zu beschreiben, bedienen sich Wolfgang Ullrich und Jörg Scheller bei pop-zeitschrift.de (Alternative bei Serverüberlastung: hier) einer möglicherweise neuartigen Form: der dialogischen Twitter-Account-Rezension:

"Der (entscheidende) Grund für unsere Beschäftigung mit dem Account von Bolz ist (…), dass sich in ihm die Geschichte einer Radikalisierung abspielt. Und eben darin ist er wohl symptomatisch. Bolz gehört zu der Generation älterer Männer, aus deren Reihen seit dem Herbst 2015 vielfach scharfe Kritik an der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung, namentlich an Angela Merkel geübt wird. Wie etwa auch Peter Sloterdijk, Rüdiger Safranski oder Jörg Baberowski steht Norbert Bolz damit auf einmal in der Nähe von Rechtspopulismus, AfD und Pegida. Seine Tweets erfahren von dort viel Zuspruch, der ihn offenbar nicht nur nicht stört, sondern sogar anspornt, noch polemischer zu formulieren und sich die Reiz- und Kampfvokabeln der rechten Szenen zu eigen zu machen."

Bei der Analyse von Bolz’ bisherigem Zwitscher-Oeuvre – in dem sich jenseits der Agitation auch ein paar putzige Aphorismen finden lassen – stellt sich unter anderem folgende Frage:

"Wie kann sich jemand, dessen Verständnis von Liberalität immer auch geistige Unabhängigkeit umfasste, ja der es genoss, intellektuelle Überlegenheit mit stilvoller Eitelkeit in Szene zu setzen, auf einmal mit den krudesten Stammtisch-Ressentiments gemein machen?"

Den bisherigen Höhe- bzw. Tiefpunkt scheint Bolz in der vergangenen Woche erreicht zu haben (zahlreiche weitere Tweets sind in dem Ullrich/Scheller-Text verlinkt):

"Das vollends entnazifizierte Deutschland ist das Land der unbegrenzten Zumutbarkeiten, in dem sich diejenigen, die 'schon länger hier leben', alles gefallen lassen."

Ullrich dazu:

"Für Bolz führt also, man mag es kaum glauben, ein direkter Weg von der Entnazifizierung zum Untergang. Zugleich stimuliert er auch noch den Hass ultrarechter Verschwörungstheoretiker auf Angela Merkel, von der bekanntlich der Vorschlag stammt, alternativ zu 'Volk' lieber von Menschen zu sprechen, "die schon länger hier leben". Ein solcher Tweet bringt Bolz innerhalb von Stunden viele hundert Likes, während sein erster Tweet gegen Multikulturalismus gerade mal gut zwanzig erklärte Anhänger fand. So sieht also die Twitter-Karriere von jemandem aus, der seine liberal-konservative Haltung einem Verfolgungswahn opfert."

TV-Serien-Hausse, aber Krise bei den 90-Minütern

Seit dem gestrigen Mittwoch wissen wir, wer in diesem Jahr mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wird.

"Generell haben Serien und Privatsender beim 54. Grimme-Preis überdurchschnittlich gut abgeschnitten."

So lautet bei Spiegel Online das Fazit von Christian Buß, der selbst Mitglied der Jury Fiktion war, die zweieinhalb von fünf Preisen an Serien privater Sender vergab. Die Auszeichnung, die sich Öffentlich-Rechtliche und Private teilen, geht, natürlich, an "Babylon Berlin" (ARD/Sky). Die anderen Serien-Preise gehen an TNT Serie und Netflix:

"Man hat tatsächlich in letzter Zeit, in den letzten Jahren schon gemerkt, dass diese Sender insgesamt ein bisschen beweglicher scheinen, um sich auf das Wagnis einer Serie einzulassen. Weil sie zum einen nicht so sehr unter einem Quotendruck stehen, zum anderen unter dem Formatdruck, weil man natürlich als Privatsender ganz anders versenden kann, diese schönen Sachen, als eine große öffentlich-rechtliche Anstalt, die dafür Platz frei machen muss in den Programmflächen. Neuen Platz, der vorher anders bespielt wurde",

sagt Buß dazu im Interview mit dem Deutschlandfunk-Magazin "Corso".

Des Weiteren findet sich eine Äußerung von Buß zur "Krise der 90-Minüter" in einem Artikel, den ich für die Stuttgarter Zeitung geschrieben habe – wo unter anderem der hohe Frauenanteil bei den Preisträgern in der Kategorie Information & Kultur (Disclosure: Ich war Vorsitzender der zuständigen Nominierungskommission) Erwähnung findet.

