#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 31. August

1961: DDR-Fahne auf dem Brandenburger Tor gehisst

Am 31. August 1961 vermeldete der West-Berliner Sender "Rundfunk im Amerikanischen Sektor" (RIAS):

Im Brandenburger Tor, dem Symbol der Einheit Deutschlands, hisst heute Vormittag die Zonenarmee die ostdeutsche Spalterflagge. [...] Die Bevölkerung nahm weder in Ost, noch in West-Berlin Anteil.

Radiosprecher Bericht des RIAS am 31. August 1961

Die DDR-Führung hatte an dem Tag die DDR-Flagge auf dem Brandenburger Tor hissen lassen. Laut eines Sprechers aus dem West-Berliner Senat versuchten "die Machthaber in der Sowjetzone damit die Annexion Ost-Berlins durch einen symbolischen Akt" zu vollziehen. Das Hissen der Fahne mit Hammer und Zirkel erfolgte nur zwei Wochen nach dem Mauerbau, der in der Nacht zum 13. August begonnen hatte. Seitdem befand sich das Brandenburger Tor im Sperrgebiet im Ostteil der Stadt und nur noch DDR-Grenzsoldaten konnten es erreichen. Im Kalten Krieg war das Brandenburger Tor ein Symbol des Konfliktes zwischen NATO- und Ostblockstaaten. Seit dem Fall der Mauer können die Menschen in Ost und West wieder ungehindert durch das Tor durchgehen, und seitdem symbolisiert es das Ende der Deutschen Teilung.

Das Brandenburger Tor mit gehisster DDR-Flagge und Stacheldraht nach dem 13. August 1961.
Das eingemauerte Brandenburger Tor mit DDR-Flagge Bildrechte: dpa

1991: Erster gesamtdeutscher Rundfunkstaatsvertrag unterzeichnet

In Bonn unterzeichneten 1991 die Ministerpräsidenten aller 16 Bundesländer den "Staatsvertrag über den Rundfunk im vereinten Deutschland". Es war der erste gesamtdeutsche Rundfunkstaatsvertrag nach der Wende. 1992 trat er in den einzelnen Bundesländern in Kraft. Er regelte bundesweit die Rechte und Pflichten des Rundfunks. Der Vertrag manifestierte beispielsweise das duale Rundfunksystem in Deutschland, das aus öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern besteht. Verankert war außerdem das Recht, dass Fernsehsender frei über öffentliche Geschehnisse berichten dürfen. Unter anderem legte er Dauer und Form von Werbung in Radio und Fernsehen fest. Ein letztes Mal wurde der Rundfunkstaatsvertrag 2019 überarbeitet. 2020 wurde er durch den Medienstaatsvertrag abgelöst.

1997: Tod von Lady Diana

Mit nur 36 Jahren starb die Prinzessin von Wales, Lady Diana, auf dem Weg zu ihrer Pariser Wohnung 1997 bei einem Autounfall. Die Mercedes-Limousine, in der sie, ihr damaliger Lebensgefährte Dodi Al-Fayed und der Leibwächter Trevor Rees-Jones saßen, war in einem Pariser Tunnel mit fast 200 Stundenkilometer gegen einen Pfeiler geknallt. Der Fahrer Henri Paul hatte versucht, den Paparazzi zu entkommen, die Lady Diana bedrängten und verfolgten. Später stellte sich heraus, dass Paul unter Alkoholeinfluss gestanden hatte. Alle Fahrzeuginsassen bis auf den Leibwächter Rees-Jones verstarben. Der Tod von "Lady Di" löste weltweite Trauer aus. Bis heute kursieren Verschwörungstheorien um die Umstände ihres Todes.

1981 heiratete die gerade einmal 20-Jährige Diana Frances Spencer den britischen Thronfolger Prinz Charles und wurde damit zur Prinzessin von Wales. In der Öffentlichkeit war Lady Diana besonders beliebt und wurde zur "Königin der Herzen". 1996 ließ sie sich von Prinz Charles scheiden und sorgte damit für Unmut im britischen Königshaus. Sie war die Mutter der britischen Thronfolger Prinz William und Prinz Harry.

Harry und Lady Diana
Lady Diana mit ihren Söhnen Prinz Harry und Prinz William im Jahre 1995 Bildrechte: imago/ZUMA Press

2006: Gammelfleischskandal

Auf einen anonymen Hinweis hin kontrollierten Mitarbeiter vom bayerischen Landesamt am 31. August 2006 ein Kühlhaus im Münchner Stadtteil Johanneskirchen. Dabei fanden sie Unmengen verdorbenen Fleisches, das eingefroren und als Frischfleisch gekennzeichnet worden war. Der Münchner Vorfall brachte auch in anderen Teilen Deutschlands ähnliche Skandale bei der Fleischverarbeitung zum Vorschein. Im September 2006 berichtete der Spiegel, dass die tatsächliche Menge an "Gammelfleisch" bundesweit auf 15.000 Tonnen geschätzt werde. Im Fall von München richtete das Kreisverwaltungsreferat die Sonderkommission "Kühlhaus" ein, die weitere Lokale in der Innenstadt prüfte und insgesamt 100 Tonnen "Gammelfleisch" beschlagnahmte. In der Folge begann die Staatsanwaltschaft gegen den Betreiber des Kühlhauses wegen Betrugs zu ermitteln. Dieser nahm sich kurze Zeit später das Leben. Die bayerischen Behörden mussten sich später der Kritik stellen, sie hätten Hinweise von Lebensmittelkontrolleuren zu lange ignoriert.

Fleisch in einer Kühltruhe
Bei einer "Gammelfleisch"-Razzia in Leipzig Bildrechte: NEWS5