#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 8. März

1921: "Internationaler Frauentag" erstmals gefeiert

Am 8. März 1921 wird erstmals der "Internationale Frauentag" gefeiert. Der Gedenktag macht auf die Gleichberechtigung der Geschlechter aufmerksam und feiert die Errungenschaften der Frauenrechtsbewegung. Er wird bereits 1910 von der Sozialistin Clara Zetkin vorgeschlagen.

1917: Russische Februarrevolution beginnt

Am 8. März 1917 streiken in Petrograd (heute St. Petersburg) Arbeiterinnen, Soldaten- und Bauernfrauen gegen die Hungersnot und lösen somit die Februarrevolution aus. Zar Nikolaus II. befiehlt dem russischen Militär, die Streiks mit Waffengewalt zu beenden, woraufhin sich das Militär mit den Demonstranten verbrüdert. Schlussendlich dankt der machtlose Zar am 15. März 1917 ab. Somit endet die Herrschaft der Zaren in Russland.

1947: Frauenbund "DFD" gegründet

Am 8. März 1947 wird in Ost-Berlin der Demokratische Frauenbund Deutschlands (DFD) von Frauen aus allen vier Besatzungszonen gegründet. Die Organisation soll sich deutschlandweit und politisch unabhängig für die Gleichberechtigung von Frauen engagieren. In der 1949 gegründeten DDR wird der Bund jedoch schnell von der SED vereinnahmt. Unter ihrer Direktion setzt sich der DFD zwar für die Gleichstellung der Frauen im Arbeitsleben ein, betreibt aber keine unabhängige Politik für Frauen.

Am Gebäude des Demokratischen Frauenbundes Berlin (DFB), Bezirksverband Köpenick werden im Frühjahr 1950 anlässlich des bevorstehenden Internationalen Frauentages Plakate angebracht.
Am Gebäude des Demokratischen Frauenbundes Berlin (DFB), Bezirksverband Köpenick werden 1950 anlässlich des bevorstehenden Frauentages Plakate angebracht. Bildrechte: dpa

1957: "Der Untertan"-Premiere in der BRD

Am 8. März 1957 wird der DEFA-Spielfilm "Der Untertan" von Regisseur Wolfgang Staudte in der Bundesrepublik erstaufgeführt - sechs Jahre nach seiner Premiere in der DDR. Es handelt sich um eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Heinrich Mann. Wegen vermeintlich antiwestlicher Propaganda verbietet die Bundesrepublik den Film. Erst 1957 wird eine um zwölf Minuten gekürzte Fassung freigegeben. "Der Untertan" zählt zu den größten DEFA-Erfolgen.

Werner Peters als Diederich Heßling im Film "Der Untertan" nach dem Roman von Heinrich Mann (DEFA 1951)
Werner Peters als Diederich Heßling im Film "Der Untertan" nach dem Roman von Heinrich Mann. Bildrechte: imago/United Archives

1991: "Aufschwung Ost" beschlossen

Am 8. März 1991 werden von der Bundesregierung Steuererhöhungen und das Konjunkturpaket "Aufschwung Ost" beschlossen. Mit 24 Milliarden D-Mark soll die Wirtschaft in Ostdeutschland angekurbelt und die steigende Arbeitslosigkeit und wachsende Unzufriedenheit gestoppt werden.

2002: Kohls Stasi-Akten bleiben unter Verschluss

Am 8. März 2022 entscheidet das Bundesverwaltungsgericht, dass die Stasi-Akten über Altkanzler Helmut Kohl unter Verschluss bleiben. Kurz zuvor hatte die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen angekündigt, die Akten zugänglich zu machen, um die Aufarbeitung der Stasi zu ermöglichen. Daraufhin erhob Kohl erfolgreich Klage auf Unterlassung. Eine Gesetzesänderung im September 2002 erlaubt die Herausgabe jedoch wieder – zu Forschungszwecken. Kohl zieht erneut vor Gericht und kann enge Grenzen für die Herausgabe seiner Akten durchsetzen. 2005 stimmt er der Veröffentlichung von Teilen der Akten überraschend zu.

Helmut Kohl beim CSU-Parteitag.
Helmut Kohl bei einem CSU-Parteitag, 19.11.1988. Bildrechte: imago/WEREK