Die Aufarbeitung eines GAUs

Zu den Schwächen des Medienjournalismus gehört seine Vergesslichkeit bzw. die geringe Bereitschaft, aus der Position des zeitlichen Abstands auf wichtige Themen der jüngeren Vergangenheit zurückzublicken. Carmen Molitor (Medienkorrespondenz; Erstveröffentlichung: DJV-Journal NRW) hat Letzteres nun beherzigt und sich noch einmal den Verwicklungen rund um den Dokumentarfilm "Auserwählt und ausgegrenzt" und das legendär-skandalöse Verhalten der Sender Arte und WDR gewidmet (siehe unter anderem dieses und dieses Altpapier aus dem Juni vergangenen Jahres).

Molitor lenkt den Blick noch einmal auf den Umgang des WDR mit seiner verdienten bzw. hochdekorierten und mittlerweile aus dem Haus bzw. ins Rentnerinnendasein gemobbten Redakteurin Sabine Rollberg, die in ihrer Eigenschaft als Arte-Beauftragte des WDR für den Film verantwortlich war:

"Das Mittel der Wahl für die Zurechtweisung war die Mail, das direkte Gespräch suchte offenbar niemand ihrer Vorgesetzten mit ihr."

Molitor weiter:

"(Der) verletzende und ehrabschneidende Stil (…) stieß vielen Kolleginnen und Kollegen im Sender sauer auf. Dass man Sabine Rollberg obendrein offenbar auch in der heftigsten Krise weder schützte noch persönlich zu Rate zog, wirft ebenfalls Fragen auf. Es wirkte so, als habe man sie, um die eigene Haut vor der öffentlichen Kritik zu retten, als Sündenbock vorgeschoben. In der Folge traten sowohl die Redakteurvertretung als auch der Personalrat an die Seite der kaltgestellten Redakteurin."

Ein Kommunikations-GAU war die Sache jedenfalls in vielerlei Hinsicht. Molitor schreibt:

"Mit Jahresabstand hätte man gerne erfahren, was der WDR daraus gelernt hat. Eine entgegenkommendere Kommunikation jedenfalls nicht: Zu dem Fall sei alles gesagt, man habe im Hause 'das Thema und die betriebsinternen Abläufe sorgfältig aufgearbeitet', ließ die WDR-Pressestelle kurzangebunden wissen. Was das konkret heißt, war man nicht näher zu erläutern bereit."

Den Glauben daran, dass sich beim WDR seit dem Skandal irgendwas Nennenswertes geändert hat, stärkt diese Antwort also eher nicht.

Altpapierkorb (Wehrhafte Politikerinnen, Julian & Dora, Pay Gap beim Guardian, eine Prä-#MeToo-Serie im Zeichen von #MeToo, Now US)

+++ Wie sich Politikerinnen, die "in sozialen Medien zunehmend mit sexualisierten Hass-Posts überschüttet" werden, zur Wehr setzen – darüber berichtet Anna Lehmann in der taz. Caren Lay (Die Linke) etwa "hat zehn Personen angezeigt, wegen Beleidigung, Nötigung oder auch Gewaltandrohung. 'Das Ausmaß und der Inhalt haben mich total schockiert', sagt Lay der taz. Sie habe bereits früher Hasskommentare erhalten. Doch die Verknüpfung von Bedrohung und sexistischer Beleidigung sei eine neue Qualität".

+++ Der Bildblog findet: "Wir müssen noch mal über den Twitter-Account @DoraGezwitscher sprechen, den Bild-Chef Julian Reichelt vergangene Woche retweetet hat." Die Kollegen haben sich nämlich die "ekligen Inhalte", die @DoraGezwitscher verbreitet, genauer angesehen (siehe auch Altpapier von Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche).

+++ "Es gibt noch eine Leerstelle sozusagen im Gesamtkonzept für die Novellierung des Telemedienauftrages", sagt der sachsen-anhaltinische Medienpolitik-Zampano Rainer Robra gegenüber "@mediasres". Wegen eben dieser "Leerstelle" kämen die Ministerpräsidenten auf ihrer heutigen Konferenz nun doch noch nicht zu einer Einigung in Sachen Novellierung.

+++ Der Guardian berichtet in ein eigener Sache: "The gender pay gap at Guardian News & Media is 11.3% – calculated by mean hourly pay – the company has reported as part of the government’s compulsory gender pay gap initiative (…) When the GNM figures are broken down between editorial and non-editorial roles, they show a gender pay gap in editorial of 7.4%."

+++ Ein Vierteiler, der bereits 2016 die MeToo-Debatte "vorwegnimmt"? Gibt es, "Ende einer Legende" heißt er. Arte zeigt diese britische Miniserie heute. Der Protagonist, schreibt Manfred Riepe im Tagesspiegel, sei "ein alternder Komiker, der (…) Himmel und Hölle in Bewegung (setzt), um die Wahrheit zu vertuschen. Mit jeder Folge taucht die Serie tiefer ein in das Innenleben einer schrecklich netten Familie, deren Mitglieder in die obsessiven Machenschaften des Star-Komikers tief verstrickt sind". Drehbuchautor Jack Thorn vermeide "Schwarz-Weiß-Malerei. Er zeigt stattdessen die Mechanismen medialer Vorverurteilung, die Auswirkungen auf die Familien aller Betroffenen, und welche Macht Verdrängung von Schuld über ihr Leben hat", so Alexander Menden in der SZ.

+++ Ebenfalls in der SZ: Willi Winkler befasst sich mit der historisch-kritischen Selbstbetrachtung des US-Magazins National Geographic (siehe Altpapier von Mittwoch). Auch bei der deutschen Ausgabe, die 1999 startete, also 111 Jahre nach der amerikanischen, plane man eine entsprechende Aufarbeitung, so Winkler.

+++ In der FAZ-Feuilleton-Glosse geht es heute um die verschiedenen Typen gesperrter Suchbegriffe bei Weibo, dem chinesischen Twitter: Es werden "auch Wendungen gesperrt, die vom Staatspräsidenten höchstpersönlich stammen – etwa 'Die Ärmel hochkrempeln' aus einer Neujahrsansprache –, hinter denen sich dann aber subversive Botschaften verstecken. Oder (…) indirekte Anspielungen auf Produkte der Populärkultur, zum Beispiel 'Disney'."

+++ Erfolg ist ein dehnbarer Begriff, wie eine Äußerung zeigt, die die Online-Ausgabe der Verdi-Zeitschrift M – Menschen Machen Medien zur Entwicklung bei der Hamburger Morgenpost zitiert: "Wenn man bedenkt, dass ursprünglich geplant war, 16 Stellen und mehr in der Redaktion abzubauen, sagt Rüdiger Fischer vom Mopo-Betriebsrat, sind nur zwei schreibende und drei gestrichene Stellen im Layout sicherlich ein Erfolg."

+++ Als offensives Gegengewicht bietet sich da eine Rede an, die Joe Bauer, Autor der Stuttgarter Nachrichten, kürzlich bei einer Kundgebung warnstreikender baden-württembergischer Zeitungsredakteure gehalten hat: "Es geht um noch mehr als eine gerechte Gehaltserhöhung und angemessene Bezahlung für Menschen in einem Beruf, der bei der Verteidigung der Demokratie eine wichtige Rolle spielen muss." Warum Bauer das so sieht, steht in der Wochenzeitung Kontext, die seinen Redebeitrag dokumentiert hat.

+++ Neues aus Karlsruhe: Günther Jauch unterliegt vor dem Bundesverfassungsgericht dem Klambt-Blatt Woche der Frau. Auslöser dieser Rechtssache: Die Zeile "Sterbedrama um seinen besten Freund – Hätte er ihn damals retten können?" auf einem Cover von 2012 (dpa/faz.net).

+++ Neue Kanäle braucht das Land bzw. der Kontinent? Der Attac-Deutschland-Mitgründer und grüne EU-Parlamentarier Sven Giegold fordert "eine öffentlich-rechtliche Plattform speziell für die EU-Berichterstattung". "Zapp" berichtet darüber. Vor etwas mehr als zwei Jahren hatte der SPD-Europapolitiker Jakob von Weizsäcker schon einmal Ähnliches gefordert.

+++ Was ab Ende März nicht mehr fehlen wird: ein "schwerpunktmäßig auf US-amerikanische Serien ausgerichteter" RTL-Spartenkanal namens Now US, "der zunächst nur über das Internet empfangbar sein wird". Originell scheint zumindest die Marketingstrategie fürs neue Programm zu sein, wie die Medienkorrespondenz bemerkt: "Die RTL-Gruppe bezeichnet Now US als 'Free-TV-Sender', auch wenn das neue Programm (…) bis auf weiteres nur gegen eine Gebühr zu empfangen sein wird."

Neues Altpapier gibt es wieder am Freitag.

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